Zukunftstag an der Berufsbildenden Schule (BBS) Zweibrücken Ein Crashkurs fürs Leben

Zweibrücken · Die Berufsbildende Schule Zweibrücken veranstaltete vergangene Wochen ihren ersten Zukunftstag. Experten aus der Finanz- und Versicherungsbranche informierten in kurzweiligen Workshops zu Alltagsthemen. So sollen junge Menschen gezielt auf das Leben nach der Schule vorbereitet werden.

Rund 70 Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschule 1 nahmen am Zukunftstag der BBS Zweibrücken teil. Hier der Einstiegsvortrag am Morgen mit Pia Matt von der Initiative für wirtschaftliche Jugendbildung.

Rund 70 Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschule 1 nahmen am Zukunftstag der BBS Zweibrücken teil. Hier der Einstiegsvortrag am Morgen mit Pia Matt von der Initiative für wirtschaftliche Jugendbildung.

Foto: Elisabeth Heil

Keine Ahnung von Miete, Steuern und Versicherungen? Kein Problem! Der Zukunftstag der Initiative für wirtschaftliche Jugendbildung (IWJB) ist ein Projekttag zur Finanzbildung für Schulen, um Schülerinnen und Schüler auf das Erwachsenenleben vorzubereiten. Eine gute Idee, finden auch die Lehrerinnen und Lehrer der Berufsbildenden Schule (BBS) in Zweibrücken, weshalb sie vergangene Woche zum ersten Mal den Zukunftstag veranstalteten. Das Angebot richtete sich an die BF1-Schüler (Berufsfachschule 1), die nach dem Schuljahr entweder eine Ausbildung beginnen oder in einem weiteren Schuljahr die Mittlere Reife anstreben.

„Mit dem Zukunftstag bieten wir jungen Menschen ganz praktische Hilfestellung und geben ihnen Wissen mit auf den Weg, das sie beim Start ins Erwachsenenleben brauchen“, erläuterte Pia Matt in ihrem Einstiegsvortrag am Morgen. Die Studentin ist im Auftrag der Initiative in den Schulen unterwegs und vor Ort als Ansprechpartnerin für alle Beteiligten greifbar. „Wir adressieren aber auch gesellschaftliche Probleme. So machen wir im Finanzworkshop darauf aufmerksam, dass es wichtig ist, schon in jungen Jahren finanziell für das Alter vorzusorgen, um nicht in die Altersarmut zu rutschen. Und wir leisten einen Beitrag zur sozialen Gerechtigkeit, denn wir sind der Überzeugung, dass finanzielle Bildung nicht vom Elternhaus abhängig sein sollte.“

Aus der Praxis wisse man, dass sich Schülerinnen und Schüler häufig nicht ausreichend auf den Start ins Erwachsenenleben vorbereitet fühlten. „Sie bemängeln fehlendes Finanz- und Alltagswissen, was im realen Leben dann schnell zu Problemen und Herausforderungen führen kann. Wer keine Ahnung von Miete hat, findet viel schwerer eine bezahlbare Wohnung; wer keine Ahnung von Finanzen hat, hat ein größeres Risiko vor Überschuldung und Altersarmut.“

Im Mittelpunkt standen daher vier Workshops in den Themenbereichen Finanzen, Steuern, Wohnen und Krankenversicherungen. Pia Matt sprang an diesem Tag ausnahmsweise für den erkrankten Kollegen der Krankenversicherung ein, was für die erfahre Referentin aber kein Problem darstellte. Auf Augenhöhe mit den Jugendlichen vermittelte sie in einem interaktiven Vortrag die notwendigen Grundkenntnisse zum Thema Krankenversicherung, die sie für den Start ins Erwachsenenleben brauchen. ‍Etwa, dass es einen Unterschied macht, ob man in Schule oder Ausbildung befindet, welche unterschiedlichen Krankenkassen es gibt und welche Leistungen gerade für junge Erwachsene interessant sein können.

„Als Schüler seid ihr zunächst noch über eure Eltern versichert. Sobald ihr eine Ausbildung beginnt, müsst ihr euch selbst versichern“, erklärte Pia Matt. Sie empfahl den Schülern, sich vorab auf Internetportalen über die Pros und Kontras der jeweiligen Versicherungen zu informieren und zu vergleichen, welche Krankenversicherung zu ihren Bedürfnissen passe. „Das dauert nicht lange und lohnt sich“, versicherte sie. „Es gibt zwar den großen Bereich, der gesetzlich vorgegeben ist, aber auch individuelle Unterschiede bei den Zusatzleistungen, die interessant sein können – für bestimmte Berufsgruppen zum Beispiel. Manche Kassen sind bei Reisen einfach besser aufgestellt oder punkten mit einem ausgefeilten Onlineservice. Andere wiederum werben mit besonderen Konditionen im Fitessbereich“, zählte die Referentin auf. „Wie viel ihr am Ende an die Krankenkasse zahlen müsst, richtet sich übrigens nach der Höhe eures Bruttoeinkommens. Kennt ihr den Unterschied zwischen Brutto und Netto“, fragte sie in die Runde und ergänzte: „Also mein Lehrer sagte früher immer ,Brutto ist brutal viel und netto net so viel‘. Das konnte ich mir dann gut merken.“

Initiatorin und Organisatorin der Veranstaltung an der BBS ist übrigens Andrea Schneider. „Wir wollen unsere Schülerinnen und Schüler fit fürs Leben machen, weshalb wir ihnen auf unterschiedliche Weise Alltagskompetenzen an die Hand geben“, sagte sie. „Dazu gehören Themen wie gesunde Ernährung. Außerdem arbeiten wir mit einem Respektcoach zusammen. Mit dem Zukunftstag können wir unsere Alltagskompetenzen nun auch mit Finanzdingen füllen.“