1. Pfälzischer Merkur
  2. Zweibrücken

"Zweibrücken hilft Moria" bringt erste Ladung Hilfsgüter auf den Weg

Zweibrücker Hilfsaktion für Moria : Von Null auf 17 Fahrzeuge in zehn Tagen

Mitglieder der Aktion „Zweibrücken hilft Moria“ haben die erste Ladung Hilfsgüter für die Flüchtlinge auf den Weg gebracht.

Die Entscheidung des Zweibrücker Stadtrates, dem Städtebündnis Sicherer Hafen nicht beizutreten, war Auslöser für die Gründung der Facebook-Gruppe „Zweibrücken hilft Moria“, die jetzt eine erste Ladung Hilfsgüter zusammen- und auf den Weg gebracht hat. Mit dem Beitritt zum Städtebündnis hätte Zweibrücken seine Bereitschaft bekundet, Flüchtlinge aus dem abgebrannten Lager im griechischen Moria aufzunehmen. Während in den sozialen Medien heftig darüber diskutiert wurde, dachte sich David Betz aus Contwig, erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land, „da wäre helfen jetzt sinnvoller als diskutieren“. Kurzerhand gründete er die Facebookgruppe „Zweibrücken hilft Moria“. Binnen einer Woche kam ein Sachspendenaufkommen von einem guten Dutzend vollgepackter Autos plus vier Kleintransporter zusammen. Diese Spenden wurden nun dem Awo Jugendwerk Saar in Völklingen übergeben. Von dort aus geht es im Dezember nach Griechenland.

Rund 200 Menschen sind in der Gruppe Mitglied. Viele davon haben im Freundeskreis Kleidung, Spielzeug, Babymilchpulver und vieles mehr gesammelt. Das Jugendzentrum „S’Bonni“ hat sich als Sammelstelle in Zweibrücken angeboten und allein dort wurden Kleintransporter mit Hilfsgütern gefüllt. Im Aldi in Ixheim konnte Geld gespendete werden, davon wurden Babymilch, Nudeln und Reis in großen Mengen gekauft, 450 Euro haben die Zweibrücker gespendet.

Den Kontakt zur Awo hatte die in Zweibrücken vor allem als Tattoo-Künstlerin bekannte Mim Marazzani hergestellt. Die hatte unabhängig von der Facebookgrupp in der Kita ihrer Tochter gesammelt und „gehofft, dass wir vielleicht ein bis zwei Autos voll kriegen“. Durch private Kontakte wurde die Gruppe darauf aufmerksam und „so kam halt eines zum anderen“, so Marazzani. Am Sonntag nun wurden die Fahrzeuge beladen und in Völklingen abgeliefert. Es soll keine einmalige Aktion bleiben. „Wir werden in der Gruppe weitere Spendensammlungen und Aktionen planen“, so Betz. „Aber vom Gründen der Gruppe bis zur Fahrt in Völklingen sind gerade mal zehn Tage vergangen. Das hat, glaube ich, alle, die dabei waren berührt und überrascht.“

www.facebook.com/groups/2645302269119017/