Kranbauer laut IG Metall wieder in Schwierigkeiten Sorge um Tadano: „Mitarbeiter haben Angst“

Zweibrücken · Tadano scheint wieder in schwierigem Fahrwasser. Die IG Metall sagt, viele Mitarbeiter seien in großer Sorge um ihre Zukunft. Was sagt das Unternehmen dazu?

 Der Kranbauer hat in Deutschland drei Werke. Eines in Lauf bei Nürnberg und zwei in Zweibrücken, an der Dinglerstraße und auf dem Wallerscheid (Foto).

Der Kranbauer hat in Deutschland drei Werke. Eines in Lauf bei Nürnberg und zwei in Zweibrücken, an der Dinglerstraße und auf dem Wallerscheid (Foto).

Foto: Mathias Schneck

Der Kranbauer Tadano hat offenbar erneut mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen. Fast exakt drei Jahre ist es her, als in der Festhalle in Zweibrücken in einer Gläubigerversammlung beschlossen wurde: Tadano soll weiterleben. Am 17. Februar 2021 war das.

Ist der Kranbauer in den darauffolgenden drei Jahren aus seiner Misere herausgekommen? Nach der Gläubigerversammlung wurde eine Strategie ins Leben gerufen: „One Tadano“. Also „Ein Tadano“. Einheit sollte das vermitteln.

Sorge bei Tadano: „Sind unsere Arbeitsplätze noch sicher?“

Doch überschattet wird die erhoffte Harmonie, der gewünschte Schulterschluss zwischen den drei Standorten in Deutschland (zwei in Zweibrücken, einer in Lauf bei Nürnberg; alle drei sollen, wie berichtet, stärker verzahnt arbeiten) durch eine sehr gedrückte Stimmung in der Belegschaft, wie die IG Metall nun warnt.

Salvatore Vicari ist bei der zuständigen IG Metall Homburg-Saarpfalz für Tadano zuständig. Er verdeutlichte am Freitag auf unsere Anfrage den Ernst der Lage: „Die Mitarbeiter haben bereits 2021 die Insolvenz mitgemacht. Das steckt immer noch in ihnen. Sie fragen sich seitdem: ,Sind unsere Arbeitsplätze noch sicher?’“ Offenbar beantworten viele der rund 1100 Beschäftigten diese Frage negativ. „Die Mitarbeiter haben große Angst. Um sich und ihre Familien“, sagt Vicari nach zahlreichen Gesprächen mit dem Betriebsrat.

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Was sagt Tadano zu den Gerüchten?

Das Verhalten der Geschäftsführung trage nicht dazu bei, diese Sorgen zu schmälern. Im Dezember habe die Belegschaft, initiiert durch Betriebsrat und Vertrauensleute, dem Management einen Fragenkatalog zukommen lassen. Und darauf gehofft, dass es ein Bekenntnis zu den beiden Standorten an der Dinglerstraße und auf dem Wallerscheid geben würde. „Aber diese Hoffnungen wurden enttäuscht“, sagt Vicari. „Es gab keine klaren Antworten.“ Die Geschäftsführung habe sich gewunden und kein Bekenntnis zu den Standorten abgegeben. Vicari sagt, das Management arbeite nicht hinreichend mit dem Betriebsrat zusammen. Dort säßen altgediente Mitarbeiter, sie hätten sich Expertise aufgebaut, könnten wichtige Fingerzeige geben – aber sie würden nicht adäquat eingebunden.

Der Metaller sagt: „Solange es kein klares Standortbekenntnis gibt, so lange wird keine Ruhe in der Belegschaft einkehren.“ Die „One Tadano“-Strategie (in Lauf wird der Unterwagen und das Fahrgestell der Kräne produziert, in Zweibrücken der Oberwagen, wir berichteten) scheine nicht richtig aufzugehen.

Tadano wollte sich am Freitag auf unsere Anfrage hin nur allgemein äußern. Zu Gerüchten sage man nichts. Grundsätzlich sei es Strategie des Managements, die Geschäftsaktivitäten, die Kosten und die Performance stets im Auge zu behalten und zu verbessern.

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