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Zweibrücken: Bootssteg bekommt neues Leben eingehaucht

An Zweibrücker Schließ soll der Bootssteg saniert werden : Der Bootsverleih wird wiederbelebt

Beim Bootssteg an der Zweibrücker Schließ soll sich endlich etwas tun. Das kündigt Oberbürgermeister Wosnitza an. Künftig sollen Minigolf und Bootsverleih aus einer Hand kommen.

Jetzt geht es an den Bootssteg. Nach der Ankündigung der Gewobau, den Minigolf-Platz an der Schließ zu modernisieren, legt die Stadt nach. Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD) erklärt auf Anfrage unserer Zeitung, dass dem Bootssteg neues Leben eingehaucht werden soll. Etliche Jahre lang haben dies Stadträte unterschiedlicher Couleur – und auch Bürger der Rosenstadt – immer wieder gefordert. Nun finden sie Gehör.

Wosnitza macht im Gespräch mit dem Merkur deutlich, dass die Stadt die grüne Lunge an der Schließ mit Wirtshaus und Biergarten, Minigolf-Platz, Bootssteg und Fischtreppe mit Informationsstele als touristische Adresse sieht, die in ihrer Gesamtheit eine Magnetfunktion für Besucher hat und deshalb möglichst attraktiv sein sollte.

Nachdem die städtische Tochter Gewobau jetzt erklärt hat, den marode gewordenen Minigolf-Platz in seinem Erscheinungsbild aufzufrischen und dafür bis zu 30 000 Euro auszugeben (wir berichteten in unserer Wochenend-Ausgabe) bläst auch der Oberbürgermeister zur Sanierungsaktion. Wosnitza: „Der Bootssteg muss saniert werden, das ist gar keine Frage. Wir wollten warten, bis bei der Gewobau die Entscheidung in Sachen Minigolf-Platz gefallen ist. Nun, wo das geschehen ist, ist klar, dass die Stadt an den Bootssteg gehen wird.“

Jörg Eschmann, neuer Geschäftsführer der Gewobau, hatte im Merkur erklärt, er halte es für sinnvoll, dass künftig Minigolf und Bootsverleih von einem einzigen Betreiber angeboten werden. Dem pflichtet Wosnitza bei: „Das sehe ich genauso, es hat eindeutig Vorteile, wenn alles aus einer Hand kommt. Einen Bootssteg zu besitzen, heißt nicht automatisch, ihn auch zu betreiben“, sagt Wosnitza mit Blick auf die Stadttochter Gewobau, die die Minigolf-Anlage an die Parkbrauerei verpachtet hat – die Brauerei wiederum hat sie an den Unternehmer Roland Zadra, der Wirtshaus und Biergarten an der Schließ betreibt, weiterverpachtet. Heißt das also, dass die Stadt den Bootssteg ebenfalls verpachten will? Womöglich auch an an Roland Zadra?

Wosnitza sagt, dass diese Lösung natürlich nahe liege, wenn man sehe, dass Zadra Wirtshaus und Biergarten und den Minigolf-Platz direkt gegenüber dem Bootssteg unter seinen Fittichen hat.

Aber es gelte nun, dies in der Stadt zu diskutieren, zu prüfen, ob ein solches „Gesamtpaket“ Zadra überantwortet werden solle – wobei die Frage natürlich auch sei, ob Zadra überhaupt daran Interesse hätte, den Bootsverleih an der Schließ auch noch zu organisieren.

Aber diese Frage ist beileibe nicht die einzige. Bevor der Bootsverleih in der nächsten Saison überhaupt gestartet werden, wird vor allem eins gebraucht: Boote.

Und da ist manche Frage offen, wie der Oberbürgermeister einräumt. Aus den früheren Zeiten des Bootsverleihs seien noch einige vorhanden. „Die Stadt hat sie eingelagert“, sagt Wosnitza. Aber in welchem Zustand sie sind, ob sie vielleicht nur gestrichen werden müssen, oder ob der Holzwurm so kräftig daran genagt hat, dass es billiger wäre, sie zu entsorgen und neue Boote zu kaufen – das ist bislang unklar. Immerhin – der Startschuss ist gefallen.

Das Potenzial für den Bootsverleih ist da. Wer schon einmal bei schönem Wetter am Jägersburger Weiher in Zweibrückens Nachbarstadt Homburg war und dort beobachtet hat, wie die Tretboote von Besuchern durchaus rege nachgefragt werden, kann sich gut vorstellen, dass dies auch in Zweibrücken für Besucher eine touristische Attraktion sein könnte. Natürlich bietet der Jägersburger Weiher mehr Platz für Boote als der Schwarzbach an der Schließ – aber auch dort könnten sich Gäste an schönen Tagen gemütlich über das Wasser treiben lassen.

Das Wirthaus an der Schließ wird samt Biergarten von Roland Zadra betrieben. Ebenso der Minigolf-Platz direkt gegenüber des Bootsstegs. Foto: eck
Oberbürgermeister Marold Wosnitza (Archiv­bild) ist selbst eine begeisterte Wasserratte. Foto: Lutz Fröhlich

Die Einzigen, die mit dem Bootsverleih hadern könnten, wären wohl die Enten im Schwarzbach. Die haben das Gewässer derzeit noch für sich – solange die Wassersportfreunde mit ihren Kanus nicht gerade zwischen den Trainingsstangen nahe der Fischtreppe ihr Training absolvieren. Aber dafür werden sie künftig sicher mit dem einen oder anderen Stückchen Brot von einem Boot aus entschädigt.