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Zweibrücken: Lockdown gibt Cap-Markt in der Hallplatz-Galerie Rückenwind

Vertrag bis Ende 2023 wird wohl erfüllt : Lockdown gibt Cap-Markt Rückenwind

Die Einkaufsadresse profitiert – wie die meisten Supermärkte – von der Pandemie. Verlängerung des Mietvertrags über 2023 hinaus sowie Investitionen in Cap-Markt sollen aber nur erfolgen, wenn Hallplatz-Galerie an Attraktivität gewinnt.

Es ist Krisenzeit. Viele darben im Lockdown. Doch gibt es auch Akteure, die von der Pandemie profitieren. Der Online-Handel etwa brummt. Auch der Lebensmittel-Einzelhandel konnte sich im vergangenen Jahr vielfach über stärkere Umsätze freuen.

Umso erfreulicher, wenn ein Unternehmen, das sich soziale Belange auf die Fahnen geschrieben hat, ebenfalls über ein Plus freuen darf – nämlich der Cap-Markt in der Hallplatz-Galerie.

Die Macher dieses Marktes geben Menschen mit Beeinträchtigung die Chance, sich im Berufsleben zu verwirklichen. Hinter dem Cap-Markt steht die Kimmle-Stiftung; deren hundertprozentige Tochter Pirminius-Werk, eine gemeinnützige GmbH, betreibt den Cap-Markt (sowie das Bistro Capino und den Capito-Store am Hallplatz).

Markus Matheis ist Geschäftsführer der Pirminius-Werk, er erklärt auf Anfrage unserer Zeitung, dass man ordentlich Rückenwind in Zeiten der Pandemie spüre.

„Es läuft gut, wir sind zufrieden. Wie alle Lebensmittelmärkte können auch wir von der Entwicklung profitieren“, freut er sich.

In den vergangenen Jahren waren hingegen eher Sorgenfalten im Cap-Markt angesagt: Die Befürchtung war groß, sich nicht gegenüber dem neuen Netto-Markt am Busbahnhof behaupten zu können, da dieser eine andere Preispolitik betreibe; die Kimmle-Stiftung dachte mehrfach laut darüber nach, das Engagement in der Hallplatz-Galerie zu beenden – womit (neben C&A) einer der beiden Anker-Mieter diese Adresse verlassen hätte.

Doch es kam anders: Der Cap-Markt verspürte zuletzt bereits, dass die Geschäfte anziehen und verlängerte den Mietvertrag mit dem neuen Verwalter der Galerie, der Immobilienverwaltung Jurag in Berlin um fünf Jahre auf Ende 2023 (wir berichteten). Vorsichtshalber ließ sich die Kimmle-Stiftung ein Sonderkündigungsrecht zubilligen.

Doch nun sind viele Sorgenfalten geglättet: „Wir hätten zwar das Sonderkündigungsrecht – aber wir gehen davon aus, dass wir den Vertrag erfüllen“, sagt der Geschäftsführer der Kimmle-Tochter Pirminius-Werk.

Und wie sieht es darüber hinaus aus? Über das Jahr 2023? Hier wird Matheis etwas vorsichtiger: „Wir müssten bis dahin schon etwas in unseren Markt investieren, wir bräuchten beispielsweise eine neue Theke.“ Aber das koste alles viel Geld. Über 2023 hinaus sich engagieren und dieses Geld in die Hand nehmen wolle man nur, wenn bis dahin in der Hallplatz-Galerie neue Impulse gesetzt seien.

Matheis: „Es wäre wichtig, Leerstände zu beseitigen, wir bräuchten mehr Frequenz.“ Der Geschäftsführer billigt Jurag aber zu, dass man dort das Pech gehabt habe, ausgerechnet kurz vor der Pandemie die Verwaltung zu übernehmen, es sei aktuell natürlich schwer, neue Mieter zu finden. Allerdings müsste sich bis 2023 schon etwas tun, merkt Matheis an.

Aktuell finden in den drei Einrichtungen Cap-Markt, Capino und Capito-Store insgesamt 25 Menschen Arbeit; im Cap-Markt sind es 15, im Capino sechs und im Capito-Store vier, von den 25 Beschäftigten haben laut Matheis zwölf eine Beeinträchtigung.

Bei Jurag wird für die Forderung von Matheis Verständnis gezeigt. Gerd Matern, der bei Jurag für die Hallplatz-Galerie zuständig ist, macht ebenfalls auf die Schwierigkeiten, die die Pandemie mit sich bringt, aufmerksam.

„Wir haben unsere ursprünglichen Pläne aber nicht aus den Augen verloren“, sagt Matern auf Anfrage. Matern hatte im Juli 2020 bei einem Rundgang mit dem Merkur verschiedene Ziele genannt: So müsse der Snack-Bereich in der Galerie aufgewertet werden, im Außenbereich (ehemals Takko) sei ein Biergarten angestrebt (neben dem Eiscafé). Dies verfolge man weiter, sobald der Lockdown gelockert wird. „Aktuell sind wir zudem mit zwei Betreibern von Fitness-Studios in Gesprächen, um den Leerstand im Obergeschoss zu füllen“, nennt Matern ein weiteres Ziel.