Attraktion für sportliche Radler? Erster Versuch scheiterte Neuer Vorstoß für Zweibrücker Bike-Park

Zweibrücken · Stadtrat verweist CDU-Antrag in den Bauausschuss. Wosnitza: Wir suchen bereits seit einiger Zeit geeignetes Gelände.

 Zwei Mountainbiker im „Trailcenter Rabenberg“ (Sachsen). Einen „Bike-Park“ mit verschieden schwierigen Bereichen beantragt jetzt die CDU auch für Zweibrücken. 2016 hatte der damalige Oberbürgermeister Kurt Pirmann (SPD) bereits ähnliche Pläne verfolgt, die aber scheiterten.

Zwei Mountainbiker im „Trailcenter Rabenberg“ (Sachsen). Einen „Bike-Park“ mit verschieden schwierigen Bereichen beantragt jetzt die CDU auch für Zweibrücken. 2016 hatte der damalige Oberbürgermeister Kurt Pirmann (SPD) bereits ähnliche Pläne verfolgt, die aber scheiterten.

Foto: picture alliance / dpa/Jan Woitas

Obwohl sich alle einige waren, dass ein „Bike-Park“ (Fahrradsportanlage) eine gute Idee ist, hat ein CDU-Antrag hierfür im Zweibrücker Stadtrat für erregte Diskussionen gesorgt. Am Ende stimmte ausgerechnet die CDU dagegen, weiter über den Antrag zu beraten.

Das alles mag auf den ersten Blick etwas rätselhaft klingen – hat aber jeweils nachvollziehbare Gründe.

Was ist geschehen? Die CDU beantragte, die Stadtverwaltung solle „in Zweibrücken ein für die Errichtung eines Bike-Parks passendes Gelände suchen“ und Fördermöglichkeiten prüfen. „Radsport liegt voll im Trend“, schrieb die CDU in der Antragsbegründung. Es sollten „Strecken und Hindernisse möglichst verschiedener Schwierigkeitsgrade angelegt werden – vom Kinderparcours über Technikbereiche bis hin zum Dirt-Bereich“ (Dirt = Schmutz, wildes Gelände). In dem Bike-Park soll man sowohl Mountainbike-Fahren lernen können als auch „anspruchsvoll trainieren“. Ziel sei zudem , „in Zweibrücken eine weiter touristische Attraktion zu schaffen und das vielfältige Freizeitangebot in der Natur zu erweitern“. Die CDU habe hierüber auch schon mit Bikern (Radlern), Bikepark-Betreibern und der Stadt gesprochen, berichtete der stellvertretende Fraktionschef Pascal Dahler. Man brauche eine etwa fußballfeldgroße Fläche.

Bei Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD) rannte die CDU damit offene Türen ein. Zu einem Bike-Park führe die Stadt bereits „sehr weit länger zurück“ liegende Gespräche, berichtete Wosnitza. Allerdings seien Ideen für einen Bike-Park im Zuge der (kurz bevorstehenden) Neugestaltung des Kleinen Exe sowie im Fasaneriewald „verworfen worden“. Die Stadt suche derzeit weiter nach einem passenden Gelände. Dies sei aber „sehr schwierig“, weil für Bike-Parks geeignete Flächen meist entweder Gewerbeflächen oder potenzielle Flächen für ökologische Ausgleichsgebiete seien.

Überlegt werde, ob man in den Breitwiesen einen Bike-Park anlegen könne, wo es 5000 Quadratmeter für eine früher einmal vorgesehene Kinderspielfläche gebe. Hier könne ein „Bike-Pumptrack“ (Anlage mit Wellen/Hügeln) möglich sein, wie auch von Bürgernah-Fraktionschef Dirk Schneider angeregt. Als Vorteil dieses Standorts sieht Wosnitza, dass nach dem bisherigen Fokus auf die Innenstadt es auch mal „dezentral“ eine neue Attraktion gäbe. Genauer Bericht erstatten über die Standort-Suche für einen Bike-Park könne die Verwaltung im nächsten oder übernächsten Bauausschuss.

Grünen-Fraktionschef Norbert Pohlmann begrüßte zwar die Idee hinter dem CDU-Antrag als „sehr gut“. Dieser sei aber auch „sehr dünn“ – weil er statt konkreter Vorschläge „nur ein paar Stichworte“ enthalte, und vor allem habe die Stadt schon 2016 nach einem geeigneten Gelände gesucht. Vergeblich, obwohl der damalige Oberbürgermeister Kurt Pirmann (SPD) „bekanntermaßen sehr hartnäckig bei der Umsetzung seiner Ideen war“.

Bürgernah-Chef Schneider forderrte eine Konkretisierung und Erweiterung des CDU-Antrags. Der Bike-Park auch für Rollstuhlfahrer Angebote bereithalten, so eine der vielen Anregungen Schneiders.

SPD-Fraktionschef Stéphane Moulin beantragte eine Verweisung in den Bauausschuss – dort könne die Verwaltung über ihre Aktivitäten berichten, und man könne beraten, ob es sinnvoll sei, erst ein Gelände oder erst ein Konzept festzulegen.

Die FDP-Fraktionsvorsitzende Ingrid Kaiser meinte: „Das steht und fällt mit dem Gelände, danach sollte sich der Charakter des Bikeparks richten.“ Kaiser plädierte ebenfalls für weitere Beratung im Bauausschuss.

CDU-Sprecher Dahler deutete vage an, auf dem VB-Vereinsgelände könnte es vielleicht eine Option geben. Und bedauerte, dass Antrags-Kritiker nun spekulierten, ein vorheriges Gesprächs- und Informationsangebot der CDU aber nicht wahrgenommen hätten. Klar sei für die CDU nach Gesprächen mit Experten wie vom Bike-Park Trippstadt: „Man braucht erst ein Gelände – dann kann man sich anschauen, was man damit anstellen kann.“

Dahler plädierte gegen eine Vertagung in den Bauausschuss – die CDU lege wert auf eine sofortige Zustimmung des Stadtrats zu ihrem Antrag, um dem Projekt kräftig Rückenwind zu geben.

Hierfür fand die CDU aber nur vereinzelte Unterstützer in anderen Fraktionen. Die große Rats-Mehrheit sah es offensichtlich wie Ingrid Kaiser: „Wir müssen eigentlich gar nicht über den Antrag der CDU abstimmen, dass die Verwaltung ein Gelände suchen soll – sie tut es ja schon.“

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort