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Zweibrücken: Angriff auf Coronatest-Helfer am Herzogplatz

DRK in Zweibrücken schaltet zweimal Polizei ein : Corona-Tester am Herzogplatz attackiert

DRK muss in zwei Fällen Polizei einschalten. Am Montag öffnet in früherem Gebäude der Gewobau eine weitere Teststraße.

Das Corona-Testcenter auf dem Herzogplatz wird von den Bürgern sehr gut angenommen. Dieses Fazit zog Hans Prager, Leiter des DRK Südwestpfalz, am Donnerstag auf Anfrage unserer Zeitung.

„Es läuft richtig gut“, sagte Prager. Pro Tag kämen im Schnitt rund 150 Menschen – 100 davon mit Anmeldung, 50 spontan, was bedeutet, dass sie eine kleine Wartezeit (laut Prager maximal zehn Minuten) mit einberechnen müssen.

Der DRK-Chef ist mit dieser Resonanz sehr zufrieden. Das Testcenter öffnete schließlich erst vor einem halben Monat, am 24. März. Es brauche ein wenig Zeit, bis es sich herumgesprochen habe, dass es dieses Angebot im Herzen der Innenstadt gibt.

Insgesamt führen die Rotkreuzler an ihren drei Teststraßen in Zweibrücken pro Woche derzeit 1600 Abstriche durch. Zwei Teststraßen werden an der Rettungswache gegenüber dem Hauptfriedhof vorgehalten (wobei bei Bedarf nur eine davon geöffnet ist), die dritte befindet sich am Herzogplatz.

„Und ab Montag haben wir eine vierte Teststraße“, kündigt Prager an. Diese werde in den früheren Räumen der Gewobau am Schlossplatz eingerichtet. „Am Samstag machen wir eventuell noch einen Probelauf, regulär startet der Betrieb dann am Montag“, sagte Prager.

Das Projekt des Landes „Testen für alle“ kommt also mächtig ins Rollen. Prager könnte folglich rundum zufrieden sein. Doch gibt es einen Wermutstropfen: Nicht jeder Bürger bewahrt in der Pandemie einen kühlen Kopf.

In einer geringen Zahl von Fällen komme es zu Streit am Testcenter am Herzogplatz. Manche Leute beschwerten sich, wenn sie mal ein paar Minuten warten müssten. Andere seien leider noch renitenter. In zwei Fällen musste das DRK sogar die Polizei einschalten.

Prager: „Wir hatten einen Fall, da hat sich ein Bürger hochaggressiv gegenüber unseren Helfern benommen. Er sagte schließlich zu ihnen, sie sollten sich ,die Stäbchen in den A . . . schieben’. Damit wurde der Bogen überspannt. Wir haben die Polizei eingeschaltet und Strafanzeige gestellt.“

In einem zweiten Fall sei ein Bürger ebenfalls aggressiv geworden: Er haben den Helfern wiederholt unterstellt, sie würden das Datenmaterial, das sie mittels ihrer Bögen erfassten „weiterverkaufen an andere“, berichtet der DRK-Chef und erklärt: „Völliger Quatsch. Wir legen größten Wert auf den Datenschutz.“

Da der Mann penetrant seine Vorwürfe wiederholt habe und nicht locker ließ und immer wieder E-Mails mit solchen Vorwürfen schrieb, wurde auch hier die Polizei gerufen, mit der Bitte, zu prüfen, ob dieses Verhalten nicht justitiabel gewesen sei.

Prager weist daraufhin, dass man nicht überempfindlich sei, man habe eine gewisse Toleranz und stecke manches überflüssige oder unpassende Wort weg. Aber irgendwann sei der Bogen halt überspannt.

„Man darf nicht vergessen, dass das fast alles Ehrenamtler sind, die sich an unseren Teststationen engagieren. Die müssen sich für ihr Engagement nicht auch noch beleidigen lassen“, stellt der DRK-Chef klar.

In seinem Zuständigkeitsbereich (der DRK-Kreisverband betreut die Stadt Zweibrücken sowie den gesamten Landkreis Südwestpfalz plus Lambsborn) seien aktuell 200 Ehrenamtler aktiv – das sei ein ganz wichtiger Posten, das DRK sei dankbar dafür.

  Das Gebäude am Schlossplatz, in dem früher die Gewobau ihren Sitz hatte. Hier öffnet am Montag ein weiteres Testcenter des DRK. Dann sind in der Stadt vier Teststraßen in Betrieb: zwei an der Rettungswache, eine auf dem Herzogplatz, eine am Schlossplatz.
Das Gebäude am Schlossplatz, in dem früher die Gewobau ihren Sitz hatte. Hier öffnet am Montag ein weiteres Testcenter des DRK. Dann sind in der Stadt vier Teststraßen in Betrieb: zwei an der Rettungswache, eine auf dem Herzogplatz, eine am Schlossplatz. Foto: Mathias Schneck

An diesem Freitag führt das DRK mit den Leitern der Schulen eine Videokonferenz durch. Thema ist das Selbsttesten an den Schulen, dieses startet in Zweibrücken am Montag. DRK-Chef Hans Prager spricht mit den Rektoren über mögliche Probleme, wie: „Was ist zu tun, wenn in einer Klasse ein Schüler positiv getestet wurde?“