1. Pfälzischer Merkur
  2. Zweibrücken

Zweibrücken: Rathaus stellt wegen Sparvorgaben nicht mehr Wasserspender auf

Kostenlose Erfrischung : Kostenlose Erfrischung bleibt Ausnahme

Kommunen im Land wollen die Versorgung mit kostenlosem Trinkwasser im öffentlichen Raum ausweiten. In Zweibrücken ist dafür kein Geld da, erklärt Stadtsprecher Heinz Braun auf Anfrage unserer Zeitung. Doch werde man die bislang vorhandenen Quellen auch nicht versiegen lassen.

Eines muss man den Bayern lassen – sie bringen die Dinge meist auf den Punkt. „Durst ist schlimmer als Heimweh“, lautet ein Spruch, der im Hofbräuhaus in München an einer Wand prangt. Das ist wohl wahr. Gerade jetzt, wo Deutschland im Schwitzkasten steckt. Da brennt die Kehle rasch.

Und nicht jeder, der vielleicht gerade durch die Fußgängerzone bummelt, hat das nötige Kleingeld, um sich spontan einen Besuch im Straßencafé zu leisten oder um wenigstens in ein Geschäft zu springen und sich dort mit einem kühlenden Getränk zu versorgen.

Das haben mittlerweile einige Kommunen in Rheinland-Pfalz erkannt. Sie wollen die Versorgung mit kostenlosem Trinkwasser im öffentlichen Raum verbessern. Mehr Brunnen und Wasserspender sollen aufgestellt werden. Unter anderem planen Mainz, Koblenz, Trier oder Andernach, hier nachzurüsten.

Der vergangene Sommer mit seinen extrem hohen Temperaturen war für die Kommunen der Denkanstoß, wie diese in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur erklären.

Und wie ist die Lage in Zweibrücken?

„Die Stadt unterhält einen Wasserspender im Max1“, erklärt Stadtsprecher Heinz Braun auf Anfrage unserer Zeitung. Und dann seien auch einige Schulen mit Wasserspendern ausgestattet, bei den Gymnasien sei das auf jeden Fall so, da hätten die Stadtwerke diese Investition vorgenommen.

Es sei wegen der dauerhaft schwierigen Finanzsituation der Stadt aber nicht möglich, weitere solche Angebote zu schaffen, bedauert der Stadtsprecher. „Es reicht ja nicht, die Wasserspender aufzustellen.“ Es gebe Wasserspender, die seien ans Trinkwasser angeschlossen, andere würden mit Fünf-Liter-Wasserbomben bestückt, die müssten dann gewechselt werden; unabhängig davon, ob sie ans Trinkwasser angeschlossen oder mit einer Wasserbombe versehen seien – die Geräte müssten allesamt auch regelmäßig gereinigt und gewartet werden. „Das verursacht Personalkosten“, betont Braun.

Im Behördenzentrum Max1 herrsche die Besonderheit, dass hier oft größeres Publikumsaufkommen herrsche, das führe zu längeren Wartezeiten. Um diese – gerade im Hochsommer – nicht zu unangenehm werden zu lassen, habe sich die Stadt entschlossen, hier einen Wasserspender aufzustellen.

„Der wird auch gut angenommen“, bilanziert der Stadtsprecher über das Angebot im Max1, genaue Zahlen könne er aber nicht nennen.

Die Fontänen in der Fußgängerzone (eine steht in Höhe des Café Knauber) seien in Trinkwasserqualität, erklärt Braun. Beim Wasserspielfeld auf dem Alexanderplatz sei dies nicht der Fall. „Das ist kein Trinkwasser, aber Wasser, das recyclet ist, das hat eine gewisse Qualität.“

Aber mehr Wasserspender oder Brunnen seien in Zweibrücken nicht drin, das sei eine freiwillige Leistung, das würde die Aufsichtsbehörde in Trier nicht durchgehen lassen, sagt der Stadtsprecher.

Apropos Trier: In der Domstadt gibt es für die Bürger mehr kostenloses, erfrischendes Nass. Neun Schulen sind dort bereits mit Wasserspendern ausgestattet – und es sollen noch mehr werden, wie ein Sprecher der dpa mitteilte. Auch an weiteren öffentlichen Plätzen stehen Wasserspender. Die Stadt bezifferte die Kosten für die Anschaffung eines Wasserspenders auf rund 3000 Euro.

Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) hat dazu erklärt: „Die Wasserspender und öffentlichen Trinkbrunnen sind eine gesunde Lösung zum Durstlöschen und ein Beitrag zu Nachhaltigkeit und Umweltschutz.“

Trier gehört übrigens zu den Großstädten mit der höchsten Pro-Kopf-Verschuldung in Deutschland, die Stadt rechnet damit, dass sie in den Jahren 2019/2020 auf einem Gesamtschuldenberg von 900 Millionen Euro sitzen wird (Zweibrücken rückt immer näher an die Marke von 300 Millionen Euro langfristige Schulden).

In Mainz gibt es derzeit rund 60 öffentlichen Brunnen – allerdings habe nur ein einziger davon Trinkwasserqualität. Künftig könnten es aber mehr werden, hat die Stadt jüngst erklärt; zum Umdenken führte der vergangene Sommer.

Die Außenminister der EU haben sich im März 2019 darauf verständigt, Trinkwasser in Europa leichter verfügbar zu machen. Als ein entscheidender Schritt wurde dabei die Bereitstellung von mehr öffentlichen Trinkbrunnen und Wasserspendern genannt.