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„Zukunft besteht in Kooperation“

„Zukunft besteht in Kooperation“

Gesundheits-Staatssekretär David Langner hat die beiden Zweibrücker Krankenhäuser bei der Neubau-Einweihung im Nardin-Klinikum gestern zu mehr Zusammenarbeit aufgefordert. Das Nardini-Klinikum sendete hierzu gemischte Signale.

Als wichtiger Baustein zur Zukunftssicherung des Hauses sowie zur Optimierung der Patienten-Versorgung wurde gestern im "Nardini-Klinikum St. Elisabeth Zweibrücken " die Einweihung des 5,25 Millionen teuren An- und Umbaus gefeiert.

5,25 Millionen Euro wurden investiert, um auf 950 Quadratmetern eine neue Notfallaufnahme und Liegendkranken-Zufahrt zu bauen, die eine wesentliche schnellere Versorgung ermöglicht. Auch der Haupteingang wurde verlegt und ein zur Stadt offener Vorplatz geschaffen. Integriert in den Neubau sind auch die neue Notdienstzentrale der Kassenärztlichen Vereinigung und eine Cafeteria, die - als letztes Element - in den kommenden Wochen eröffnet. Da dies alles ein Grund zum Feiern, aber großteils schon längst in Betrieb ist, wurde bei der Einweihungsfeier gestern aber auch in die Zukunft geblickt.

"Zukunft besteht in der Kooperation", sagte Nardini-Geschäftsführer Frank F. Banowitz in seiner Begrüßungsrede. In seiner langen Aufzählung von Kooperationspartnern - vom Nardini-Klinikum Landstuhl über die Zweibrücker Hochschule, niedergelassene Ärzte, DRK und ASB, Apotheken "bis hin zu Sportvereinen" fehlte allerdings ein Name: das Evangelische Krankenhaus, mit dem die Landesregierung seit Jahren mehr Kooperation anmahnt. Banowitz sagte aber auch: "Der Ausbau strategischer Partnerschaften mit weiteren Partnern ist ein Ziel des Nardini-Klinikums."

Der rheinland-pfälzische Gesundheitsministeriums-Staatssekretär David Langner (SPD ) lobte in seiner Ansprache zunächst, dass mit dem Nardini-Klinikum 2011 ein "Verbundkrankenhaus" der zuvor eigenständigen Häuser in Zweibrücken und Landstuhl gegründet wurde. Angesichts der Herausforderungen bei der Finanzierung des Gesundheitswesens "halten wir das für einen ganz, ganz wichtigen Baustein". Langner mahnte aber noch mehr an: "In einer Stadt wie Zweibrücken ist die Frage: Wie kann man mit dem zweiten Haus am Standort zusammenarbeiten?" Dies sei auch zum Wohle der Patienten wichtig. Auf Merkur-Nachfrage sagte Langner, es gebe leider "keine ganz aktuellen Entwicklungen" in Sachen Kooperation. "Für uns ist aber wichtig, das zu betonen. Es würde beiden Häusern mehr Schwierigkeiten als Vorteile bringen, in Konkurrenz zu treten." Der heute scheidende Gesundheitsminister Alexander Schweitzer hatte im Juli 2013 eine Kooperation angemahnt, wie schon 2010 seine Vorgängerin Malu Dreyer (beide SPD ). Ist irgendwann der Zeitpunkt gekommen, dass das Ministerium nicht nur mahnt, sondern Druck macht? Langner: "Es gibt immer die Möglichkeit, über Fördermittel etwas zu sagen." Der aktuelle Umbau sei klar notwendig gewesen, deshalb habe das Ministerium ihn mit 4,6 Millionen Euro bezuschusst: "Aber wenn weitere Maßnahmen anstehen, wird man sicher nochmal drüber reden." Zudem setze das Ministerium "auch finanzielle Anreize für Kooperationen". Damit eine Kooparation funktioniert, sei aber wichtig, "dass die Initiative dafür vom Träger kommt", erklärte Langner die jahrelange Geduld des Ministeriums mit den beiden Zweibrücker Häusern, die bislang nur in wenigen Bereichen zusammenarbeiten (wir berichteten).

Geschäftsführer Banowitz sagte gestern auf Merkur-Nachfrage: "Es laufen regelmäßig Gespräche mit dem Evangelischen Krankenhaus." Man müsse aber auch Prioritäten setzen - und da habe man sich zuletzt auf die Baumaßnahme konzentriert.

Wilhelm Gegenfurtner, Superior der Mallersdorfer Schwester und Aufsichtsratsvorsitzender des Nardini-Klinikums, weihte den Neubau ein. Zuvor erklärte er in seine Rede, zur Erfüllung des Heilauftrags nach dem christlichen Menschenbild seien auch bauliche Veränderungen und neue Organisationsformen wie das Verbundkrankenhaus notwendig: "Solche Fragen stellen sich uns im Aufsichtsrat immer wieder."