Zweibrücken bekommt Louyot-Bild

Edmond Louyot war ein französischer Maler aus Lothringen, welcher in den Wirren zweier Kriege mal Franzose, mal Deutscher und dann wieder Franzose war. Nach einer Ausstellung seiner Bilder im Stadtmuseum Zweibrücken Ende letzten Jahres, initiiert durch den Großneffen des Künstlers, hat dieser nun mehrere Ölgemälde der Pfalz geschenkt. Ein Bild ging nach Zweibrücken.

"Die Rückkehr der Herde", so lautet der Titel des großen Bildes, welches fortan das Besprechungszimmer im Bürgerzentrum der Zweibrücker Maxstraße ziert. Daneben gehen drei kleinere Bilder des Malers Edmond Louyot an die Pfalzgalerie in Kaiserslautern. Dort sollen diese bei den Werken der Münchner Schule einen Platz finden. Die Ölgemälde wurden gestern im Rahmen einer Feierstunde durch den Großneffen des Künstlers, Michel Louyot, an die neuen Eigentümer übergeben.

Charlotte Glück-Christmann vom Stadtmuseum Zweibrücken und Britta Buhlman von der Pfalzgalerie Kaiserslautern nahmen in Anwesenheit von Michel Louyot und Kulturdezernent Henno Pirmann die Werke entgegen. Dieser erinnerte an die erst im Januar zu Ende gegangene Ausstellung rund um das Werk des 1920 in Lothringen verstorbenen Künstlers und den rund einjährigen Kontakt mit dem Großneffen des Malers. Pirmann betonte die Symbolik der Schenkung, aber auch der Ausstellung. Beidem sei eine grenzüberschreitende Bedeutung zuzuweisen, ein Zeichen der Annäherung Deutschlands und Frankreichs, welche schon zu Lebzeiten Edmont Louyots zwei Kriege gegeneinander führten und den Künstler durch veränderte Nachkriegsgrenzen erst vom Franzosen zum Deutschen machten und danach wieder zum Franzosen. Damit steht der Maler stellvertretend für eine Generation Lothringer, welche durch die politischen und kriegerischen Zeitläufe heimatlos wurden.

Charlotte Glück-Christmann betonte ebenfalls die geschichtliche Bedeutung des Werkes, welches durch das Grenzwirrwar der Kriege kaum Bekanntheit in der Kunstwelt fand. "Erst wollten die Franzosen Louyot nicht ausstellen, weil er Deutscher geworden war, dann war es umgekehrt, weil er wieder Franzose geworden war", so die Historikerin. "Und das, obwohl Louyot an renommierten Kunstschulen in München und Düsseldorf studiert hatte."

Auch für den Großneffen des Malers, Michel Louyot, war das Schicksal von Großonkel Edmond einer der Gründe, die Schenkung zu veranlassen. Dass er die Kunstwerke gerade nach Zweibrücken und Kaiserslautern gibt, liegt an der ehemaligen Zugehörigkeit der Pfalz zu Bayern und dem starken Bezug seines Großonkels nach München. Des Weiteren erinnerte er daran, dass die Pfalz und das Elsass Nachbarn seien und an die Wichtigkeit guter Beziehungen unter Nachbarn. Auch verwies er auf eine einst gemeinsame Zeit als Land, denn im 6. Jahrhundert waren beide Regionen vereint.

Hanno Pirmann verwies auf die heutige Bedeutung der deutsch-französischen Freundschaft, welche man gut am Beispiel der Städtepartnerschaft zwischen Zweibrücken und Boulogne-sur-Mer nachvollziehen könne.