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Zweibrücken: Im Awo-Heim wird wohl ab Montag geimpft - Impfzentrum öffnet bald

Impfungen in Heimen und in Impfzentrum : Das große Piksen steht bevor

Im Awo-Heim am Rosengarten wird wohl ab diesem Montag geimpft, erklärt DRK-Chef Hans Prager. Das Impfzentrum am Busbahnhof soll am Donnerstag eröffnen. Eine neue Lieferung mit Impfdosen wird zeitnah erwartet.

In den nächsten Tagen dürfte es in Sachen Impfungen in Zweibrücken Schlag auf Schlag gehen. Am vergangenen Dienstag war Impfauftakt im Wichernhaus, tags darauf wurde das Vakzin im DRK-Gästehaus für Kurzzeitpflege verabreicht (wir berichteten).

Ab diesem Montag kommt wohl das Awo-Heim im Rosengarten an die Reihe, erklärt DRK-Chef Hans Prager auf Anfrage unserer Zeitung. Das DRK zeichnet für das mobile Impfteam der Stadt verantwortlich, dieses hat die Aufgabe, Heimbewohner und andere Bürger, die nicht oder nur schwerlich in das Impfzentrum im Ex-City-Outlet kommen können, gegen das Corona-Virus zu impfen.

Für vier Heime ist das mobile Impfteam zuständig: das Wichernhaus und das DRK-Haus in Mörsbach, die bereits zum Zuge kamen, weil sie die erforderlichen Vorarbeiten bereits absolviert haben, sowie das Awo-Heim am Rosengarten und das Haus Sarepta in Contwig.

Im Awo-Heim wurden die Vorbereitungen am 30. begonnen und am 30. Dezember beendet, sagt der Zweibrücker Mediziner Christoph Gensch, Teil des sechsköpfigen Ärzteteams, zu dem außerdem

Anastasia Eecker, Vanessa Brand, Mergim Shabani, Oliver Müller, Jörg Stolle und Sarah Hassinger gehören. Und diese Vorbereitungen seien ziemlich umfangreich: Die Heimleitung muss zunächst einmal die Bewohner sowie nötigenfalls deren Betreuer fragen, wer sich impfen lassen will. Die Datensätze werden dann elektronisch nach Mainz geschickt, dort wird auf Basis dieser Daten ein zehnseitiges Papier erstellt mit Codes für die Impfung, Aufklärungsbogen, Einlegeblatt für den Impfpass und so weiter. „Teilweise sind das 2000 bis 3000 Seiten, die man da ausdrucken muss“, verdeutlicht Gensch. „Die vollbringen da eine große Leistung“, lobt er die Heime und ihre Mitarbeiter. Die Ausdrucke müssen dann den Bewohnern übergeben werden. Im weiteren Verlauf werden die Impftermine festgelegt. Für die Senioren, die einen Betreuer haben (Gensch schätzt anhand des Awo-Heimes die Hälfte bis zwei Drittel), muss dann ein Impftermin vergeben werden, bei dem der Betreuer anwesend sein kann. Am Rosengarten wurde all diese Vorarbeit erledigt, so dass die Impfungen plangemäß am Montag starten können.

Im Haus Sarepta in Contwig sind die Vorbereitungsarbeiten für diesen Samstag geplant. Impftermin ist laut Gensch voraussichtlich Mittwoch, 6. Januar.

„Parallel dazu wird ja aller Voraussicht nach das Impfzentrum am Busbahnhof am 7. Januar öffnen“, erinnerte Prager (wir berichteten). Mit vereinten Kräften – also mobilem Impfteam und Impfzentrum – werde es gelingen, eine hohe Schlagzahl an Impfungen zu schaffen. Diese sei auch erforderlich, denn nur, wenn ein bestimmter Teil der Bevölkerung durchgeimpft sei, entfalte diese Maßnahme auch ihre gewünschte Wirksamkeit.

