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Saarländertage: „Zum Glick sin mir Saarlänner wasserdicht“

Saarländertage : „Zum Glick sin mir Saarlänner wasserdicht“

Trotz des Regengusses am Mittag haben sich die Gäste aus dem Saarland und Frankreich gestern beim Einkaufsbummel wohl gefühlt in Zweibrücken. Besonders viel Lob gab es für das Rahmenprogramm.

Unter dem Vordach von Beulke und Speer steht Andreas Becker aus Neunkirchen und lacht. „Zum Glick sin mir Saarlänner wasserdicht“, sagt er und reibt sich seine Brille trocken. Beim Stadtbummel wurden er und seine Freundin Silke Spieß nass erwischt. „Ach bei uns im Saarland scheint eh immer die Sonne. Dann fahren wir halt zu euch Pfälzern, damit wir auch mal Regen sehen“, frotzelt sie. „Aber im Ernst: Ich finde es wirklich schön, was sich die Zweibrücker hier immer wieder einfallen lassen“, meint Becker. „Vor allem, dass da so viel drumherum ist: Livemusik, Kinderkarussel, der Krämermarkt und der Flohmarkt. Mir gefällt das, wir kommen seit drei, vier Jahren immer hierher am Feiertag.“

 Als die Sonne noch scheint, da steht ein Grüppchen älterer Damen mit gebührendem Abstand zur Bühne des Pfälzischen Merkur, der Woch und des Citymarketings und unterhält sich. Offensichtlich war die Zusammenkunft nicht geplant. „Wir sind aus Homburg und haben uns hier zufällig getroffen“, sagt Ingrid Berger. Plötzlich ruft ihre Bekannte Marlies Möller: „Ach Gott, der singt jo uff pälzisch“ und schaut ganz überrascht zu Michael Wack und seiner Gruppe Blueshimmel. „Die Musik klang so amerikanisch, aber das ist ja witzig“, sagt sie. Die Damen lauschen den launigen Texten von Blueshimmel, kichern und staunen über die Mischung aus Blues und Dialekt.

 Andreas Michel hob bei der Eröffnung symbolisch den Schlagbaum.
Andreas Michel hob bei der Eröffnung symbolisch den Schlagbaum. Foto: David Betz
 Pantomime bei Möbel Martin. Foto: David Oliver Betz
Pantomime bei Möbel Martin. Foto: David Oliver Betz Foto: David Oliver Betz

 Bei Möbel Martin begrüßt ein riesengroßer, aufblasbarer Eiffelturm die Besucher, davor stehen zwei Citroën 2CV, besser bekannt als Ente, und ein Trio verleiht dem Vorplatz mit Akkordeonmusik französisches Flair. Pierre Bernard aus Frankreich freut sich. „Das ist ja fast wie zuhause“, sagt er lachend. „Vor allem, dass es hier nicht nur um die Saarfranzosen geht“, schiebt er augenzwinkernd nach. „Überall heißt es Saarländertage, aber es sind so viele Franzosen hier. Ich spreche zwar gut deutsch, weil ich geschäftlich in ganz Deutschland unterwegs bin, aber ich finde es klasse, dass es hier sogar einen Ansprechpartner nur für Franzosen heute gibt“, sagt er und zeigt auf den Herrn, der im Eingansbereich von Möbel Martin für Kunden da ist, die nur Französisch sprechen. „Wir kommen wieder“, verspricht er und entschwindet zu seinem Auto – übrigens ein Volkswagen und kein Citroën.