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Strafverfolgung: Zweibrücken wird Zentrum für Doping-Bekämpfung

Strafverfolgung : Zweibrücken wird Zentrum für Doping-Bekämpfung

Das rheinland-pfälzische Justizministerium bündelt die Bearbeitung solcher Fälle bei Staatsanwaltschaften und Gerichten in Zweibrücken. Minister Mertin: „Wir sagen dem Doping im Sport den Kampf an“.

Die Rosenstadt wird zur rheinland-pfälzischen Justizbastion im Kampf gegen Doping: Nach über einjähriger Vorbereitungszeit hat Landes-Justizminister Herbert Mertin (FDP) am gestrigen Montag eine Landesverordnung unterzeichnet, wonach Strafverfahren nach Paragraph 4 des seit Dezember 2015 geltenden Gesetzes gegen Doping im Sport (Anti-Doping-Gesetz) zukünftig für ganz Rheinland-Pfalz am Amts- beziehungsweise am Landgericht Zweibrücken konzentriert werden. Damit wird künftig auch die Zweibrücker Staatsanwaltschaft zentral zuständig für die Verfolgung entsprechender Straftaten.

„Egal ob im Leistungs- oder im Spitzensport – wer dopt, der gefährdet nicht nur seine Gesundheit, sondern betrügt auch die ehrlichen Wettbewerber. Deshalb sagen wir diesen gefährlichen Praktiken entschieden den Kampf an. Mit der Zuständigkeitskonzentration für Doping-Verfahren in Zweibrücken sorgen wir dafür, dass sich die dortigen Staatsanwältinnen und Staatsanwälte sowie Richterinnen und Richter konsequent des Themas annehmen können“, so der Minister bei der Unterzeichnung der Verordnung. Um in Kraft zu treten, muss diese noch im Gesetz- und Verordnungsblatt des Landes verkündet werden, womit das Ministerium in den kommenden Wochen rechnet.

Die Idee einer Zentralstelle für den Kampf gegen Doping hatte der Zweibrücker Ex-Generalstaatsanwalt Horst Hund im Merkur-Redaktionsgespräch im Juni 2016 erläutert. Diese könnte, so Hund damals, 2017 eingerichtet werden, was nun der Fall ist. Er selbst hatte das Vorhaben angestoßen, etwa um künftig Fachwissen und Erfahrung im Umgang mit den zumeist komplizierten Verfahren aufzubauen und zu bündeln. Hund ging von fünf bis zehn Fällen pro Jahr aus. Seit Ende 2015 habe es eine Handvoll solcher Fälle gegeben, schildert Mertins Büroleiterin Angelika Feils. Hund hatte damals angedeutet, dass man noch Potentiale bei Anti-Doping-Ermittlungen ausschöpfen könne, etwa E-Mails abzufangen, um an die Hintermänner von Dopern zu kommen. Mit Dopingtests alleine sei den Straftaten nicht beizukommen.

Zweibrücken habe man gewählt, nachdem die dortige Staatsanwaltschaft das von sich aus vorgeschlagen hatte. „Wir haben die Idee grundsätzlich begrüßt“, so Feils. Es sei naheliegend gewesen, auch die Gerichte in diese Konzentration einzubeziehen. Organisatorisch werde sich aufgrund der bisher geringen Fallzahl zunächst nichts ändern. „Im Rahmen der Prüfung des Personalbedarfs würden wir reagieren, wenn die Zahl stark zunimmt“, so Feils.