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Zweibrücken: Im Wichernhaus helfen drei Fallschirmjäger im Kampf gegen Corona

Soldaten unterstützen bei Tests : Drei Fallschirmjäger helfen Heim im Kampf gegen Corona

„Immer wenn du meinst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her“. So lautet ein schönes, altes Sprichwort. Im Falle des Wichernhauses könnte man sagen: Es kommen drei Fallschirmjäger, um zu helfen.

Und die kommen auch nicht von „irgendwo her“, sondern aus der Niederauerbach-Kaserne in Zweibrücken.

Aber der Reihe nach: Das Wichernhaus hat, wie die anderen Heime in Zweibrücken auch, in Sachen Corona jede Menge Zusatzarbeit zu leisten. Eine besondere Herausforderung stellen dabei die sogenannten Antigen-Tests dar; Abstriche die jede Woche bei Mitarbeitern und Bewohnern durchzuführen sind – sowie bei den Besuchern, die jeden Tag ins Wichernhaus wollen.

„Pro Woche sind das rund 600 Abstriche“, verdeutlicht Raphaël Baumann im Gespräch mit dem Merkur. Für einen Abstrich plus Dokumentation müssten rund 15 Minuten Zeit eingeplant werden. In der Summe ergebe dies einen Aufwand, der fünf bis sechs Planstellen im Wichernhaus pro Woche binde.

„Unsere Leute machen das ,on top’“, sagt Baumann, heißt, diese Arbeit kommt noch zu der klassischen Arbeit, die im Wichernhaus anfällt, obendrauf. Folge: Viele Mitarbeiter hätten fünf oder sechs Wochenenden hintereinander Dienst geleistet und seien „ausgepowert“.

Kein Wunder also, dass der Heimleiter Ausschau nach Hilfe hielt. Und mittels Hilfe der Stadtverwaltung denn auch fündig wurde. Das Rathaus fragte beim Ministerium an – und das bewilligte, dass drei Fallschirmjäger aus der Niederauerbach-Kaserne nun vorerst im Wichernhaus mithelfen dürfen.

Baumann ist „überaus dankbar für diese Unterstützung“, sagt er. Bei den drei Soldaten handelt es sich um Viktor Schmidt und Marc Pfeiffer (beide Hauptgefreite) sowie Eugen Gak (Stabsgefreiter).

„Die drei Fallschirmjäger kommen sehr gut bei unseren Heimbewohnern an, sie haben eine freundliche Art, das ist wirklich eine tolle Hilfe“, ist der Heimleiter angetan. Das Wichernhaus habe sie zu Beginn ihrer Tätigkeit geschult, nun könnten sie sich sehr gut einbringen.

Die Soldaten kümmerten sich um die Antigen-Tests bei Mitarbeitern und Besuchern, bei den Bewohnern nehme das Stammpersonal die Abstriche vor.

Baumann sagt, während im Saarland bereits in mehreren Heimen Soldaten aushelfen würden – er habe gehört, dass rund 100 Kräfte aus der Niederauerbach-Kaserne in dem Nachbarbundesland mit anpacken – sei das Wichernhaus die bislang einzige Heimadresse in Zweibrücken, die solche Hilfe in Anspruch nehmen könne.

Die drei Fallschirmjäger stünden jetzt erst einmal bis 10. März zur Verfügung, eventuell könne das Engagement auch verlängert werden. 

Impftermin in Kaiserslautern: Mitarbeiter der beiden Standorte des Nardini-Klinikums (Zweibrücken und Landstuhl) werden an diesem Samstag in Kaiserslautern geimpft. Das erklärte am Donnerstag der Zweibrücker Impfkoordinator Matthias Freyler auf Merkur-Anfrage. Es handele sich dabei um „eine erste priorisierte Gruppe von Mitarbeitern“, die geimpft werde.