Zweibrücken hinkt hinterher

Entgegen den Zahlen des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) hat sich in Zweibrücken von den vom Pfälzischen Merkur befragten Grundschulen keine für die sogenannten „Könnensprofile“ entschieden, die seit diesem Jahr in den dritten und vierten Klassen zulässig sind.

Heute ist es soweit. Bevor es in die verdienten Sommerferien geht, blicken Schüler und Eltern erst einmal wieder gespannt der Zeugnisvergabe entgegen. Schließlich spiegelt sich in ihnen die Arbeit eines ganzen Schuljahres wieder. Erstmals können in diesem Jahr die Grundschulen wählen, ob sie sich für die bisherige Form mit ausführlichen Beschreibungen (Verbalzeugnisse) der Leistungen oder für die zeitsparenden sogenannten Standardbeurteilungen entscheiden (wir berichteten). Bislang sind diese "Könnensprofile" nur in den dritten und vierten Klassen zulässig.

Laut Auskunft des Mainzer Bildungsministeriums plädiert die große Mehrheit der Grundschulen aber auch für den Einsatz im ersten und zweiten Jahrgang. Nach Mitteilung des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) haben sich bereits drei Viertel der Schulen für die neuen Beurteilungen entschieden.

Eine Umfrage des Pfälzischen Merkur bei den Zweibrücker Grundschulen zeigt allerdings ein anderes Bild. So hat bisher keine der befragten Einrichtungen die Reform umgesetzt. "Da wir die Informationen erst im Laufe des Schuljahres erhalten haben, waren wir dazu auch nicht in der Lage", erklärt Michael Schmidt, Rektor der Grundschule Bubenhausen. Schließlich müssten bei den Beurteilungen die gesamten Leistungen berücksichtigt werden. Eine Änderung im zweiten Halbjahr sei daher nicht sinnvoll gewesen. Ob die neuen Könnensprofile genutzt werden, soll nach den Ferien entschieden werden: "Das müssen wir sehr sorgsam prüfen." So will Schmidt auf alle Fälle nach einer ersten umfangreichen Beratung im Kollegium die Eltern einbinden. Auch seine Kollegin Karoline Engel von der Grundschule Mittelbach will sich mit dem Thema erst im Herbst befassen: "Ich kann dazu noch nichts sagen." Auch in der Pestalozzischule werden in diesen Tagen die Zeugnisse in der herkömmlichen Form geschrieben. Für Schulleiterin Sabine Theobald sind die "Könnensprofile" auch "noch nicht ausgereift". Sie werde die neue Möglichkeit aber nach den Sommerferien in einer Konferenz besprechen. Auch in der Ernstweiler Albert-Schweitzer-Schule wird über die neue Form erst im kommenden Schuljahr entschieden. Schulleiterin Elvira Henrich will dabei vor allem die Wünsche der Eltern und des Kollegiums berücksichtigen.