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Zweibrücken: Jeder zehnte bei Tadano Entlassene kommt bislang bei John Deere unter

Bislang von 392 Entlassenen 38 übernommen : Nach Stellenabbau bei Tadano:Jeder Zehnte bei John Deere

John Deere wird zum Hoffnungsträger für frühere Mitarbeiter von Tadano: Von 392 Beschäftigten, die dort gehen mussten, konnten bislang 38 zu John Deere wechseln.­

Es ist ein Lichtblick in einer schweren Krise. Tadano trennte sich im Zuge eines Insolvenzschutzverfahrens von insgesamt 392 Beschäftigen. Ein Schlag für die Betroffenen – wie auch für die Rosenstadt, denn der Kranbauer ist dort der größte Arbeitgeber.

Was viele nicht erwartet hätten: Der zweitgrößte Arbeitgeber Zweibrückens, der Landmaschinen-Hersteller John Deere, entwickelt sich nun zum Hoffnungssträger für einige der vom Jobabbau bei Tadano Betroffenen.

Wie Marc Möller, Freigestellter Betriebsrat und Vorsitzender der Vertrauensleute von John Deere Zweibrücken, am Mittwoch auf Anfrage unserer Zeitung erklärte, hat John Deere bislang 38 ehemaligen Tadano-Mitarbeitern eine neue Perspektive geboten. Möller sagte, diese Entwicklung sei „dem guten Netzwerk unter den Betriebsräten von Tadano und John Deere und der IG Metall Homburg-Saarpfalz“ zu verdanken. Und auch die beiden Personalchefs von Tadano und John Deere hätten eng zusammengearbeitet, um zu helfen, dass zumindest ein Teil der bei Tadano Gekündigten wieder in Lohn und Brot komme.

Möller sagte, die 38 Ex-Tadano-Mitarbeiter würden seit Anfang Februar bei John Deere in Zweibrücken als Schweißer, Schlosser, Anlagenbediener, Verpacker oder Qualitätsprüfer beschäftigt.

Es gebe bei John Deere einen Ergänzungstarifvertrag für Leiharbeitnehmer, dieser sehe vor, dass die Leiharbeitnehmer den regulär bei John Deere Beschäftigten gleich gestellt sind bezüglich Entgelt inklusive Sonderzahlungen und betrieblicher Erfolgsprämie.

„Der größte Teil der Kollegen hat vorerst eine Beschäftigung für sechs Monate erhalten“, sagte Möller. „Diejenigen, die in die Transfergesellschaft gewechselt sind, bekommen für jeden Monat, in dem sie nicht in der Transfergesellschaft geführt werden und einer Beschäftigung nachgehen, 500 Euro von der Transfergesellschaft ausbezahlt.“

Peter Vollmar, zweiter Bevollmächtiger der IG Metall Homburg-Saarpfalz, sagte auf Anfrage, auch er begrüße die Entwicklung. Es sei erfreulich, dass John Deere zumindest für bislang rund zehn Prozent der bei Tadano Entlassenen zum Hoffnungsträger avanciert sei.

Diese Entwicklung zeige auch, dass das Geschäft bei John Deere floriere; zudem seien diese 38 wohl nicht die einzigen neuen Kräfte. Umso unverständlicher daher, dass die IG Metall am Freitag dort sowie bei Pallmann zu Warnstreiks aufrufen müsse.