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Zweibrücken stehen im Kampf gegen Corona harte Einschnitte bevor: Gauf appelliert an Bürger

Zweibrücken stehen harte Einschnitte bevor : Gauf appelliert an Vernunft der Bürger

Der Rosenstadt stehen drastische Einschnitte bevor: Viele Geschäfte schließen spätestens ab Mittwoch – auch das Fashion Outlet. Das öffentliche Leben wird stark eingeschränkt. Bürgermeister Christian Gauf hofft auf besonnenes Verhalten der Zweibrücker. Am Montag herrschte großer Andrang an der neuen Corona-Station am Nardini-Klinikum: 52 Leute ließen sich dort testen, der Großteil kam aus anderen Städten. Das DRK ließ das ausnahmsweise durchgehen.

Die Stadt Zweibrücken steht vor einer Einschränkung des öffentlichen Lebens, die für die Nachkriegszeit beispiellos ist. Harte Einschnitte wurden im Kampf gegen den Corona-Virus am Montag von der Bundesregierung in Absprache mit den Bundesländern getroffen, auch Rheinland-Pfalz führt diese drastischen Schritte ein (siehe auch Aufmacher Titelseite).

Am Montag schien es in der Rosenstadt so, als ob die Bürger vor diesen gewaltigen Veränderungen noch einmal Kraft tanken wollten. Der Wasserspielplatz „Stadt am Wasser“ war voll tobender Kinder, in den Straßencafés waren die wenigen Tische, die schon im Freien standen, rasch belegt.

Das wird sich jetzt alles ändern. Auch in Rheinland-Pfalz sollen Eltern ihre Kinder nicht mehr auf Spielplätze schicken, für die Gastronomie gibt es strenge Auflagen, Kirchenversammlungen werden verboten, viele Fachgeschäfte müssen schließen. Auch das Fashion Outlet in Zweibrücken wird spätestens am Mittwoch dicht gemacht, meldete die Nachrichtenagentur dpa.

„Am Montag schlossen bereits viele Geschäfte von US-Unternehmen wie Nike“, sagte der Zweibrücker Einzelhändler Bernd Neuhardt, der selbst im Outlet einen Laden betreibt. Nach seiner Einschätzung seien am Montag maximal halb so viele Kunden im Outlet gewesen wie an einem gewöhnlichen Montag.

Das öffentliche Leben wird drastisch zurückgefahren. Angesichts dessen hofft Zweibrückens Bürgermeister Christian Gauf (CDU) auf die Vernunft der Bürger. „Das Corona-Virus ist gefährlich. Es muss alles dafür getan werden, dass die Verbreitung abgebremst wird. Es ist mir ein großes Anliegen, dass die Zweibrücker den Ernst der Lage erkennen“, sagte er. „Ich appelliere an alle, nicht zu sorglos zu sein!“

Am Montag waren auch in Zweibrücken die Kitas und Schulen geschlossen, Gauf sagte, am Hofenfels-Gymnasium sei die dort eingerichtete Notbetreuung „kaum genutzt worden“, von den anderen Schulen hatte er am Abend noch keine Rückmeldung erhalten.

Die neu eingerichtete Corona-Station am Nardini-Klinikum nahm am Montag offiziell den Betrieb auf (bereits am Wochenende hatten sich dort rund 40 Leute nach Anweisung eines Arztes testen lassen, wir berichteten).

Stefan Mayer, Mitarbeiter des DRK, sagte auf Anfrage, der erste offizielle Tag sei bereits stark genutzt worden. Von 18 bis 20 Uhr stehen täglich in der Corona-Station Helfer bereit, Mayer berichtete: „Als wir um 17.30 Uhr eintrafen, hatte sich schon eine Schlange gebildet.“

Insgesamt 52 Personen ließen sich am Montag einen Abstrich machen. Dieser wird im Rachenraum und in der Nase vorgenommen. Erst muss der Betroffene seine Daten angeben, dann erfolgt der Abstrich durch einen Arzt. Rund sechs Minuten dauere das Prozedere, so Mayer.

Von den 52 Patienten sei der Großteil übrigens gar nicht aus Zweibrücken. Es seien Leute etwa aus Pirmasens oder St. Ingbert gekommen. Die meisten seien erschienen, weil sie in Risikogebieten waren. Der DRK-Mitarbeiter erklärte, am Montag hätten die Helfer ein Auge zugedrückt, aber ab Dienstag gelte: Es wird nur derjenige in der Corona-Station getestet, der in Zweibrücken wohnt oder seinen Hausarzt dort hat.

Mayer sagte, am Montag seien vorsichtshalber auch Kräfte von Polizei und Ordnungsamt vertreten gewesen, aber ein Einschreiten sei erfreulicherweise nicht erforderlich gewesen.