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Zweibrücken: Zahl der Corona-Infizierten weiter stabil - Stadt bemüht sich um baldige Öffnung von Freibad

Rathaus bemüht sich um baldige Öffnung : Freibad bringt Stadt ins Schwitzen

Stadt bemüht sich um baldige Öffnung. Zahl der Corona-Infizierten weiter stabil. Kneipen und Stadion wieder geöffnet.

Es war ein denkwürdiger Tag, der gestrige Donnerstag. Auch wenn das im Rathaus womöglich niemandem bewusst war. Die Stadtverwaltung hatte zur mittlerweile 8. Corona-Pressekonferenz in den Ratssaal eingeladen.

Das denkwürdige daran? Der 14. Mai ist der Namenstag der „Heiligen Corona“. Der Überlieferung nach war sie eine christliche Märtyrerin, Katholiken gilt sie unter anderem als Patronin des Geldes.

Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD) konnte im Ratssaal eine erfreuliche Nachricht an diesem Gedenktag bezüglich der gleichnamigen Pandemie verkünden: Die Zahl der Zweibrücker, die am Corona-Virus erkrankt sind, ist weiter stabil.

„Die aktuellen Zahlen sind weiter unverändert: Wir haben 38 Fälle in Zweibrücken – seit Beginn der Zählung“, sagte Wosnitza.

Jedoch gibt es auch eine traurige Nachricht: Diese Woche ist ein an dem Virus erkrankter Zweibrücker verstorben (wir berichteten). Der Oberbürgermeister drückte seine Anteilnahme aus.

Wosnitza zeigte sich auf der Pressekonferenz erleichtert darüber, dass jetzt in Zweibrücken wieder ein Stück Normalität zurückgekehrt ist. „Eine Vielzahl“ von Kneipen, Cafés und Restaurants hat wieder geöffnet, das freue ihn. Er sei bereits in ein paar gastronomische Adressen eingekehrt, ein Kaffee hier, ein Plausch dort – „es ist beeindruckend, wie rund das läuft“, begrüßte Wosnitza dieses neue, alte Stückchen Alltag. „Aber es ist natürlich besonders“, räumte er ein, dass ein Kneipen-Besuch aktuell noch weit von alten Verhältnissen entfernt ist.

Von daher richte er einen „Dank an die Gäste. Es ist nicht selbstverständlich, dass man sich darauf einlässt“, sagte der Oberbürgermeister. Schließlich müsse man ein Restaurant, ein Café mit Mundschutz betreten und dürfe diesen erst am Tisch abnehmen. Es sei schon „speziell“, dass man zudem seine persönlichen Daten zu Protokoll geben müsse. Es sei halt noch ein längerer Weg hin zu der früheren Unbeschwertheit.

Wosnitza blickte auf die Diskussionsrunde mit den Wirten in der Festhalle am vergangenen Samstag zurück. 80 Wirte seien der Einladung gefolgt, gemeinsam mit der Stadt über die anstehende Wiedereröffnung zu sprechen (wir berichteten), diese rege Teilnahme freute ihn.

Erfreulich sei ferner, dass der Stadtrat am Mittwochabend beschlossen hat, Wirten und Einzelhändlern dieses Jahr für Außenbestuhlung oder Aufstellung von Ständern für Werbung oder Warenpräsentation keine Gebühren in Rechnung zu stellen (Merkur-Bericht hierzu folgt noch). Das sei zumindest „eine kleine Hilfe“ sagte er.

Etwas ins Schwitzen gerät die Stadt in Sachen Freibad. Dieses dürfe laut Vorgaben des Landes ab 27. Mai öffnen. Allerdings gebe es „noch einige offene Fragen“, sagte Wosnitza. Wie solle man einen solchen Betrieb durchführen? In mehreren Schichten mit Besucherkontingenten? „Jedes Bad ist anders“, verdeutlichte er.

Nichtsdestotrotz: „Das Ziel ist, das Freibad zeitnah wieder zu eröffnen.“ Dieses genieße Vorrang vor dem Badeparadies. Beides sei ja in den Händen der Stadtwerke, Geschäftsführer Werner Brennemann arbeite intensiv an Lösungsmöglichkeiten für die Öffnung. Aber da das Badeparadies „personalintensiver“ sei, fokussiere man sich auf das Freibad.

„Nächste oder übernächste Woche wissen wir hierzu eventuell mehr“, deutete Wosnitza an, dass es keine schnelle Lösung geben werde.

Erfreulich für die Sportfreunde: Das Westpfalzstadion hat seit Dienstag wieder geöffnet. „Corona macht dick“, sagte der OB schmunzelnd. Nun könnten die Bürger, unter Beachtung der Corona-Regeln, dort wieder trainieren.

Auch das Stadtmuseum und die Büchereien haben wieder ihre Pforten geöffnet.

Bezüglich der Kindergärten sagte Bürgermeister Christian Gauf (CDU), es seien Wünsche an die Stadt herangetragen worden, diese rasch wieder zu eröffnen, abweichend von den Vorgaben des Landes. Aber das könne die Stadt nicht tun. Sie könne etwas strenger regeln (wie das bei dem temporären Besuchsverbot in den hiesigen Altersheimen gehandhabt wurde) – aber die Stadt könne nicht eine Regel des Landes einfach lockern.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) habe am Dienstag „angedeutet, dass sich in Sachen Kita-Öffnung etwas tut“, so Gauf, aber man müsse leider weiter abwarten.

Die Beigeordnete Christina Rauch (CDU) sagte, just in diesem Augenblick würden in Mainz 1123 Masken mit Bärchen-Motiv für die Schüler der 1. bis 3. Klasse in Zweibrücken abgeholt, weitere Masken würden folgen, für jeden Schüler solle eine Maske vorrätig sein. Ab 25. Mai werde die Berufsschule mit weiteren Klassen starten, ab 8. Juni solle für alle Schüler der Unterricht wieder beginnen.

Die Volkshochschule wird ab 18. Mai „schrittweise wieder öffnen“, sagte Rauch.

Oberbürgermeister Wosnitza machte, wie schon vergangene Woche, deutlich: All diese Lockerungen gelten nur unter der Voraussetzung, dass die Zahl der Neuinfektionen in Zweibrücken unter 18 Personen pro Woche bleibt.