Cap-Markt: „Wir brauchen Frequenzbringer“ Tedi und Basic-Fit öffnen in Hallplatzgalerie – aber Zittern um Cap-Markt

Zweibrücken · Nach langem Stillstand gibt es jetzt erstmals größere Erfolgsmeldungen von den neuen Eigentümern des Zweibrücker Einkaufzentrums.

Das Obergeschoss der Galerie ist schon lange verwaist. Zuletzt war Be Fit dort ansässig, das Studio schloss im April 2015. Nebenan befanden sich einst die Betten-Galerie und der Zugang zum zweiten Stock von Sinn.

Das Obergeschoss der Galerie ist schon lange verwaist. Zuletzt war Be Fit dort ansässig, das Studio schloss im April 2015. Nebenan befanden sich einst die Betten-Galerie und der Zugang zum zweiten Stock von Sinn.

Foto: Mathias Schneck

Für die mit vielen Leerständen kämpfende Hallplatz-Galerie in Zweibrücken gibt es positive Nachrichten. Der Investor – der  Fondsspezialist Mimco Capital Sàrl – hat zwei neue Mieter gefunden, die das seit Jahren verwaiste Obergeschoss der Galerie in der zweiten Hälfte von 2023 füllen sollen. Das teilt Mimco Capital mit. Der Investor spricht von einem „erfolgreichen Abschluss von Mietverträgen mit zwei (...) Ankermietern, einem international bekannten Fitnessstudio und einem europaweit verbreiteten Nonfood-Händler.“ Ferner vergrößere sich eine Arztpraxis um zirka 135 Quadratmeter. Für die weiteren Leerstände in der Galerie sei man zudem „mit weiteren attraktiven Mietern in Verhandlung“.

Der Name des Fitness-Studios wird nicht genannt. Nach Informationen unserer Zeitung handelt es sich um Basic-Fit. Auf seiner Internetseite erklärt das Unternehmen, dass es in sechs europäischen Ländern über 1100 Studios betreibt. Der Einstiegspreis für vier Wochen Training betrage 19,99 Euro.

Basic-Fit will nach unseren Informationen die Räumlichkeiten, in denen früher das „Be Fit“-Fitness-Studio ansässig war, komplett umbauen. Das Be Fit wurde im April 2015 geschlossen, seitdem sind die Räume dort verwaist.

Der zweite Ankermieter, der 2023 einziehen soll, ist nach Informationen unserer Zeitung Tedi-Discount. Ein Unternehmen, das auf Schnäppchen-Artikel setzt und früher am Sinne-Eck ansässig war.

Also zwei neue Ankermieter für die Hallplatz-Galerie im nächsten Jahr – was aber nicht bedeutet, dass dann alle Leerstände beseitigt wären. Und so ist denn ein weiterer Ankermieter unsicher, wie er künftig zu der Galerie stehen soll. Der Cap-Markt kämpft bereits seit Jahren gegen harte Konkurrenz durch Netto am Busbahnhof und hat bereits wiederholt im Merkur beklagt, dass die Hallplatz-Galerie zwingend neue Impulse brauche. Von diesem Standpunkt rückt die Kimmle-Stiftung, die den Cap-Markt betreibt, nach wie vor nicht ab. „Auch, wenn die aktuelle Entwicklung natürlich ein Schritt in die richtige Richtung ist“, sagt Marco Dobrani, Vorstand der Kimmle-Stiftung, auf Anfrage.

Dobrani macht allerdings deutlich: Es ist eben nur ein erster Schritt. „Unser Mietvertrag läuft im Oktober 2023 ab. Wir prüfen, ob wir verlängern sollen. Aber dafür muss ein stimmiges Gesamtkonzept für die Hallplatz-Galerie vorliegen“, sagt er. Denn wenn der Cap-Markt verlängere, werde einiges dort investiert werden müssen. Der Stiftungsvorstand sagt, der Cap-Markt in Thaleischweiler-Fröschen werde modernisiert. „Es gibt unter anderem neue Kühltheken, energiesparende Technik. „Wir haben bereits Arbeiten für zirka 90 000 Euro vergeben, insgesamt wird die Investition sicher rund 150 000 Euro betragen.“  Der Markt in Thaleischweiler-Fröschen hat 1300 Quadratmeter Fläche, 34  Menschen arbeiten dort, davon elf mit Beeinträchtigung.

Der Cap-Markt in Zweibrücken hat rund 1000 Quadratmeter, dort sind  17 Menschen beschäftigt, davon acht mit Beeinträchtigung. Ob und in welchem Umfang die Kimmle-Stiftung auch in der Hallplatz-Galerie investiere, hänge von der Arbeit des Investors ab.

„Wir brauchen einen Frequenzbringer“, mahnt Dobrani. Ein Magnet, der die Menschen in die Galerie locke. „Das muss nicht zwingend Gastronomie sein – aber es muss etwas Attraktives sein.“ Leider fehle es nicht nur der Galerie, „sondern der Fußgängerzone überhaupt an einem solchen Frequenzbringer“, klagt der Vorstand.

Sicher, der neue Eigentümer habe es nicht leicht, er habe die Galerie im Februar 2020 übernommen – mit Beginn der Pandemie. Aber er müsse dennoch einen Rahmen bieten, der die Kimmle-Stiftung überzeuge. Der Cap-Markt rechnet mit einer Verteuerung der Energiekosten in Höhe von 250 Prozent, sagt Dobrani. Das falle alles in die Waagschale.

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