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„Zunehmende Rücksichtslosigkeit“

„Zunehmende Rücksichtslosigkeit“

Immer wieder kommt es in Innenstädten zum gleichen Anblick: Autos parken auf den Bürgersteigen und erschweren Fußgängern so das Passieren. Auch in Zweibrücken kommt es zu solchen Vorkommnissen, wie Dr. Rainer Schanne dem Pfälzischen Merkur schreibt.

"Seit Jahren beobachte ich in unserer Stadt eine zunehmende Rücksichtlosigkeit. Da wird auf dem Gehsteig geparkt, nur um mit möglichst wenig Schritten die Ladentür zu erreichen", so Schanne. Zwar habe er Verständnis dafür, dass Autofahrer aus Sorge um ihre Außenspiegel in manchen Straßen halb auf einem breiten Gehsteig parken. "Doch dieses Verständnis hört bei mir auf, wenn dadurch andere Verkehrsteilnehmer, für die der Gehsteig eigentlich gedacht ist, behindert oder gar gefährdet werden", schreibt der Leser. Er nennt als Beispiele Eltern, die mit ihrem Kinderwagen über die Bordsteinkante auf die Straße ausweichen müssen, und Rollstuhlfahrer, die bei einem zugeparkten Gehweg auf Hilfe warten müssen.

Auf Merkur-Anfrage beim Ordnungsamt Zweibrücken bestätigte uns der Leiter Klaus Stefaniak, dass das Parken auf dem Bürgersteig grundsätzlich nicht erlaubt ist. "Nur bei eingezeichneten Parklinien und einem entsprechenden Schild darf auch auf Gehsteigen geparkt werden", so Stefaniak. Dabei müsse immer noch mehr als ein Meter Platz gelassen werden, sodass beispielsweise ein Kinderwagen am Auto vorbeipasst. Jedoch kann das Ordnungsamt in Einzelfällen auch Ausnahmen machen. "Wenn jemand nur einen Brief einschmeißen möchte oder der Verkehr in keiner Art und Weise beeinträchtigt wird, müssen wir nicht zwingend einen Strafzettel ausstellen", erklärt Stefaniak.

In Kurven sei das Parken auf dem Gehsteig aber ebenso wenig gern gesehen wie bei einer aus dem Parken resultierenden Gefährdung oder Behinderung. Drei Mitarbeiter sind momentan beim Ordnungsamt Zweibrücken dafür zuständig, den ruhenden Verkehr zu überwachen. Sie arbeiten zu verschiedenen Zeiten, auch an Feiertagen oder abends. Eine ständige Überwachung der Mittelstadt sei nicht durchführbar und unverhältnismäßig, so Stefaniak. Wir kümmern uns um Ihre Anliegen: Wenn Sie von einem Problem betroffen sind, ist das ein Fall für die Rubrik "Im Leserauftrag nachgefragt". Der Pfälzische Merkur recherchiert immer dann, wenn das Thema, das Sie betrifft, auch für andere Bürger interessant ist. Kontakt: Tel. (0 63 32) 80 00 50, E-Mail: merkur@pm-zw.de.