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Zweibrücken: Infoabend zu Glasfaser, UGG, Festhalle

Infoabend in der Festhalle stark besucht : Glasfaser — „eine Technik für die nächsten 100 Jahre“

Das Unternehmen „Unsere Grüne Glasfaser“ stellt in der Festhalle Projekt vor. Jeder Haushalt in Zweibrücken kann sich anschließen lassen. Unternehmen und Oberbürgermeister betonen die Bedeutung der Glasfaser-Technik für die Zukunft.

Das Unternehmen UGG (Unsere Grüne Glasfaser) hat mit der Stadt vereinbart, allen interessierten Haushalten die hochmoderne Glasfaser-Technologie zur Verfügung zu stellen (wir berichteten). Ein Infoabend der UGG in der Festhalle stieß auf großes Interesse: Rund 150 Bürger fanden sich ein und hatten Fragen, via Chat waren weitere Bürger zugeschaltet. Hier wichtige Aspekte auf einen Blick.

 

Was bringt die Glasfaser-Technik? Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD) betonte in der Festhalle in seiner Ansprache die Bedeutung der Glasfaser für die Attraktivität des Stand- und Wohnortes Zweibrücken. Matthias Nass, Vertreter der UGG, erläuterte im Anschluss Details. Die neue Technik sei nicht zu schlagen. Surfen im Internet, Herunterladen von Dateien, Streaming-Abende mit der Familie, Heim-Arbeit und Heim-Unterricht: Glasfaser garantierte die beste, stabilste Verbindung. Nass stapelte nicht tief und erklärte, die Glasfaser-Technik sei „für die nächsten 100 Jahre und wohl darüber hinaus“ das Maß aller Dinge. Nass sagte, ein Anschluss an die Glasfaser werte grundsätzlich die Immobilie auf. Aktuell biete man Tarife mit bis zu 1 Gigabyte pro Sekunde für das Herunterladen von Dateien. Er machte einen Vergleich: Wer einen Spielfilm in HD-Auflösung mit einer Datenmenge von 8 Gigabyte herunterladen wolle, benötige bei einem Kupferkabel-Anschluss eine Stunde und 16 Sekunden – verfüge er über Glasfaser, schrumpfe der Download auf eine Minute und 4 Sekunden.

 

Wann soll es losgehen? 

UGG hat im Oktober der Stadt gegenüber eine Absichtserklärung abgegeben, in den nächsten drei Jahren Zweibrücken inklusive der Vororte an das Glasfasernetz anzuschließen (wir berichteten); aktuell suche man nach einem Standort für die Technik-Zentrale in Zweibrücken, diese habe die Größe einer Fertiggarage. Von dort aus würden jeweils zwei Glasfasern in jeden interessierten Haushalt gelegt. Eine Glasfaser für die eigentliche Verbindung, eine zweite für die Reserve. Das Glasfaser-Netz in der Stadt wird mehrere hundert Kilometer Länge umfassen, die Leitungen werden in einer Tiefe von 45 Zentimetern verlegt. „Minimal-invasiv“, also so schonend wie möglich, soll der Einbau erfolgen. An manchen Stellen werde es erforderlich sein, tiefer als besagte 45 Zentimeter zu graben. Der Einbau erfolge schnell, sagte Nass. Die Regel sei: „Morgens verlegen wir, abends ist zu. In anderen Städten haben die Bürger diese Arbeiten teilweise gar nicht mitbekommen. Sie gingen morgens auf die Arbeit – und wenn sie zurückkamen, war alles schon fertig.“ Es werde „überall dort verlegt, wo ein Gehweg ist“. Fakt sei aber auch: An irgendeiner Stelle im Haus muss ein Loch gebohrt werden für die Glasfasern. „Vor der Verlegung kommt ein Techniker und bespricht mit dem Eigentümer die Verlegewege.“

Gibt es eine Kunden-Mindestzahl?

Nein. UGG ist bereits in der Planungsphase. Es gibt laut Nass keine „Vorab-Vermarktung“. Egal, wie viele Kunden einen Vertrag abschließen – es wird gebaut und verlegt.

Kann jeder interessierte Bürger mit der UGG einen Vertrag abschließen?

Nein. Nur die Eigentümer der betroffenen Immobilien sind hierzu berechtigt. Die Eigentümer müssen hierzu auch eine GEE (Grundstücks-Eigentümer-Erklärung) unterschrieben, dass UGG die Kabel auf dem Grundstück verlegen darf. Der UGG-Vertreter sagte, Mieter sollten aber davon ausgehen können, dass ihr Vermieter grundsätzlich Interesse an dem Glasfaser-Anschluss haben dürfte. Alleine schon deshalb, weil seine Immobilie dadurch auch für künftige Mieter dadurch attraktiver werde.

Wer genau ist die UGG?

 Etwa 150 Zweibrücker waren zur Zweibrücker Glasfaser-Info-Veranstaltung gekommen.
Etwa 150 Zweibrücker waren zur Zweibrücker Glasfaser-Info-Veranstaltung gekommen. Foto: Mathias Schneck

Die UGG ist als Zusammenschluss der beiden Unternehmen Telefónica und Allianz im Jahr 2020 entstanden.