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Zweibrücken: Der Stadtrat besteht seine virtuelle Feuertaufe

Live-Stream auf YouTube : Der Stadtrat besteht seine virtuelle Feuertaufe

Die erste digitale Ratssitzung in der Geschichte der Zweibrücker Lokalpolitik verlief am Mittwochabend ohne Probleme. Abstimmung für 3. März läuft.

Pünktlichkeit ist Trumpf. Und so erscheint auf dem Video-Kanal YouTube um 16.55 Uhr der Hinweis, dass der Live-Stream in genau fünf Minuten startet. Da würde wohl jedem Schweizer Bahnschaffner das Herz lachen. Absolut pünktlich!

Wie zu erkennen ist, stehen bereits 20 weitere interessierte Zuschauer bereit, dieses Novum in der Zweibrücker Lokalpolitik zu bestaunen.

„Ich war dabei“ – das gilt nicht nur für die Mondlandung, sondern auch für die erste virtuelle Ratssitung in der Rosenstadt.

Wer dabei sein will, bekommt es einfach gemacht. Auf der Internetseite der Stadt (www.zweibruecken.de) ist ein Hinweisfeld auf die Ratssitzung geschaltet; wer dieses anklickt, wird auf die entsprechende Seite von YouTube weitergeleitet.

Noch vier Minuten. Zeit, das Hin und Her in Sachen digitaler Ratssitzung Revue passieren zu lassen. Bei der ersten Abstimmung des Hauptamtes konnte noch keine Zwei-Drittel-Mehrheit für die Verlegung der Sitzung ins Internet gefunden werden. Mehrere Räte, auch Bürger, hatten Unverständnis dafür gezeigt, dass in Zeiten von Corona und Abstandsregeln der Rat weiter körperlich zusammenkommen will. Das sei ein schlechtes Vorbild für die Bürger. Eine zweite Abstimmung ergab schließlich diese Mehrheit.

Drei Minuten. Es tut sich schon was! Auf YouTube verschwindet das Symbolfoto, das den Herzogplatz zeigt, es wird live in den Ratssaal geschaltet. Dort sitzen maskierte Damen und Herren, pardon, der Stadtvorstand, bestehend aus Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD), Bürgermeister Christian Gauf und die Beigeordnete Christina Rauch (beide CDU), alle mit Maske vorm Gesicht.

17 Uhr! Es geht los. „Hallo in die Runde“ ruft jemand. Wer? Ist nicht auszumachen. Wosnitza warnt die Räte: Alles, was sie jetzt sagen, könne live verfolgt werden – halt wie bei einer normalen Sitzung. Und noch eine Warnung: Jeglicher Mitschnitt der Sitzung sei verboten und könne gar strafrechtlich verfolgt werden.

39 der 40 Räte haben sich eingeklickt, es fehlt einzig ein Mitglied, das sich wegen eines anderen wichtigen Termin hat entschuldigen lassen.

Es gibt nur einen Tagesordnungspunkt: Die Frage, ob an den Schulen der Stadt Lüftungsanlagen eingebaut werden sollen (wir berichteten mehrfach). Zwei Stunden lang wird Für und Wider diskutiert. Alles läuft diszipliniert ab, da könnte sich so manche Ratssitzung in echt eine Scheibe daran abschneiden.

Das virtuelle Treffen läuft nahezu problemlos ab, zwei-, dreimal gibt es Rückkopplungen, es scheppert dann ein wenig.

Der Oberbürgermeister lobt am Ende der Sitzung, kurz vor 19 Uhr, diese erfreuliche Disziplin der Räte. Und teilt ihnen mit: Noch am Mittwochabend würden sie angefragt, ob sie dafür sind, auch die nächste Ratssitung am 3. März virtuell stattfinden zu lassen, bis diesen Donnerstag, zwölf Uhr, mögen sich die Räte bitte entscheiden.

> Bericht über die Diskussion zu den Lüftungsanlagen folgt.