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Zweibrücken: Dringender Appell an Bürger in „roter Zone“

Einschränkungen bei Privatfeiern - Wieder Hamsterkäufe : Dringender Appell an Bürger in „roter Zone“

Die Hauptzahl der Corona-Infektionen rührt aus zwei privaten Feiern. Daher gelten in diesem Bereich ab Dienstag Einschränkungen. Das Hallenbad darf wie geplant öffnen, auch Sport und Kultur sind vorerst nicht betroffen. Wieder Hamsterkäufe in Zweibrücken.

Die Rosenstadt ist derzeit eine „rote Zone“. Aber das führt momentan nicht zu allzu strengen Einschränkungen. Vielmehr konzentriert sich die Stadtverwaltung auf dringende Appelle an die Bürger. Das wurde am Montag bei einer Pressekonferenz der Stadt deutlich.

Oberbürgermeister Marold Wosnitza ging nochmals auf die Gründe dafür ein, wieso Zweibrücken jetzt in der „roten Zone“ liegt. „Wir hatten zwei Feierlichkeiten in privatem Umfeld. Das sorgte für 14 zusätzliche Fälle. Heute sind drei weitere Fälle dazugekommen. Insgesamt haben wir jetzt einen Inzidenzwert von 83. Die Grenze liegt ja bei 50.“

„Inzidenzwert“ meint: Ab einer bestimmten Zahl von Fällen, hochgerechnet auf 100 000 Einwohner, rutscht eine Stadt (beziehungsweise ein Kreis) in eine bestimmte Zone. Ab 50 gilt „rot“. Die Stadt liegt also deutlich in dieser höchsten Gefahrenstufe.

Bei den beiden besagten Privatfeiern habe es sich um eine Geburtstagsfeier gehandelt, die vor rund eineinhalb Wochen stattfand, die zweite Feier war im Saarland, hier nahmen überwiegend Zweibrücker teil, so Wosnitza. Vor allem eine Person aus Zweibrücken, jetzt wohnhaft in Baden-Württemberg, habe mehrere Personen angesteckt (wir berichteten).

Das Gesundheitsamt übernahm die Nachverfolgung der Infektionsketten, mehrere Infizierte befinden sich in Quarantäne. Am Montag tagte erstmals eine gesondert eingerichtete Gruppe („Task Force“), bestehend aus dem Zweibrücker Stadtvorstand und Ämtern, Polizei, Aufsichtsbehörde ADD sowie den Ministerien für Gesundheit, Bildung und Inneres plus dem Zweibrücker Mediziner und Landtagsabgeordneten Dr. Christoph Gensch.

Da Zweibrücken vor allem wegen dieser Privatfeiern „rot“ wurde, konzentriert sich die Stadt darauf, hier Beschränkungen vorzunehmen. Ab Dienstag, null Uhr, gilt: Private Feiern im öffentlichen Raum werden auf 20 Personen begrenzt. Feierlichkeiten in privatem Rahmen sind ebenfalls einzuschränken – auf maximal zehn Personen, die maximal aus zwei Hausständen kommen dürfen.

Da das Grundgesetz die „Unverletzlichkeit der Wohnung“ garantiere (es also keine Kontrollen von Ämtern in Wohnungen geben soll), gilt für Privatfeiern in den heimischen vier Wänden der Appell an die Vernunft.

Zwar werde privat nicht kontrolliert, doch stelle sich im Anschluss heraus, dass aus einer solchen Privatfeier Erkrankungen resultierten, drohe ein Bußgeld. Das habe der Leiter des Gesundheitsamtes deutlich gemacht.

Das Badeparadies, das nach der Zwangspause am Montag wieder offiziell öffnete, darf offen bleiben – sowohl Bad wie auch Sauna.

Auch in Sachen Sport und Kultur soll es vorerst keine Einschränkungen geben. Die für solche Veranstaltungen geltenden Hygienekonzepte der Stadt seien vom Land gutgeheißen worden, sagte Bürgermeister Christian Gauf. Aber natürlich hänge das von der weiteren Entwicklung ab.

Offenbar ist es am Montag in Zweibrücken wieder zu Hamsterkäufen gekommen. Bürger berichteten, sie hätten beispielsweise Probleme gehabt, Toilettenpapier zu kaufen.