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Zweibrücken: Bücher der Bipontina müssen nach Speyer, hoher Schaden

LBZ beklagt Schäden und finanziellen Aufwand : Alte Bücher der Bipontina müssen nach Speyer

Landesbibliothekszentrum: Historische Schätze wurden nicht adäquat aufbewahrt. Speyer hat massive Schäden ausgemacht, rund 15 000 Bände werden nun gereinigt. Kosten: fast sechsstellig. Die Rückkehr der Bücher nach Zweibrücken sei aber geplant.

Traurige Nachricht für die Kulturfreunde der Rosenstadt: Die Bipontina hat keine optimalen Verwahrmöglichkeiten für ihre bibliophilen Schätze in Zweibrücken. Das Landesbibliothekszentrum (LBZ) in Speyer, an das die Bipontina (neben Koblenz) angeschlossen ist, sieht sich genötigt, zu handeln. Das erklärte Annette Gerlach, Leiterin des LBZ, am Dienstag bei einem Pressegespräch im Rathaus.

Gerlach stellte in Anwesenheit von Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD) und Kulturdezernentin Christina Rauch (CDU) die Ergebnisse eines Klimagutachtens vor. Dieses habe deutlich gemacht, was das LBZ schon vorher gefürchtet habe: Die Bipontina hat keine Klimaanlage, es sei ein massives Betongebäude – diese ungünstigen Verhältnisse hätten zu erheblichen Schäden geführt, manche alten Bücher ließen sich nicht mehr öffnen, weil es ein Problem mit der Trocknung gebe. Auch Dokumente aus dem 17. und 18. Jahrhundert wiesen teilweise diese Probleme auf. „Der Restaurator fand mehrere schwer beschädigte Pergament-Schriften“, nannte Gerlach ein Beispiel.

Das LBZ habe einen Dienstleister beauftragt, den Bestand zu reinigen, es sei „ohnehin sinnvoll, die Bestände von Zeit zu Zeit zu reinigen“, merkte sie an. Nun stehe eine Mammutaufgabe bevor, denn es seien zirka 15 000 bis 18 000 Bücher beziehungsweise Dokumente betroffen, es handele sich um „600 Meter Regalbestand“ (insgesamt beherbergt die Bibliotheca Bipontina 110 000 Bücher und Schriften). Gerlach sprach von einer „unendlich aufwendigen Arbeit“; Kai-Michael Sprenger, Referatsleiter beim Kulturministerium, schätzte die Kosten auf eine „fast sechsstellige Summe“, die Reinigung der betroffenen Schätze dürfte neun bis zwölf Monate dauern.

Gerlach merkte an, das LBZ sei über diese Entwicklung in der Bipontina „nicht glücklich“, Speyer müsse nun „viel Geld in die Hand nehmen“.

Doch gab es für Zweibrücken auch Positives: Nach der Aufbereitung sollten die Werke zurückkehren. Nicht mehr in die Bipontina, aber an einen anderen Ort.

Der OB sagte, er freue sich darüber, die Stadt arbeite darauf hin, die Kostbarkeiten auch künftig verwahren zu könne, den geeigneten Standort müsse man nun, binnen der nächsten beiden Jahre, finden.

Auch die Kulturdezernentin sagte, die zu erwartende Rückkehr sei ein bedeutendes Signal für Zweibrücken, die Bücher seien „ganz wichtig für die Identität unserer Stadt“.