Plan: Ab 2024 - Bundesförderprogramm im Blick Ex-City-Outlet soll Kultur-Magnet werden

Zweibrücken · Die Stadt will von einem Bundesförderprogramm profitieren und ab 2024 aus einstiger Shopping-Adresse einen Kultur-Magneten mit Bibliotheken, Kulturamt, Spiele-Ecken und mehr machen. Räte sind einstimmig dafür.

 Im früheren City-Outlet ist im oberen Stockwerk (seit 2011) ein Fitness-Studio ansässig, im Erdgeschoß befindet sich eine Weinbar und die kommunale Impfstelle. Abgesehen davon döst die frühere Einkaufsadresse schon seit Jahren vor sich hin.

Im früheren City-Outlet ist im oberen Stockwerk (seit 2011) ein Fitness-Studio ansässig, im Erdgeschoß befindet sich eine Weinbar und die kommunale Impfstelle. Abgesehen davon döst die frühere Einkaufsadresse schon seit Jahren vor sich hin.

Foto: xxxx

Wird das frühere City-Outlet in den kommenden Jahren aus seinem Dornröschenschlaf geweckt? Die Stadt hat die Lippen gespitzt, sie ist bereit zum entscheidenden Küsschen. Und wenn die einstige Einkaufsadresse dann aus tiefem Schlaf erwacht, soll sie strahlen – als Kultur-Magnet der Rosenstadt. Mit Bibliotheken, Kulturamt, Ticket-Verkauf, Nischen für Computerspieler, Bastler und Hobby-Forscher.

Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD) informierte den Stadtrat am Donnerstagabend über Details der Pläne. Das seit Jahren vor sich hin dösende und darbende Areal mit City-Outlet, Sinne-Eck und ZOB (Zentraler Omnibusbahnhof) soll aufgewertet werden und wieder mehr Menschen anziehen.

Es gibt ein Bundesförderprogramm: „Zukunftsfähige Städte und Zentren“. Den Kommunen soll geholfen werden, Problemlagen in den Innenstädten neues Leben einzuhauchen. Zweibrücken möchte auf das Programm zurückgreifen.

Laut Wosnitza darf die Stadt für die geplanten Investitionen in City-Outlet und Umfeld in Höhe von 1,7 Millionen Euro mit einer 90-prozentigen Förderung rechnen. Der Bund würde also 1,56 Millionen Euro übernehmen, bei der Stadt verbliebe ein zehn-prozentiger Anteil von rund 173 000 Euro. 

Die Zeit drängt. Erst am 22. Juli 2021 gab der Bund den Startschuss für die Förderung, die Verwaltung reichte am 17. September ihre Pläne ein, am 29. November gab es positive Signale aus Berlin, am 8. Dezember wurde der Stadtrat über das Vorhaben informiert – und nun muss bereits diesen Freitag, 25. Februar, der Antrag offiziell eingereicht werden. Daher die Sondersitzung des Stadtrates am Donnerstagabend (wegen Corona in der Hofenfels-Gymnasium-Aula).

Wosnitza ging noch einmal auf die Probleme ein, die das Areal rund ums Ex-City-Outlet hat. Mit Blick auf die am Outlet vorbeiführende Münzstraße und den ZOB sprach er von einem „immer problematischer werdenden Umfeld“ (und spielte damit sicher auf die dort zunehmenden Fälle von Kriminalität an, wir berichteten mehrfach). Das Sinne-Eck sei ebenfalls nur noch ein Schatten vergangener Tage.

Wosnitza schwebt vor, das City-Outlet zu einem kulturellen Leuchtturm zu machen. Stadt- und Jugendbibliothek sollen zusammengelegt und dort angesiedelt werden, das Kulturamt vom jetzigen Standort im Behördenzentrum Max 1 ins Outlet umziehen, Tourismus-Info und Kartenverkauf sollen dort angeboten werden, es soll Nischen geben für Jugendliche (Computer-Spiele, Bastler-Ecken, Stationen für Hobby-Forscher), für Senioren soll es etwa Tablet- und Handy-Kurse geben, es sind Veranstaltungsräume geplant. Das Sinne-Eck könnte ein Treffpunkt für „innerstädtisches Arbeiten, Wohnen und Leben“ werden, auf die Bedürfnisse von Home-Office-Arbeitern ebenso eingehen wie auf „Co-Working“.

Ab November 2022 soll eine Machbarkeitsstudie für all dies durchgeführt werden, ab Mitte 2023 könnte die Planung festgezurrt werden, ab 2024 sei die Umsetzung denkbar.

Die Stadträte stimmten dem Vorhaben, dieses Areal aufzuwerten, einstimmig zu. Die Förderung sei bedeutend, die Pläne für das immer unattraktiver werdende Viertel äußerst sinnvoll. Doch gab es auch kritische Stimmen, etwa zum geplanten Umzug des Kulturamtes, dieses sei erst vom Herzogplatz ins Max 1 umgezogen; auch machten mehrere Redner deutlich, dass der Stadtrat in den einzelnen Schritten des sich über Jahre hinziehenden Projekts stets aufs Neue eingebunden werden müsse. > Bericht folgt