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Zirkus „ZappZarap“ gastierte bei der Thomas-Mann-Grundschule in Ixheim

Thomas-Mann-Grundschule Ixheim : Junge Artisten mit großartigen Kunststücken

Der Zirkus „ZappZarap“ gastierte auf dem Gelände der Thomas-Mann-Grundschule in Ixheim – und die Schülerinnen und Schüler waren die Künstler. Mit Show und Akrobatik begeisterten sie ihr Publikum.

Als es am Samstagmittag bei der Thomas-Mann-Grundschule in Ixheim erneut hieß „Manege frei“, war das Zirkuszelt bereits zum zweiten Mal komplett gefüllt. Die passende Musik, Nebelsalven in die Manege und bunte Spotlightböller setzten das ohnehin erwartungsfrohe Publikum aus Eltern, Großeltern und Geschwisterkindern unter noch mehr Spannung.

Doch zuerst war die Zuschauer selbst an der Reihe: „Hinter dem Vorhang warten 160 Artisten und alle haben Lampenfieber. Da hilft nur eins: ihr Applaus!“, ließen zwei junge Ansagerinnen das Publikum wissen. „Und den üben wir jetzt einmal.“ Mit Stärke drei, super-mega-bombastischem Applaus, frenetisches Klatschen, Stampfen und gellende Pfiffe, waren die Mädchen zufrieden und rieten: „Und eins und zwei vergessen sie jetzt wieder!“

Den Auftakt machten die Akrobaten, die sich von Paarübungen am Boden bis hin zur Menschenpyramide steigerten. Und dann ging es Schlag auf Schlag: Eher lyrische, stimmungsvolle Auftritte wie etwa die im dunklen Zirkuszelt tanzenden, neonfarbenen Leucht-Tücher wechselten mit atemberaubenden Kunststücken.

Mit jedem Auftritt gelang es den durchweg hoch motivierten Kindern, ihre Zuschauer zu überraschen. Und zu begeistern. Wie etwa die Gruppe, die sich mit zwei neonbunten Stäben in den Händen einen dritten zuwarf und auffing und diesen zum Schluss in einer Schlange auf den emporgehaltenen Stäben von vorne nach hinten durchrollen ließ. Oder die jungen Jongleure mit ihren Drehtellern auf den Stäben, die schließlich alle bei einem Jungen landeten, der mit jeder Hand gleich zwei Teller balancierte.

Den ersten Höhepunkt, gemessen an dem vielleicht noch einen Ticken enthusiastischerem Applaus, boten die Fakire. Sie standen, saßen oder lagen nicht nur auf dem Nagelbrett oder einem Scherbenhaufen. Ein Kind legte sich darauf und ein zweites stieg auf seinen Rücken. Ein besonders unerschrockener Junge sprang sogar auf die Glasscherben.

Die Hula-Hoop-Truppe bewies ihre Koordination und Beweglichkeit bis hin zu einer jungen Dame, die einen Reifen um die Taille und einen zweiten um ihren hochgestreckten Arm kreisen ließ. Keine Angst vor Höhe und Bewegung sowie eine großartige Balance zeigten die Kugelkünstler, die auf den großen runden Bällen liefen, durch Reifen kletterten und sogar von einer Kugel auf die andere sprangen. Dieses Kunststück gelang einem Erstklässler, der damit bewies, dass Talent keineswegs nur die Großen haben.

Mut übrigens auch nicht, denn auch die kleine Feuerschluckerin am Ende der großartigen Feuertricks ist erst sieben Jahre jung. Sehr spektakulär endeten auch die Zaubertricks, nämlich mit dem berühmten „Mann“ in der Kiste, der scheinbar von Säbeln durchstochen wird und am Ende unversehrt seinen Applaus entgegennimmt.

Wie die großen Zirkusartisten posierten die Kinder nach jedem Kunststück und ließen sich und ihre Leistung von den Zuschauern feiern. Wie etwa die Drahtseilartistinnen, die sogar rückwärts liefen, mitten auf dem Seil mit zwei Krügen anstießen, in der Standwaage ein Tuch von dem Hochseil aufnahmen oder sogar mit verbundenen Augen balancierten.

Immer wieder lockerten die lustig-bunten Clowns die Spannung und brachten ihre Zuschauer zum Lachen. Etwa mit dem Flaschentrick der „Flasche Flaschinus“. Wer dachte „Seilspringen, das haben wir früher auch gemacht“, staunte nicht schlecht, als zwei kleine Springseile in ein großes Schwungseil geschlungen wurden und die jungen Artisten hüpften. Oder in zwei großen, überkreuzten Schwungseilen sprangen.

Eine wackelige Angelegenheit war die Leiter-Nummer. Dabei kletterten die Kinder nicht nur an einzelnen Leitern empor. Ein Junge setzte sich oben rittlings auf zwei gegeneinandergestellte, von seinen Kameraden stabilisierte Leitern. Die gesamte Truppe schließlich baute eine Menschen-Pyramide mit zwei großen und zwei kleineren Leitern in der Mitte.

Doch es ging noch höher hinauf. Wie bei dem berühmten Zirkus „Salto Mortale“, gab es zum krönenden Abschluss eine Trapezvorführung, bei der zwei Mädchen den „Fliegenden Schwan“ zeigten und mit einem Fuß von ihren Kameraden gehalten wurden. Auch bei der Pyramide waren es „Oberfrauen“, die aus höchster Höhe hinunter schauten auf die vor Begeisterung brodelnde Zuschauermenge.

„ZappZarap“-Artist Alex, der nach einer Woche Training mit der gesamten Schule nicht nur das Mischpult bediente und als Manege-Diener fungierte, sondern bei besonders gewagten Kunststücken zusätzlich zu den betreuenden Lehrern sicherte, erinnerte in der Pause im Gespräch daran: „Es sind nicht unbedingt die spektakulärsten Auftritte, die ein Kind am meisten über sich hinaus wachsen lassen.“ Stelle sich beispielsweise ein Kind in der Leitergruppe seiner Höhenangst und stehe beim Auftritt auf der untersten Sprosse, könne diese Leistung individuell deutlich größer sein als die des Obermanns oder der Oberfrau.

Oder die Tatsache, dass ein sehr scheues und zurückhaltendes Kind sich überhaupt zu einem Auftritt vor rund 300 neugierigen Augenpaaren in die Manege wage. So ähnlich sieht es Yvonne Buchholz-Simon. Die Mutter wollte keinen besonderen Höhepunkt benennen. Sie sagte anerkennend: „Ich finde, jedes einzelne Kind ist ein Künstler.“ In ihren Augen habe „jedes Kind seine Attraktion super gut präsentiert“.

Dank und Anerkennung gab es von allen Seiten für das Lehrerkollegium und für den regen Förderverein, der die Menschenmengen kulinarisch verköstigte und überall Hand anlegte, wo es nötig war. Und im Anschluss an die zweite Vorstellung tatkräftig half, das Zirkuszelt wieder abzubauen und einzupacken.

 Beeindruckende Kunststücke zeigten die Schülerinnen und Schüler der Thomas-Mann-Grundschule.
Beeindruckende Kunststücke zeigten die Schülerinnen und Schüler der Thomas-Mann-Grundschule. Foto: Cordula von Waldow

Bereits in wenigen Wochen gastiert der Zirkus „ZappZarap“ erneut in Zweibrücken. Dann heißt es beim Ferienprogramm der Stadt ein weiteres Mal „Manege frei!“.