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Zusammenarbeit zwischen Nardini-Klinikum und Hochschule in Zweibrücken

Praktika für Medizininformatik-Studierende : Nardini-Klinikum kooperiert mit Zweibrücker Hochschule

Wer auf dem Kreuzberg Medizininformatik studiert, kann jetzt ein spezielles Praktikum machen. Nicht nur Oberbürgermeister Wosnitza sieht dadurch auch den Gesundheits-Standort gestärkt.

Das Nardini-Klinikum in Zweibrücken nimmt seit dem laufenden Semester aktiv Studenten der Medizininformatik auf. So sieht es eine Kooperationsvereinigung vor, die Krankenhaus und Hochschule Kaiserslautern miteinander abgeschlossen haben. Für die Studenten des Studiengangs am Hochschul-Standort Zweibrücken hat das Klinikum extra einen Ablaufplan erstellt, wie Chefarzt Dr. Peter Schiedermaier, einer der treibenden Kräfte, am Dienstag bei einem Pressegespräch mitteilte. Sie sollen im Krankenhaus in den Bereichen EDV, Controlling, Patientenaufnahme und Anwendungen im medizinischen Bereich sammeln. Die Praxistätigkeiten sind vielfältig und gehen über ein Pflegepraktikum hinaus. Das könne aber auch gemacht werden.

Von der Kooperation versprechen sich beide Seiten einiges: Das Nardini-Klinikum wolle sich Know-How reinholen, die Hochschule das Studium um praktische Anteile erweitern, die bisher fehlten. Professor Uwe Tronnier, Studiengangleiter für Medizininformatik am Standort Zweibrücken, erklärt, dass eine Klinik für ein Pflichtpraktikum am besten geeignet sei. „Die technisch orientierten Studierenden sollen auch sehen wo der Patient liegt, damit sie wissen, für wen sie das machen.“ Tronnier will das Praktikum möglichst früh im Studium verankern. Empfehlung sei das zweite Semester. So könnten die Studierenden früh sensibilisiert werden. „Wir wollen unsere Studenten dazu ausbilden das Fachgebiet genau zu verstehen“, sagt Tronnier.

Das Praktikum soll 20 Tage dauern. In der normalen Vorlesungszeit, lässt es sich schwer bewerkstelligen – in der vorlesungsfreien Zeit schon. Ein Praktikum vor Beginn des Studiums war auch eine Option, doch die hat der Studiengangleiter schnell verworfen. Denn Interessierte könnten dies als Hürde sehen und sich deswegen gegen den Studiengang entscheiden.

Dr. Schiedermaier ist sich sicher, genügend Medizininformatiker unterbringen zu können. Auch zusätzlich zu den Medizinstudenten, die praktische Erfahrung im Krankenhaus sammeln (Famulanten). So viele junge Menschen sind es aktuell auch nicht im Bachelor-Studiengang – in Zweibrücken nur knapp 20 Studierende pro Jahr. „Medizininformatik führt ein kleines Nischendasein“, sagt Tronnier. Allein der Name wirke abschreckend. Für Informatik müsse man eine gewisse Affinität mitbringen und Medizin habe den Nimbus, besonders schwierig zu sein. Allerdings sei die Tendenz, dass der Studiengang beliebter werde. Die Zweibrücker Hochschule habe noch Kapazitäten. Rund 50 Studierende pro Jahr könne die Hochschule aufnehmen.

In der Praxis sollen Medizininformatiker mithilfe von Daten und Algorithmen Prozesse für Ärzte und Pfleger verbessern. Das funktioniere am besten, wenn sie selbst wissen wie die Patientenversorgung funktioniert. Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD) lobt die Kooperation: Querdenken sei wichtig.

Schiedermaier sieht Zweibrücken auch wegen der interdisziplinären Zusammenarbeit als Gesundheitsstadt gestärkt. Das sieht auch Wosnitza so: „Es genügt nicht dass die starken Partner nur da sind, sie müssen auch wollen.“ Genau das zeige das Nardini-Klinikum durch seine Initiative, Zweibrücker Medizininformatikern Praktika anzubieten.