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Zweibrücken: Kita Heilig Kreuz wird für fast 400 000 Euro modernisiert

Land trägt 90 Prozent der Kosten : Kita Heilig Kreuz in Zweibrücken wird für 400 000 Euro modernisiert

Die Küche soll künftig allen Kindern warmes Mittagessen anbieten können. Rheinland-Pfalz fördert das Projekt mit 90 Prozent.

Das „Kita-Zukunftsgesetz“ des Landes stellt die Kindertagesstätten in Rheinland-Pfalz vor manche Herausforderung. Ein wichtiger Aspekt ist die Verpflegung der Kinder. Das Gesetz, das seit 1. Juli 2021 gilt, stellt klar, dass die zu betreuenden Kinder, die länger vor Ort betreut werden, Anspruch auf ein Mittagessen haben.

Diese Verpflichtung greift zwar endgültig erst ab 2028 – aber die Kindergärten landauf, landab beginnen bereits vielfach damit, sich auf die neuen Erfordernisse einzustellen.

Auch in Zweibrücken hat die Stadtverwaltung dieses Thema im Blick. Im Jugendhilfeausschuss ging es jetzt um Umbaumaßnahmen in gleich mehreren Einrichtungen. Die finanziell gewichtigsten Arbeiten sind dabei in der katholischen Kita Heilig Kreuz durchzuführen, wie Bürgermeister und Sozialdezernent Christian Gauf (CDU) aufmerksam machte. Hier werden insgesamt fast 400 000 Euro in die Hand genommen, um die Kita zukunftsfähig zu machen. Den Löwenanteil (90 Prozent) übernimmt das Land, die Stadt knapp 26 000 Euro. Es sind zwei Baumaßnahmen vorgesehen: ein Küchenanbau, der den Großteil der Investition beanspruchen wird, sowie ein Außengerätehaus.

Gauf rekapitulierte: Bei gemeinsamen Begehungen mit dem Landesjugendamt sei festgestellt worden, dass die Küche der Kita Heilig Kreuz nicht ausreichend dimensioniert ist, um die künftige Forderung nach einem warmen Mittagessen für alle zu erfüllen. Es liege ferner die Stellungnahme der für Lebensmittelüberwachung zuständigen Stelle vor, wonach die Kapazität der vorhandenen Küche mit der Verpflegung von 36 Kindern ausgereizt sei (aktuell wird das Essen von einem Lieferanten gebracht). Doch bereits jetzt werden in der Kita 85 Kinder betreut.

Erfreulicherweise habe die Landesregierung ein Sonder-Förderungsprogramm aufgelegt. „Dieses fördert die Maßnahmen mit bis zu 90 Prozent der Kosten“, erklärte Gauf. Da die Förderung bald auslaufe und offen sei, ob ein Anschlussprogramm komme, sei es ratsam, nun alle Baumaßnahmen auf den Weg zu bringen. „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt“, betonte Gauf.

Die bestehenden Räumlichkeiten in der Kita seien zu eng dimensioniert, um eine Kochküche mit Vorratsraum inklusive Umkleide für das Küchenpersonal plus Toiletten unterzubringen. Ein Erweiterungsbau sei daher erforderlich.

Unter Zuhilfenahme des Stadtbauamtes sei geklärt worden, dass eine Erweiterung auf der Nordseite der Kita (in Richtung Rosengartenstraße) möglich sei – unter der Auflage einer „ansprechenden Gestaltung“.

Die Pläne sehen eine „längsorientierte Wand zur Straße hin vor, die mit einer hochwertigen horizontal ausgerichteten Holzbekleidung versehen wird“, erläuterte die Stadt in den Jugendhilfeausschuss-Sitzungsunterlagen. Ferner heißt es mit Blick auf den rund 300 Meter entfernten Eingang zum Rosengarten: „Damit korrespondiert der Erweiterungsanbau“ mit dem Eingang zu dem Park; der weise dieselben „Gestaltungsmerkmale“ auf. Ähnliche Optik bei den Eingängen zum Kindergarten-Anbau und zum Rosengarten: Das soll auch dadurch unterstrichen werden, dass die Seitenwände des  geplanten Neubaus „komplett mit einer hochwertigen Aluminium-Pfosten-Riegel-Fassade ausgestattet“ werden.

Wie erwähnt soll zusätzlich zu dem Neubau noch ein neuer Außengeräteraum entstehen; denn ein bereits auf dem Kita-Gelände vorhandener werde zur Ausgabeküche umgebaut, ferner sollen dort die Küchenwagen untergebracht werden. Der neu zu bauende Außengeräteraum soll an der Südwestecke des Gebäudes in Fertigbauweise entstehen.

Gauf schlüsselte die Gesamtkosten auf. Küchenanbau: Hier betragen die Gesamtkosten 378 515 Euro; der Landeszuschuss beträgt 340 664, der Zuschuss der Stadt 19 852 Euro, die Kirche als Kita-Träger zahlt 18 000 Euro. Das Außengerätehaus ist mit 11 900 Euro veranschlagt; dieses wird vom Land nicht gefördert, Stadt und Kirche teilen die Kosten je zur Hälfte auf.

Aufgrund der hohen Förderung durch das Land votierte der Ausschuss einstimmig dafür, dass sich die Stadt mit insgesamt 25 802 Euro an dem Projekt beteiligt; das abschließende Wort darüber hat der Stadtrat in seiner Sitzung am nächsten Mittwoch.