Zweibrücken hat Nase vorn

Zweibrücken. Während die anderen westpfälzischen Städte Kaiserslautern und Pirmasens weiterhin unter ihrer Strukturschwäche leiden müssen, haben die Zweibrücker bereits den Wandel geschafft - weil hier früh die Weichen für die Zukunft gestellt wurden. Davon ist der Chef der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit überzeugt

Zweibrücken. Während die anderen westpfälzischen Städte Kaiserslautern und Pirmasens weiterhin unter ihrer Strukturschwäche leiden müssen, haben die Zweibrücker bereits den Wandel geschafft - weil hier früh die Weichen für die Zukunft gestellt wurden. Davon ist der Chef der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit überzeugt. "Die Pirmasenser werden das zwar nicht gerne hören. Aber in Zweibrücken ist der Umbruch besser vonstatten gegangen", sagte Otto-Werner Schade im Merkur-Redaktionsgespräch.Beide Städte hätten Anfang der neunziger Jahre vor großen Herausforderungen gestanden. Pirmasens durch den Niedergang der Schuhindustrie, Zweibrücken wie später auch Pirmasens durch den Abzug der Amerikaner. Doch in Zweibrücken habe man sich damals nicht zuletzt dank eines "sehr regen Landrats und sehr regen Oberbürgermeisters" sehr früh Gedanken darüber gemacht, wie man für die Arbeitsplätze, die für deutsche Zivilbeschäftigte bei den Amerikanern verloren gingen, neue im Dienstleistungsbereich schaffen könne. Und das ist Stadt und Landkreis nach Auffassung Schades mit der Ansiedlung des Outlet-Centers am Flughafen vortrefflich gelungen. "Das war die richtige Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt", lobt der Agentur-Chef. Das Outlet-Center, in dem nach Angaben des Betreibers rund 750 Menschen arbeiten, habe Zweibrücken vor der hohen Arbeitslosigkeit bewahrt, mit der Pirmasens immer noch kämpft. Schade: "Pirmasens hat zurzeit eine Arbeitslosenquote von fast 15 Prozent, davon ist man in Zweibrücken weit entfernt." Im Dezember 2009 lag die Quote in Pirmasens bei exakt 14,5 Prozent, in Zweibrücken bei lediglich 8,4 Prozent.

"The Style Outlets" haben für den Arbeitsagentur-Chef, der am 30. Januar in den Ruhestand geht, nicht nur deshalb für die Stadt Zweibrücken und die gesamte Region eine so hohe Bedeutung, weil sie selbst viele Arbeitsplätze geschaffen haben - auch im Umfeld, besonders auf dem Flugplatzgelände, seien durch die Outlet-Strahlkraft viele neue Jobs entstanden. Weitere werden folgen, ist Schade überzeugt: "Das Center ist nach wie vor ein Magnet, an dem sich andere Branchen und Dienstleister mit aufrichten können."