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Zweibrücken: Schülervertreter sammeln Probleme

Treffen im Rathaus : Stadt-Schülervertreter sammeln Probleme

(nlg) Was bewegt die Schüler unserer Stadt? Wo liegen Probleme, was könnte oder sollte verbessert werden, damit der Schulalltag für alle gut oder noch besser ist?

Wie kann eine Problemlösung aussehen und vor allen Dingen angegangen werden? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigt sich seit der Woche vor Weihnachten die Zweibrücker Stadt-Schüler-Vertretung, die von keinen geringeren als von den Betroffenen selbst organisiert und abgehalten wird: den Schülern.

Bereits vor einigen Monaten wurde der Vorstand der Stadt-Schüler-Vertretung (SSV) gewählt, nun fand im Boulognezimmer des Zweibrücker Rathauses die erste Sitzung mit Tagesordnungspunkten statt. Neben den drei Vorsitzenden Dennis Magold, Robin Crauser und Lea Seebach, setzt sich die Stadt-Schüler-Vertretung aus Schülervertretern der Zweibrücker Schulen also dem Helmholtz-Gymnasium, dem Hofenfels-Gymnasium, der Canadaschule, der Mannlich-Realschule plus, der Herzog-Wolfgang-Realschule plus und der Berufsbildenden Schule zusammen.

Gemeinsam am großen Tisch begann nach einer Vorstellungsrunde die gemeinsame Arbeit: die Aufnahme von Problemen. Schnell kristallisierte sich heraus, dass diese an verschiedenen Schulen oft ähnlich aussehen. So ging es beispielsweise um hygienische Maßnahmen auf den Toiletten: gefordert werden Desinfektionsmittel, auch weil das Wasser kalt sei. Sehr unterschiedlich regeln Lehrer die Handynutzung: meist sind Smartphones ganz verboten in der Schule, manche Lehrer erlauben aber, im Unterreicht auch mal eine Information zu googeln, wenn man nicht mehr weiterweiß. Die SSV hätte gerne einheitliche Regelungen und fordert, in Freistunden die Handynutzung zu erlauben. Probleme gibt es an Zweibrücker Schulen oft auch mit der Mülltrennung oder der Ausstattung der Fachräume, die teilweise so schlecht sei, dass etwa Versuche im Fach Chemie nicht durchgeführt werden können.

Außerdem möchten sich die Schüler an einer Gegendemo im März beteiligen, wenn zeitgleich der Naziaufmarsch anlässlich der Bombardierung Zweibrückens 1945 erwartet wird. Dafür konnten sie noch während ihrer Sitzung den zwischenzeitlich neu eingeführten Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD) als Schirmherr gewinnen, der der Sitzung am Tag vor seiner Amtseinführung einen spontanen Besuch abstattete.

Die Treffen der Stadt-Schüler-Vertretung sollen künftig regelmäßig an wechselnden Orten stattfinden und hoffentlich etwas bewirken, wie Dennis Mangold und Robin Crauser finden. „Man kann viel mehr schaffen, wenn man zusammen arbeitet“, ist Dennis Mangold überzeugt. „Wir können als SSV die Interessen von allen Schulen einbringen und auf Ebene der Landes-SV einbringen“, erklärte Robin Crauser.

Ebenso ist Mobbing laut Dennis Mangold ein wichtiges Thema, das auch vor Zweibrücken nicht Halt mache: „Viele sagen, es gäbe nur noch Cybermobbing, aber das stimmt nicht. Es findet auch viel auf dem Schulhof statt.“ Die SSV will auch in dieser Sache die Augen öffnen sowie daran appellieren, Druck aus dem Schulsystem zu nehmen. Zum Beispiel durch das Sammeln von Creditpoints neben Klassenarbeiten. Oder der Abkehr vom sturen Auswendiglernen.