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Zweibrücken: Neue Post im Bahnhof sprengt alle Erwartungen

DRK-Chef: Prognose um das 2,5-fache übertroffen : Alle Erwartungen gesprengt

Das DRK zieht eine positive Bilanz seiner Projekte vom Bahnhof bis zum Minigolf-Platz.

Die Rahmenbedingungen für neue Projekte in der Stadt Zweibrücken sind denkbar schwierig. Seit fast zweieinhalb Monaten herrscht Lockdown, die Bürger sitzen überwiegend zuhause auf der Couch – wie soll sich da ein neues Angebot, eine neue Dienstleistung behaupten?

Nun, mit solch trüben Ansichten ist man zumindest mit Blick auf die neuen Service-Angebote im Bahnhof schief gewickelt. Denn die Post und die Mobilitätszentrale dort haben sich bereits kurz nach dem Start gemausert, freut sich Hans Prager. Der Chef des DRK-Kreisverbandes Südwestpfalz ist in hohem Maße zufrieden mit dem Zuspruch der Bürger.

Das DRK betreibt im Auftrag der Post die neue Post-Zweigstelle im Bahnhof, im Auftrag des VRN (Verkehrsverbund Rhein-Neckar) zeichnen die Rotkreuzler zudem für die neue Mobilitätszentrale verantwortlich.

Am 20. Oktober wurden diese beiden Einrichtungen feierlich eingeweiht – gerade einmal knapp zwei Wochen vor dem zweiten Lockdown.

Dennoch habe sich die Post behauptet, bilanziert Prager. „Die Post und wir vom DRK sind überrascht von der starken Nachfrage durch die Bürger. Unsere Erwartungen wurden bislang weit übertroffen“, sagt der DRK-Chef. Und merkt an: „Die Prognosen der Post wurden um fast 250 Prozent übertroffen!“

Auch die Mobilitätszentrale entwickele sich. Seit 16. Dezember würden hier neben Beratung und Info zum Angebot des VRN auch Fahrkarten verkauft. Aber das Potenzial an Fahrkarten sei halt nicht so hoch. Zugegebenermaßen spiele sich am Bahnhof einfach nicht allzuviel Zugverkehr ab, hier blicke man aber hoffnungsvoll auf die geplante Reaktivierung der S-Bahn.

Auch die beiden Kiosks im Bahnhof würden trotz Corona in Anspruch genommen. Aber natürlich sei der Umsatz im Lockdown um einiges niedriger. „Wir haben coronabedingt masive Einbußen, das ist leider so“, stellt Prager fest. Der kleine Kiosk in der Bahnhof-Eingangshalle verkauft Süßigkeiten und Zeitschriften, der größere Kiosk, getauft auf „Bummelzug“, bietet Backwaren, Sandwiches und Heißgetränke.

„Es ist halt schade, dass sich derzeit niemand auf die Bänke am ,Bummelzug’ setzen darf“, bedauert der DRK-Chef. Im Lockdown sei das nicht erlaubt. Das DRK habe im Herbst noch geplant, etwa Sportvereine in der Stadt mit Artikeln des „Bummelzuges“ zu beliefern – aber Corona habe dem aktuell einen Riegel vorgeschoben.

Trotzdem zieht Prager eine insgesamt positive Bilanz. Die Post sei ein starker Magnet, „das liegt sicher auch an den guten Parkmöglichkeiten, anders als an der Hauptpost in der Rosengartenstraße“, erklärt er.

Sicher, er habe rund um die Weihnachtszeit beobachtet, dass trotz des neuen Angebotes im Bahnhof viele Bürger mit ihren Autos weiterhin in die enge Rosengartenstraße drängten. „Das neue Angebot im Bahnhof muss sich halt erst noch in den Köpfen festsetzen“, weiß Prager. Aber die Anfänge seien vielversprechend. Und dass die eigene Prognose der Post in Sachen Bahnhof derart übertroffen worden sei, spreche für sich.

Im Bereich der Mobiltätszentrale werden laut Prager insgesamt acht Mitarbeiter in verschiedenen Schichten eingesetzt, im Bummelzug sind es sieben Kräfte.

In diesen Einrichtungen setzt das DRK Mitarbeiter ein, die sich etwas schwer tun, auf dem klassischen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, das Angebot im Bahnhof hat folglich auch Inklusions-Charakter.

Das gilt auch für den Kiosk im Contwiger Freibad, der ebenfalls vom DRK betrieben wird. Hier hat Prager allerdings keine guten Nachrichten zu verkünden: „Grottenschlecht“ sei das vergangene Jahr dort gelaufen, muss er einräumen.

Grund: Corona. Das Freibad war teilweise geschlossen. „Und wenn geöffnet werden durfte, waren maximal 250 Badegäste erlaubt. Für einen vernünftigen Kioskbetrieb waren das keine guten Bedingungen.“

Aber dafür kann Prager wieder strahlen, wenn er auf die Schließ blickt. Denn auch dort sind die umtriebigen Rotkreuzler engagiert und betreiben den Minigolf-Platz – und bald auch schon den Tretboot-Verleih gegenüber, der seine Renaissance erleben soll.

„Die Minigolf-Anlage ist megagut gelaufen“, strahlt der DRK’ler. Der von der Gewobau frisch sanierte Parcours habe für großes Interesse bei den Bürgern gesorgt. Prager: „In den wenigen Monaten, in denen wir coronabedingt öffnen durften, haben wir die Gästezahl bekommen, die wir eigentlich für das ganze Jahr eingeplant hatten.“ Gerade einmal von Mitte Juli bis Ende September lief die Saison 2020 – und in dieser kurzen Zeit zählten die Mitarbeiter des DRK 2491 Erwachsene plus 1167 Kinder. „Ein starkes Ergebnis. Und wir haben von unseren Besuchern jede Menge positive Rückmeldungen erhalten, es gab viel Lob für die modernisierte Anlage.“

Wegen Corona habe man im vergangenen Jahr auf eine ordentliche Eröffnungsfeier verzichten müssen. „Das holen wir dieses Jahr nach“, verspricht Prager.

Im April soll die Anlage an der Schließ eröffnet werden – und bis zirka Mitte Oktober geöffnet bleiben.

„Dann auch mit Tretboot-Verleih“, betont Prager.

Nach vielen Jahren Pause soll dieser Verleih 2021 wieder starten, sobald die Temperaturen passen. Momentan liefen noch die Vorbereitungen. „Wir starten mit drei Tretbooten“, sagt Prager. Besonderheit: Eines der Boote soll auch für Rollstuhlfahrer nutzbar sein. „Wir sind ja Inklusionsbetrieb“, betont der DRK-Chef.

Die städtischen Töchter Gewobau und UBZ sowie Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD) hätten zugesagt, sich um die Anschaffung der Boote für den Start zu kümmern.

Minigolfen, Tretboot fahren (und das Wirtshaus an der Schließ besuchen) – es gibt also einige Gründe für die Zweibrücker, sich auf die wärmere Jahreszeit zu freuen. Prager heitz die Vorfreude weiter an: „Gemeinsam mit der Kimmle-Stiftung wolen wir im Sommer ein Konzert an der Schließ organisieren. Und im Herbst planen wir eine besondere Minigolf-Aktion zu ,Halloween’: nämlich Minigolf in den Abendstunden. Das wollten wir 2020 schon machen - aber da kam uns Corona dazwischen.“