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Zweibrücken: Erste abendliche Ausgangssperre - Wosnitza appelliert an Bürger

Zweibrücken : Erste abendliche Ausgangssperre: Wosnitza appelliert an die Bürger

Am Donnerstag, 21 Uhr, erlebte die Stadt Zweibrücken die erste abendliche Ausgangssperre. Die Supermärkte schlossen früher – und manch andere Adresse. Im Vorfeld appellierte der OB.

Die Premiere haben irgendwie fast alle verschlafen. „Am Donnerstag geht’s los – um 21 Uhr“, raunten sich viele Zweibrücker in den vergangenen Tagen zu. Damit hatten sie durchaus recht. Aber streng genommen war der Auftakt bereits zu Beginn des Donnerstags. Die neue Allgemeinverfügung der Stadt Zweibrücken trat offiziell bereits um null Uhr in Kraft.

Aber das bekam in unserer beschaulichen Rosenstadt, in der nachts ohnehin das Leben nicht gerade pulsiert, irgendwie keiner mit. Weil um Mitternacht der allergrößte Teil der Bevölkerung schon damit beschäftigt war, Schäfchen zu zählen.

Wie gesagt: Die Premiere wurde weitestgehend verschlafen. Aber abends dann, um 21 Uhr, wurde es tatsächlich „ernst“. Die erste abendliche Ausgangssperre trat in Kraft.

Diese hatte bereits in den vergangenen Tagen ihre Schatten vorausgeworfen. Die Supermärkte in der Rosenstadt, vielfach in normalen Zeiten abends bis 22 Uhr geöffnet, hatten mit Aushängen ihre Kunden darauf aufmerksam gemacht, dass vorerst die Uhren anders gehen.

Edeka Ernst am Hilgard-Center etwa, eine der am stärksten frequentierten Einkaufsadressen in der Stadt, informierte darüber, dass ab Donnerstag erst einmal nur noch bis 20.30 Uhr der Einkauf möglich ist.

Die Restaurants, die im Lockdown nur noch mit Lieferservice und dem Abholen von Speisen einige Euro verdienen können, müssen erdulden, dass ihr Geschäftsfeld noch weiter eingeschränkt wird – ab 21 Uhr ist jetzt nur noch Lieferservice möglich (wir berichteten).

Stadtmuseum und Büchereien werden geschlossen, der Rosengarten steht zwar weiterhin offen, die Besucherzahl ist limitiert auf maximal 350, ein Ampelsystem weist auf die Kapazitäten hin.

Die Allgemeinverfügung sieht Ausnahmen von der Ausgangssperre für die Bürger vor. Wie bereits mehrfach berichtet, gelten diese unter anderem etwa für alles, was mit der beruflichen Tätigkeit zusammenhängt, für Begleitung und Versorgung von unterstützungsbedürftigen Personen und Minderjährigen, 

die Inanspruchnahme akut notwendiger medizinischer und veterinärmedizinischer Versorgungsleistungen, der Besuch von Ehegatten, Lebenspartnern, bestimmter Verwandter oder für die Versorgung von Tieren, etwa das „Gassi-Gehen“.

Am Donnerstag wurde in Berlin das neue „Bevölkerungsschutz-gesetz“ verabschiedet, für das Rathaus der Rosenstadt wird es in den kommenden Tagen nun eine Aufgabe sein, dieses zu studieren.

Ein Aspekt ist schon geklärt: Das neue Gesetz sieht zwar bei Inzidenzen von 100 für die betroffenen Kommunen Ausgangssperren in der Zeit von 22 bis 5 Uhr morgens vor – aber die Stadtverwaltung hat bereits im Merkur betont, dass man sich an die Vorgaben der Mainzer Landesregierung halte und diese sieht den Zeitraum 21 bis 5 Uhr vor.

Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD) appelliert an die Bürger, die Ausgangssperre und alle weiteren Aspekte der neuen Allgemeinverfügung (einsehbar auf der Internetseite der Stadt unter www.zweibruecken.de) zu beachten.

Wosnitza sagte im Gespräch mit unserer Zeitung, er habe dieser Tage bereits zwei Videobotschaften auf Facebook veröffentlicht: auf seiner persönlichen Facebook-Seite sowie auf der Facebook-Seite der Stadt. Darin erklärt der Oberbürgermeister, dass ab diesem Freitag im Impfzentrum auch die sogenannte „Priorität 3“ geimpft wird. Darunter fallen alle Bürger im Alter von 60 bis 69 Jahren, Menschen mit chronischen Krankheiten, die Angehörige bestimmter Berufe wie etwa Feuerwehr und weitere.

Ferner ging der OB auf Fragen ein, die in den sozialen Netzwerken wiederholt gestellt wurden. „Eine wichtige Frage war: ,Wann bin ich mit dem Impfen dran?’“, schilderte Wosnitza.

Er bittet die Bürger, die Ausgangssperre ernst zu nehmen, es gehe darum, die Zahl der Neu-Infektionen von Covid-19 zu drücken.

Aufgehoben werden kann die Ausgangssperre erst, wenn die Inzidenz (Neuinfektionen in den letzten sieben Tagen, hochgerechnet auf 100 000 Menschen) sieben Tage in Folge unter 100 liegt. Immerhin: Am Mittwoch und Donnerstag lag sie in Zweibrücken darunter. Springt sie allerdings auch nur einmal über 100, beginnt die Zählung von vorne.