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Zweibrücken: Impfzentrum impft erste Bürger, große Aktion im Awo-Heim

Impfungen im Ex-City-Outlet und im Awo-Heim : Die Zweibrücker Impfwelle gerät in Fahrt

Im Zweibrücker Impfzentrum gab es am Dienstag die ersten Impfungen. Am Montag war das Awo-Heim an der Reihe, am Mittwoch folgt das Haus Sarepta in Contwig.

Jetzt kommt die Impfwelle in Zweibrücken ins Rollen. Das Impfzentrum im ehemaligen City-Outlet hat am Dienstag – bevor am morgen offiziell der Betrieb startet – bereits erste Personen aus dem Bereich der Gesundheitspflege geimpft. Und das Awo-Heim am Rosengarten hat am Montagnachmittag über 200 Senioren und Mitarbeiter geimpft. Das Haus Sarepta in Contwig ist diesen Mittwoch an der Reihe.

Damit wären dann alle vier Senioreneinrichtungen im Zuständigkeitsbereich des mobilen Impfteams in Zweibrücken, das vom DRK geleitet wird, zumindest fürs Erste versorgt. Denn das Wichernhaus in Zweibrücken und das DRK-Gästehaus in Mörsbach, die sehr rasch mit den entsprechenden Vorbereitungen fertig waren, kamen bereits zum Impfauftakt am 29. und 30. Dezember zum Zuge (wir berichteten).

Mancher Passant mag sich am Dienstag darüber gewundert haben, dass im Impfzentrum am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) bereits Geschäftigkeit herrschte – wo doch der Startschuss dort offiziell erst am morgigen Donnerstag fallen soll. Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD) klärte auf: Im Impfzentrum wurden 30 Mitarbeiter des Nardini-Klinikums geimpft (alle aus der dortigen Corona-Station), ferner zehn Mitarbeiter des Impfzentrums, weil diese in direktem Kontakt mit den zu Impfenden stehen werden. Bei allen am Dienstag im Impfzentrum Geimpften handele es sich um sogenannte Personen der Kategorie 1, bei denen der Impfschutz bundesweit als höchst dringlich angesehen wird. Die übrigen rund 70 Mitarbeiter dieser Kategorie aus dem Nardini-Klinikum würden zeitnah geimpft, sagte der Oberbürgermeister.

Bei der Aktion im Impfzentrum kamen erstmals auch die beiden hierfür abgestellten Bundeswehr-Soldaten zum Einsatz, diese hätten die Helfer unterstützt. „Im Hause Sarepta werden die beiden dann auch im Einsatz sein“, ergänzte Wosnitza.

Es wird also kräftig angepackt, helfende Hände gibt es reichlich. Und das ist auch notwendig, denn der Aufwand für die Impfungen ist enorm. Und der Andrang groß. Als am Montag die Terminvergabe für Impfungen in den Impfzentren startete, war die Nachfrage derart groß, dass stellenweise kein Durchkommen für die Bürger war. Bis 14 Uhr wurden laut Gesundheitsministerium insgesamt 28 000 Termine für die 31 Impfzentren im Land registriert.

„Gegen Abend ging es dann“, sagte Wosnitza. „Ich habe meine Mutter für einen Impftermin angemeldet und kam abends relativ gut durch.“

Die vom Land freigeschaltete Internetseite www.impftermin.rlp.de sei enorm in Anspruch genommen worden, erklärte Zweibrückens Impfkoordinator Matthias Freyler. „In der Zeit von acht bis 14 Uhr gab es 3,2 Millionen Aufrufe dieser Internetseite. Alleine in der Zeit zwischen acht und neun Uhr wurden 1,2 Millionen Aufrufe gezählt.“

Für das Impfzentrum wurden bereits Termine für 7. Januar und folgende Tage vereinbart, so Freyler. „Für Donnerstag sind es 69 Termine und für Freitag 57 Termine.“ Damit seien diese Tage bereits ausgebucht. Ebenso ausgebucht sei der Montag, 11. Januar, für Dienstag, 12. Januar geben es noch vereinzelt Kapazitäten.

Nun sind rund 60 Termine am Tag für das Impfzentrum eigentlich keine allzu hohe Zahl – die Kapazitäten sind auf bis zu 400 Impfungen am Tag ausgelegt (wir berichteten).

Aber, so erklärt Freyler: Man könne nur so viel Termine vergeben, wie man Rückgriff auf Impfstoff habe. Und der ist bekanntermaßen aktuell noch Mangelware in der Republik. Die Rosenstadt bekomme hierfür aktuell ein Kontingent von 300 Impfdosen pro Woche. Da von Montag bis Freitag geimpft wird, macht das im Schnitt 60 Impfungen am Tag (wobei es an einem Tag etwas mehr, an einem anderen etwas weniger sein können). Daher seien die ersten Tage bereits ausgebucht. Aber eine neue Lieferung erfolge schon am Freitag, sagte Freyler.

Zurück zum Awo-Heim am Rosengarten: Hier war bereits am Montag reges Impfen angesagt. 225 Personen hätten dort nachmittags das Vakzin erhalten: 128 Bewohner plus 97 Mitarbeiter. Die Impfquote liege bei den Bewohnern bei über 90 Prozent, bei den Mitarbeitern betrage sie über 60 Prozent, bilanzierte Heimleiterin Andrea Schantz.

Eine Krankenschwester hält eine Flasche mit dem Impfstoff von Pfizer-Biontech gegen das Corona-Virus in der Hand. Foto: dpa/Soeren Stache

Sie zollte den Mitarbeitern in ihrem Haus und dem Impfteam unter der Leitung von Dr. Christoph Gensch und DRK-Chef Hans Prager „großen Respekt für die hohe Motivation und das große Engagement.“ Schantz sagte, am Mittwoch würden noch sechs weitere Mitarbeiter, die am Montag nicht kommen konnten, geimpft werden. Sie gehe davon aus, dass die aktuelle Impfquote von über 60 Prozent noch steigen werde. „Einige Mitarbeiter brauchen noch Zeit“, sagte Schantz – sie und ihr Team leisteten Aufklärungsarbeit. Von den bislang 225 Geimpften habe keine einzige Person Nebenwirkungen gezeigt, erklärte Schantz. Die Zweitimpfung erfolge am 25. Januar.