Zweibrücken taucht auf

Zweibrücken. Das Wappen und der Namenszug Zweibrücken kann in einem Jahr das U-Boot 35 der Bundesmarine tragen. Oberbürgermeister Helmut Reichling hatte im September 2005 gegenüber dem Bundesverteidigungsministerium die Bereitschaft erklärt, die Patenschaft für ein U-Boot zu übernehmen. Diesem Wunsch kam der Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Wolfgang Nolting, in dieser Woche nach

Zweibrücken. Das Wappen und der Namenszug Zweibrücken kann in einem Jahr das U-Boot 35 der Bundesmarine tragen. Oberbürgermeister Helmut Reichling hatte im September 2005 gegenüber dem Bundesverteidigungsministerium die Bereitschaft erklärt, die Patenschaft für ein U-Boot zu übernehmen. Diesem Wunsch kam der Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Wolfgang Nolting, in dieser Woche nach.Auch die U-Boot-Fahrer sähen dieser Patenschaft mit großer Erwartung entgegensehen, heißt es in dem Schreiben des Ministeriums. "Sie sind überzeugt, dass die historischen und gegenwärtigen positiven Verbindungen mit der Stadt eine gute Basis für ein sehr gutes und harmonisches Patenschaftsverhältnis darstellen." Deshalb bittet das Ministerium, die Stadt die Patenschaft für das Boot der Klasse 212 zu übernehmen.

Oberbürgermeister Reichling begrüßt die Entscheidung des Ministeriums. Damit würde an eine besondere Verbindung angeknüpft: "Ohne Zweibrücken gäbe es kein U-Boot." Reichling erinnerte an Wilhelm Bauer, der vor 140 Jahren das erste U-Boot konstruierte und an den Erfinder des Kreiskompasses Hermann Anschütz-Kaempfer. Beide arbeiteten in Zweibrücken.

Bei der Patenschaft geht es dem Oberbürgermeister zufolge um die Partnerschaft zu den Menschen, die auf dem U-Boot ihren Dienst leisten. Mit gegenseitigen Besuchen soll nach der Vorstellung Reichlings die Patenschaft gepflegt werden. Die Fraktionsvorsitzenden der SPD, Fritz Presl, und der CDU, Eckhart Schiller, haben persönlich keine Bedenken gegen eine Übernahme der Patenschaft des U-Bootes durch die Stadt. Presl: "Wir sind eine Garnisonstadt und stehen dazu." Beide werden das Thema in ihren Fraktionen wohlwollend vorstellen, erklärten die Vorsitzenden auf Nachfrage.

Die Stadt Homburg hat seit vielen Jahren die Patenschaft für ein Minenjagdboot der Bundesmarine. Darauf prangen das Wappen und der Namenszug als Werbung für die Stadt. Mit Besuchen der Matrosen in Homburg sowie der Stadtverwaltung in Kiel füllt Homburg seine Patenschafts-Verpflichtung mit Leben. Zweibrücken war von 1941 an Pate des 1943 gesunkenen U-Bootes 564. An deren Kommandanten erinnert die Marinekameradschaft Teddy Suhren. Zweimal besuchte die Besatzung die Stadt.

Stichwort

Das U 35 ist ein U-Boot der Klasse 212 A der Bundesmarine. Die ersten vier Boote der Klasse sind seit 2007 im Dienst. Das U 35, das 2007 auf Kiel gelegt wurde, soll 2011 in Eckernförde in den Dienst gestellt werden. Das U-Boot mit einem außenluftabhängigen auf Brennstoffzellen basierenden Antrieb, ist 56 Meter lang, sieben Meter breit und mit Turm 11,5 Meter hoch. Das Boot ist mit 27 Soldaten besetzt. Die U 34 hat Starnberg als Patenstadt, die U 33 Gotha, die U 32 Edenkoben und die U 31 Wittenberge. Mit einem Stimmenpatt lehnte der Gemeinderat von Meersburg die Übernahme der Patenschaft für das U-Boot 35 im Oktober 2009 ab. Deshalb kam Zweibrücken zum Zug. Oberbürgermeister Helmut Reichling hatte die Patenschaft schon 2005 angeboten. sf