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Zweibrücken: Bundesnotbremse außer Kraft, Einkaufen ohne Corona-Test

Wegen tagelang unter 100 gesunkener Inzidenz in Zweibrücken : Ausgangssperre endet

Was der Merkur am Montag vorab berichtete, ist jetzt offiziell bestätigt: Die Ausgangssperre endet Donnerstagfrüh. Alle Zweibrücker Geschäfte dürfen wieder öffnen – ohne Corona-Test.

Ab Donnerstagfrüh sollen die Uhren in Zweibrücken wieder (halbwegs) normal gehen. Denn: Die „Bundesnotbremse“ wird wegen der zuletzt niedrigen Inzidenzwerte in der Rosenstadt außer Kraft gesetzt. Heißt: die abendliche Ausgangssperre endet. Und der Einzelhandel darf wieder in Gänze öffnen – ohne Schnelltest-Pflicht.

Wie der Merkur am Montag vorausblickend meldete, liegt die Stadt mit Dienstag den fünften Werktag in Folge bei der Inzidenz unter 100. Diese Voraussetzung ermöglicht das Aussetzen der „Bundesnotbremse“.

Wie berichtet sieht das Prozedere vor, dass die Aufhebung der Ausgangssperre erst am übernächsten Tag greift, das heißt in diesem Fall: Am Mittwochabend beginnt noch einmal um 22 Uhr die Ausgangssperre; sie endet aber bereits um Mitternacht, so dass sie praktisch ab 0.01 Uhr aufgehoben ist.

Sollte nun in der nächsten Zeit die Inzidenz wieder an drei aufeinanderfolgenden Tagen (hier müssen es keine Werktage sein) wieder über 100 steigen, träte die Ausgangssperre erneut in Kraft.

Aber daran wollte am Dienstag im Rathaus der Rosenstadt niemand denken. Pressesprecher Jens John verkündete offiziell: „Die Ausgangssperre tritt außer Kraft und ab Donnerstag dürfen sich wieder zwei Haushalte mit maximal fünf Personen, plus die Kinder beider Hausstände bis einschließlich 14 Jahre treffen.“

Von dieser Rechnung ausgenommen seien genesene Personen sowie Personen mit vollem Impfschutz (erste und zweite Impfung plus 14 Tage). Erfreulich: Der Einzelhandel darf komplett öffnen, ohne Pflicht eines Schnelltests. Das sieht laut John „der Perspektivplan Rheinland-Pfalz vor, der am Dienstag durch den rheinland-pfälzischen Ministerrat beschlossen wurde (siehe hierzu Aufmacher Titelseite). John informierte: „Es gilt Maskenpflicht und eine Quadratmeterbegrenzung“, diese betrage pro Kunde zehn Quadratmeter Verkaufsfläche.

„Ebenfalls im Perspektivplan vorgesehen ist die Öffnung für den Tourismus. Übernachtungen in Ferienwohnungen und in Wohnmobilen oder Wohnwagen mit eigenen sanitären Anlagen sind nun erlaubt. Ebenso ist es möglich, dass Hotels und Jugendherbergen kontaktarm und mit Testkonzept öffnen dürfen. Für den Aufenthalt ist eine Testung bei Anreise und danach alle 48 Stunden notwendig“, informierte der Pressesprecher weiter.

Ferner ist kontaktfreier Sport wieder möglich. John: „Das gilt auch für Bereiche des Fußballtrainings, bei dem Abstand gehalten werden kann. Hallensport ist im Rahmen der Kontaktbeschränkung möglich, wenn Abstand eingehalten und die Personenbegrenzung von einer Person auf 40 Quadratmetern nicht überschritten wird. Außerdem ist für maximal 20 Kinder Sport auch ohne Abstand möglich.“ Weitere Öffnungsschritte seien in dem Stufenplan der Landesregierung für Pfingsten und Fronleichnam geplant. Hier solle es dann weitere Perspektiven für Kultur, Innengastronomie, Freibäder und mehr geben.

Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD) zeigte sich am Dienstag erleichtert über die Entwicklung – und sparte nicht mit Lob für die Bürger: „Ich freue mich sehr, dass Zweibrücken die Bundesnotbremse und damit auch die Ausgangssperre verhältnismäßig schnell hinter sich lassen konnte. Das ist vor allem der Verdienst der Zweibrückerinnen und Zweibrücker, die immer wieder aufs Neue beweisen, dass sie in der Lage sind sich zu disziplinieren, wenn es darauf ankommt“,erklärte er. „Der heute verkündete Perspektivplan der Landesregierung bietet uns ab Donnerstag weitere Möglichkeiten der Lockerung. Vor allem für unsere vielen Einzelhändler bin ich dankbar, die von diesem Stufenplan profitieren. Unser gemeinsames Ziel ist es nun eine stabile 7-Tages-Inzidenz von unter 50 zu erreichen.“

Laut Mitteilung des Gesundheitsamtes ist in Zweibrücken am Dienstag die Inzidenz allerdings wieder gestiegen: auf 81,9. Aktuell sind im Zuständigkeitsbereich der Behörde 329 bestätigte positive Fälle aktiv, 26 weniger als am Vortag. Von den Betroffenen leben in Zweibrücken 79 (minus 2), in Zweibrücken-Land zwölf (plus 1) und in Pirmasens 90 (minus 6).

Ein Kind sowie eine Mitarbeiterin aus dem Kindergarten in Oberauerbach wurden positiv auf SARS-CoV-2 getestet, die entsprechenden Kontaktpersonen sind in Quarantäne.