Zweibrücken kunstvoll Ein Hauch von Montmartre in der Fußgängerzone

Zweibrücken · „Zweibrücken kunstvoll“: Gelungene Aktion mit 30 Künstlerinnen und Künstlern am Samstag quer durch die Innenstadt.

 Herb Keßler aus Hermersberg malte vor Ort ein Bild der Zweibrücker Kulisse, während die Menschen in der Innenstadt flanierten und Monsieur Hubert mit seinem Akkordeon durch die Fußgängerzone zog.

Herb Keßler aus Hermersberg malte vor Ort ein Bild der Zweibrücker Kulisse, während die Menschen in der Innenstadt flanierten und Monsieur Hubert mit seinem Akkordeon durch die Fußgängerzone zog.

Foto: Nadine Lang

Zugegeben, Zweibrücken ist nicht mal annähernd Paris und die Innenstadt nicht das Künstlerviertel Montmartre, aber die Aktion „Zweibrücken kunstvoll“, die am Samstag quer durch die Innenstadt veranstaltet wurde, hat dennoch einen besonderen Charme.

Und das wussten auch die vielen Besucher, die der Einladung, Künstler vor Ort kennenzulernen oder sogar bei der Arbeit beobachten zu können, folgten. Knapp 30 Künstler aus der gesamten Region waren nach Zweibrücken gekommen. Ausgestellt wurde in der Fußgängerzone die gesamte Bandbreite an Kunst, von Gemälden, Plakaten, Fotografien bis hin zu Keramik, Holzarbeiten, Grußkarten oder handgefertigten Lesezeichen war alles dabei.

Veranstalter der Aktion, die nach zwei Jahren Corona-Zwangspause erstmals wieder stattfand, waren Birgit Neuhardt von Mode Franck, Stadtmarketing und Gemeinsamhandel.

Am Maltisch von Anja Graser konnten auch Kinder oder erwachsene Kinder beim Anmalen von Gussfiguren künstlerisch aktiv werden. Kunst lebt aber nicht nur vom Ergebnis an sich, sondern auch vom Austausch zwischen Künstler und Betrachter und besonders das machte „Zweibrücken kunstvoll“ auch so interessant. Viele Menschen im Gespräch mit Künstlern, die gerne etwas über die Entstehung ihrer Werke erzählten. Unter den Ausstellern war auch Herb Keßler, der an seiner Leinwand vor Ort ein Bild der Zweibrücker Fußgängerzone entstehen ließ. Seit der Schulzeit begeistert der sich bereits für die Malerei, dann kam die Zeit als Banker, in der das Malen ruhte und nun, seit 20 Jahren, malt er jeden Tag ein Bild. „Es sind jetzt so 6000 Bilder geworden“, berichtet der in Hermersberg wohnende, der am liebsten Motive von dort malt, wo er gerade ist. Das ist häufig der Pfälzerwald mit Burgen und Landschaften oder wie an diesem Samstag eben Motive aus der Rosenstadt.

Ein paar Stände weiter ein anderer Künstler aus Bexbach, der neben seiner Arbeit als Ergotherapeut mit seinen Werken in ganz Deutschland aber auch in Europa unterwegs ist. „Ich will eine Botschaft in die Welt hinaustransportieren aber auch zum Nachdenken anregen“, erklärt Frank Scheidhauer, der unter anderem gesprayte Plakate mit für ihn wichtigen Sprüchen ausstellte, etwa im Hinblick auf das zeitaktuelle Thema Krieg. Aber auch gelaserte Figuren aus Stahl fanden sich an seinem Stand, die ebenfalls nicht einfach nur Figuren waren, sondern ihre eigene Geschichte von Selbsteingrenzung und Selbstbefreiung erzählten. Kunst eben, in allen Formen.

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