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Zwei neue Bücherschränke stehen in Zweibrücken

Zwei neue Bücherschränke stehen in Zweibrücken : Die Bücher kommen zu den Menschen

Die beiden Quartiersbüros entlang des Hornbachs – Breitwiesen und Steinhauser Straße – haben je einen Bücherschrank aufgestellt. Hier kann man kostenlos Lesestoff und Spiele leihen oder tauschen.

Diese Telefonzelle hat es in sich: In der Liebigstraße präsentiert Quartiersmanagerin Kim Siewert den neuen Bücher-Ausleihschrank. Hier können keine Anrufe getätigt werden, sondern Interessierte können in einer schönen Auswahl von Romanen und Kinderbüchern stöbern. Ein Pendant steht in der Tilsitstraße 31/33. Die beiden Telefonzellen, in denen die Bücherausgabe untergebracht ist, kommen aus Potsdam. „Wir hätten gerne eine traditionelle gelbe Telefonzelle gehabt, doch es gab nur noch die moderneren“, sagt Yvonn Weber, die als Quartiersmanagerin in den Breitwiesen tätig ist.

Die Gewobau ermöglichte die Anschaffung der beiden Zellen, den Transport übernahm das Rote Kreuz. „Die Ausleihschränke in den Telefonzellen werden besser angenommen als die Regale in unseren Büros“, berichtet Kim Siewert. Ihr fällt auf, dass schon nach wenigen Tagen viele neue Bücher in der Zelle angekommen sind. Dafür sind die Spiele und Kinderbücher bereits vergriffen, sodass nachgefüllt werden muss. „Diese Ausleihschränke haben sich in vielen Städten bereits etabliert, ich denke die Leute mögen auch den Wiederverwertungsgedanken“, ergänzt Yvonn Weber.

Dass dieses Konzept aufgeht, beweist auch der schon länger bestehende Bücher-Ausleihschrank am Rathaus. Die beiden Quartiersmanagerinnen bedauern allerdings, dass die Feierlichkeiten zur Einweihung Corona-bedingt ausfallen mussten. Sie sollen kommendes Jahr in einer gemeinsamen Aktion mit dem Kulturamt und dem Lesesommer nachgeholt werden.

Wenn das Wetter mitspielt, sollen aber im Juli schon Lesungen im Freien stattfinden. Zurzeit findet der Leseclub des Quartiersmanagements nur online statt. „Am Hornbach haben wir Lesungen in der Spiel- und Lernstube gemacht. Dabei haben wir festgestellt, dass viele Kinder die alten Märchen nicht mehr kennen, oder höchstens aus Zeichentrickfilmen. Die Kinder genießen es, wenn sie von einer älteren Person vorgelesen bekommen“, sagt Yvonn Weber. Dazu greift man auf ehrenamtliche Vorlesepaten zurück. So kann auch eine aktive Sprachförderung für Kinder stattfinden, die aus Familien mit Migrationshintergrund kommen.

Doch nicht nur dem Lesen hat sich das Programm Soziale Stadt verschrieben. Die Beteiligten planen auch, die Grünflächen in den Wohngebieten zu aktivieren und – wenn es die Finanzierung erlaubt – Blumenwiesen anzupflanzen. Hochbeete werden an Spielplätzen, in Kitas, Schulen und Spielstuben aufgestellt, um Kindern die Natur näherzubringen.

Mit dem Städtebauförderungsprogramm Soziale Stadt unterstützt der Bund seit 1999 die Stabilisierung und Aufwertung städtebaulich, wirtschaftlich und sozial benachteiligter und strukturschwacher Stadt- und Ortsteile. Städtebauliche Investitionen in das Wohnumfeld, in die Infrastrukturausstattung und in die Qualität des Wohnens sorgen für mehr Generationengerechtigkeit sowie Familienfreundlichkeit im Quartier und verbessern die Chancen der dort Lebenden auf Teilhabe und Integration.

Ziel ist es, vor allem lebendige Nachbarschaften zu befördern und den sozialen Zusammenhalt zu stärken. Mit dem Bücher-Ausleihschrank ist man diesem Ziel einen Schritt näher gekommen. Anstelle einer Einweihungsfeier haben die Verantwortlichen ein kleines Video auf die Facebook-Seite des Quartiersmanagements gestellt, zu finden unter dem Stichwort „Soziale Stadt – Quartiersmanagement Zweibrücken“.