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Zweibrücken: Hauchdünne Mehrheit im Stadtrat für zentrales Feuerwerk

Stadtrat : Hauchdünne Mehrheit für zentrales Feuerwerk

Mit nur einer Stimme Mehrheit folgt der Stadtrat dem Antrag der FDP. Diese betont: Private Böllerei soll weiterhin erlaubt sein.

Knapper geht’s nicht: 15 Ja-Stimmen, 14 Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen. Mit der hauchdünnen Mehrheit von einer Stimme hat der Stadtrat am Mittwochabend den Weg für ein zentrales Feuerwerk in Zweibrücken frei gemacht. Die FDP hatte dies beantragt.

Dabei brachte Fraktionschefin Ingrid Kaiser die Aspekte zur Sprache, die sie bereits bei ihrem Besuch in der Merkur-Redaktion am 10. Januar genannt hatte: Ein zentrales Feuerwerk in der Stadt würde helfen, Lärm und Dreck zu reduzieren, auch sei dem Tierschutz dabei geholfen. Denn, so das Argument Kaisers: Würde in Zweibrücken ein zentrales Feuerwerk gefeiert, kämen dort sicher viele Bürger hin, diese würden dann zuhause auf die Böllerei verzichten. Somit würden Tier- und Umwelt geschont.

Und erneut, wie schon im Merkur, betonte die Liberale im Stadtrat: „Wir wollen kein Verbot der privaten Böllerei. Ein solches Verbot würde uns Liberalen grundsätzlich widersprechen. Zumal ja auch die Frage wäre, wie ein solches Verbot überhaupt kontrolliert werden sollte.“

Doch stieß diese Begründung vielfach auf taube Ohren – etliche Räte witterten trotzdem ein drohendes Verbot und zeigten sich abgeneigt.

Andreas Hüther (CDU) sagte, er halte nichts davon, Bürgern zu verbieten, „ihren kulturellen Traditionen zu frönen“. Zudem gab Hüther, Ortsvorsteher von Oberauerbach zu bedenken: Zu einem zentralen Feuerwerk in Zweibrücken würden wohl vor allem die Stadtbewohner gehen, die Menschen in den Vororten würden sicher nicht auf ihre eigenen Feuerwerke verzichten wollen.

Walter Bucholz (AfD) meinte: „Ich lasse mir das private Feuerwerk nicht nehmen!“

Auch Sara-Kim Schneider (CDU) erklärte, sie sei gegen ein mögliches Verbot. Zudem halte sie die Frage der Haftung bei einem zentralen Feuerwerk für noch ungeklärt – und die Kostenfrage stehe ebenfalls noch im Raum.

Die Kostenfrage trieb auch Kurt Dettweiler (FWG) um. Er zeigte durchaus Sympathie für den Antrag der FDP: „Wenn wir es schaffen, dass dadurch weniger geböllert wird, ist das positiv. Aber Grundbedingung muss sein, dass ein zentrales Feuerwerk die Stadt nichts kosten darf. Bei unserer Haushaltslage wäre das gar nicht vermittelbar.“ 

Dettweilers Parteikollege Patrick Lang prophezeite einem zentralen Feuerwerk: „Kleine Maßnahme, große Wirkung.“ Er zeigte sich sicher, dass dies „zum Wohl für Mensch und Tier“ sein werde.

Dirk Schneider (fraktionslos) merkte an, eine zentrale Silvester-Party bringe nur dann der Tierwelt etwas, wenn es „kein Geknalle“ gebe. Er regte an, darüber nachzudenken, ob statt Raketen und Böllern nicht besser eine Lasershow oder eine Show mit LED-Effekten angeboten werden sollte.

Vor der Abstimmung im Rat erklärte Kaiser (FDP), sie wolle die Dinge „zurechtzurücken“ und betonte abermals: „Wir wollen kein Verbot. Wir wollen lediglich eine Alternative anbieten.“

Mit besagter hauchdünner Mehrheit wurde schließlich die Verwaltung beauftragt, zu prüfen, inwiefern zum nächsten Jahreswechsel ein städtisches Feuerwerk angeboten werden kann.