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Zoom-Gottesdienst der Gemeinde Winterbach, Oberauerbach und Battweiler

Zoom-Gottesdienst mit Pfarrer Tilo Brach : Ein ermutigender Jahresrückblick

Im Vertrauen in die Zukunft, blickte die Gemeinde Winterbach, Oberauerbach und Battweiler in ihrem Zoom-Gottesdienst dankbar zurück auf das Corona-Jahr 2020.

Wenngleich das Jahr 2020 von den Herausforderungen durch Corona geprägt war und auch der Jahresbeginn 2021 ähnlich aussieht, hat sich die Bezirksgemeinde Winterbach, Oberauerbach und Wattweiler für Optimismus und Zuversicht entschieden. „Mit Gott mutig voran!“, rief Pfarrer Tilo Brach als Motto für das neue Jahr aus, unterstützt mit Psalm 100: „Der Herr ist freundlich und seine Gnade währet ewig.“

Alternative Reaktionsmöglichkeiten wie etwa lähmende Angst vor dem Neuem und seinen möglichen Gefahren oder Mut und der Blick auf die Geschenke, die die Zukunft bereithält, skizzierte er am Beispiel der biblischen Geschichte von den Kundschaftern aus Kanaan: Während die erfahrenen Alten mit Angst vor dem verheißenen Land zurückkehrten, priesen die beiden Knaben Josua und Kalim dessen Herrlichkeit, in der Milch und Honig fließt und brachten köstliche Trauben mit. Das Volk Israel verharrte in seiner Furcht und irrte daraufhin 40 Jahre lang voller Entbehrungen im Kreis.

Dass die Jugend nicht zu unterschätzen ist, bewies auch der Blick auf Konfirmanden 2020 in den drei Gemeinden. Denn die Konfis hätten gekämpft und am Ende gewonnen. Im Frühjahr wurde ihre Einsegnung verschoben, doch zielgerichtet, konsequent, kreative Lösungen im Netz der Beschränkungen findend, bewiesen die Teenager Durchsetzungsvermögen und wurden vor den Herbstferien an allen drei Orten konfirmiert.

In Videoclips präsentierten sie sich neben den feierlichen Gottesdiensten auch mit ihren verfeinerten Fähigkeiten wie elegantem Flickflack, atemberaubendem Wheely mit dem Fahrrad, konditorenwürdiger Schwarzwälderkirschtorte oder hingebungsvollem Gärtnern.

„Jugend hat ein Recht darauf, optimistisch nach vorne zu schauen!“, betonte Tilo Brach. „Und die Erwachsene haben eine Vorbildfunktion.“

So rief auch Beate Opp mit ihren Fürbitten zu Vertrauen auf Gott auf. Sie wünschte stellvertretend für die Gemeinden und darüber hinaus etwa, „dass wir aus der Pandemie etwas lernen, mit offenen Herzen durch den Alltag gehen und erkennen, was wirklich wichtig ist, dankbar sind für jeden Augenblick und uns an den kleinen Dingen erfreuen können“.

So positiv ausgerichtet war, bei allem Wissen um die Sorgen und Nöte der Menschen um Gesundheit, Erwerb und Existenz oder das Bewahren ihrer uneingeschränkten Freiheit, der Jahresrückblick, der auch die im März 2020 begonnenen Zoom-Gottesdienste erwähnte. Vom Blick über den Tellerrand von Österreich oder Nordengland bis Taiwan oder Kamerun ging es weiter, über das „Hoffnungshaus“ im Stuttgarter Rotlichtbezirk bis in die Region.

Krankenhausseelsorgerin Elisabeth Brach beim Besuch auf der Pflegestation, ein leitender Arzt oder der Trainer des SV Battweiler kamen ebenso zu Wort wie der pensionierte OLG-Richter Wolfgang Ohler oder die Gefängnis-Seelsorgerin Gisela Süßmuth zum Thema Schuld und Sühne. Mit den Fragen „Können wir aus Fehlern lernen? Hilft es in Krisen, Wissenshorizonte zu erweitern?“ besuchte Tilo Brach im Videoclip Friedhöfe und Gedenkstätten und erinnerte an die Machenschaften und Auswirkungen im Dritten Reich. Er lud zu einem „Aufbruch in andere Denkwelten“ ein.

Im Sommer wollten die Menschen trotz allem die Seele baumeln lassen. Davon zeugten fröhliche Bilder von Eins-zu-Eins-Gesprächen mit dem Pfarrer im Garten oder auf der Terrasse, ausgelassen planschenden Kindern oder jungen Musikern wie einem Schlagzeuger. Tilo Brach erinnerte: „So sehr wir ab und zu allein sein wollen, sehnen wir uns auch nach einem Team.“

Die Zoom-Gottesdienste in Winterbach gehen weiter. Am 17. Januar zum Thema „Barmherzigkeit – was für Schwächlinge!“. Wer sich beteiligen möchte mit Beiträgen, wo er schon geholfen hat oder ihm bereits geholfen wurde, ist herzlich eingeladen, sich per Mail an Tilo Brach zu wenden – unter tilo.brach@evkirchepfalz.de.