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Zweibrücken: UBZ zieht gute Bilanz des neuen Abfallsystems

Ein Jahr neues Abfallsystem : 2500 Tonnen Restmüll weniger!

Der UBZ zieht nach einem Jahr mit dem neuen Abfallkonzept eine positive Bilanz: Weniger Abfall landete im vergangenen Jahr in der Restmülltonne. Die Biomüll-Tonnen werden dagegen viel häufiger benutzt.

Ein voller Erfolg! Das Abfallkonzept, das seit Anfang 2018 in Zweibrücken in Kraft getreten ist, hat sich bewährt. Statt 5200 Tonnen Restmüll im Jahr 2017 sammelte der Umwelt- und Servicebetrieb (UBZ) in der Rosenstadt im vergangenen Jahr nur noch 2700 Tonnen ein. Auf der anderen Seite landeten letztes Jahr 4012 Tonnen Bioabfall auch tatsächlich da, wo sie hingehören – in der Biotonne. Das sind rund 1600 Tonnen mehr als noch 2017.

Das Mülltrennverhalten der Zweibrücker hat sich folglich deutlich verbessert. “Das neue System hat sich bewährt“, zieht Daniela Walle, Abteilungsleiterin Stoffstrommanagement beim Umwelt- und Servicebetrieb, ein Jahr nach Einführung der Pflicht-Biotonne eine positive Bilanz. Die ersten Zahlen nach einem Jahr zeigten, dass die Änderungen den gewünschten Effekt erzielen. Im vergangenen Jahr wurde die Biotonne Pflicht. Und die Müllgebühr berechnet sich danach, wie oft die Restmülltonne abgeholt wird. Die Grundgebühren beinhalten vier Abfuhren. Jede weitere kostet mehr.

Nach Angaben Walles sind 56 Prozent der Kunden mit vier Leerungen ausgekommen. Bei 16 Prozent seien es fünf oder sechs gewesen. Bei einem Viertel seien es dann noch mehr gewesen. Nach der Erfahrung des ersten Jahres war das vor allem in Geschosswohnungsgebäuden der Fall.

Zu Beginn des Jahres hat es noch einige Nachfragen gegeben. „Das hat sich schnell beruhigt. Die Bürger haben das System dann verstanden“, sagt Franz Abraham, Leiter des Rechnungswesens beim UBZ. Mit vermehrten Anrufen rechnet Abraham auch in den nächsten Wochen. Denn in dieser Woche verschickt der UBZ die Gebühren-Abrechnungen für 2018 und die Mitteilung über die Vorausleistung für 2019.

Da in der 2018er-Abrechnung auch einmalige Kosten wie für ein Schloss oder den Umtausch von Müllgefäßen enthalten seien, könnten die 2019er-Vorausleistungen höher ausfallen. „Das gleicht sich dann im nächsten Jahr aus“, meint Abraham.

Während es beim Restmüll ganz wenige Beanstandungen bezüglich des Inhalts gegeben habe, sei die „Qualität des Materials“ in der Biotonne im Laufe des Jahres besser geworden. In der ersten Jahreshälfte hätten die Mitarbeiter noch an ein Viertel der Tonnen einen gelben Anhänger für sogenannte „Störstoffe“ gehängt. Gegen Ende des Jahres sei dies nur noch bei fünf Prozent der Fall gewesen. Störstoffe steigerten die Kosten beim Biomüll-Verwerter, erklärt Walle. Das könnte sich auf die Gebühren niederschlagen. Wobei Walle und Abraham nach dem ersten Jahr noch nicht sagen können, ob die Gebühren sich verändern. „Das wäre zu kurzfristig gedacht“, sagt Abraham. „Wir müssen erst sehen, wie sich das System entwickelt.“

Bis 2017 nutzten bereits 4500 Kunden eine Biotonne. Im vergangenen Jahr sind 5500 dazugekommen. „Wir konnten sie fast alle überzeugen“, freut sich Abraham. Von den 18 Widersprüchen seien zwölf zurückgenommen worden. Fünf hätten einen Widerspruchsbescheid erhalten. Nur einer klage vor dem Verwaltungsgericht, ergänzt Abraham.

Das starke Ergebnis muss ein klein wenig relativiert werden. Denn  zu den 2700 Tonnen Restmüll aus den Behältern kommen noch etwa 750 Tonnen Abfall, die die Bürger selbst an der Deponie abgeliefert haben.