Natürlich hänge alles auch davon ab, in welchem Rhythmus die Rosenstadt mit Impfdosen beliefert werde. Die erste Lieferung am Dienstagnachmittag war rasch verbraucht. 260 Impfdosen waren eingetroffen, diese wurden noch am selben Abend und im Laufe des nächsten Tages im Wichernhaus sowie im Mörsbacher Heim aufgebraucht (wir berichteten).

Nun heißt es warten. Doch sind Prager – sowie der Zweibrücker Impfkoordinator Matthias Freyler – beide guter Dinge, dass die nächste Lieferung unmittelbar bevorsteht.

In der Zeit, in der dem mobilen Impfteam in Zweibrücken mangels Impfdosen die Hände gebunden sind, kann es diese aber nicht in den Schoß legen. Dann gilt es, andere Arbeiten zu erledigen – beispielsweise, Nachbarschaftshilfe zu leisten. Am vergangenen Mittwoch leisteten die Rotkreuzler diese in Schönenberg-Kübelberg. Dort sei um Unterstützung gebeten worden, die Zweibrücker ließen sich nicht lange bitten und halfen dabei, 70 Bewohner eines dortigen Seniorenheimes zu impfen.

Die bisherige Impfbereitschaft, die in Zweibrücken gezeigt wurde, ist hoch. Raphaël Baumann, Leiter des Wichernhauses, hatte im Merkur erklärt, dass in seinem Haus 95 Prozent der Bewohner und 75 Prozent der Mitarbeiter erklärt hätten, sich das Vakzin verabreichen lassen zu wollen. Und DRK-Chef Prager hatte gesagt, von den über 30 Bewohnern des Mörsbacher Heimes habe lediglich eine Bewohnerin erklärt, nicht gepikst werden zu wollen.

In der Bevölkerung wird durchaus rege über den Impfstoff und mögliche Nebenwirkungen diskutiert. Viele Bürger vertrauen darauf, dass bei der Zulassung durch die Behörden alles gewissenhaft geprüft wurde. Es gibt aber auch Ängste und Vorbehalte bei manchem Bürger.

Der Zweibrücker Mediziner Dr. Christoph Gensch ging am Mittwochabend auf Facebook auf diesen Aspekt ein. In dem sozialen Netzwerk zog er ein Fazit des Impfauftaktes in Zweibrücken am Dienstagabend und Mittwoch. Gensch postete, Stand 16 Uhr habe es bei bis dahin rund 120 geimpften Heimbewohnern „nicht eine relevante Nebenwirkung“ gegeben (wir berichteten am Donnerstag). Unmittelbar nach der Impfung also konnten Gensch und seine Mitstreiter keine entsprechenden Negativ-Auswirkungen ausmachen. Auch am Freitag hatte sich das Bild nicht geändert. Bei einer vergleichbaren Zahl von Impfungen gegen Influenza, sagt der Mediziner, hätte er mit Sicherheit einige Rückmeldungen von Nebenwirkungen (Krankheitssymptome wie bei einem grippalen Infekt) erhalten. Bei den Covid-Geimpften blieben die jedoch bisher aus.

Wie bereits erwähnt: Die Impfstrategie steht und fällt mit dem Grad der Bereitschaft in der Bevölkerung, den Arm hinzuhalten für die Spritze.

Die Helfer in Zweibrücken und die Landesregierung hoffen darauf, dass dieser Grad hoch sein wird. Eine Impfpflicht soll es in Rheinland-Pfalz nicht geben, Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat sich diesbezüglich bereits mehrfach entsprechend geäußert.

Eine zentrale Telefonnummer des Landes, mittels derer die Terminvergabe für die insgesamt 31 Impfzentren im Land (und damit auch für Zweibrücken) koordiniert wird, soll am 4. Januar freigeschaltet werden. Die Landesregierung will dann aktuell alles Wesentliche, was der Bürger rund um diese Telefonnummer und die Terminvergabe wissen muss, kommunizieren.