Zeit des Versteckens ist vorbei

Das Landtagswahlergebnis wird deutliche Auswirkungen auf die großen Parteien in Zweibrücken haben. Die klare Wahl von Christoph Gensch als Direktkandidat stärkt weiter das Gewicht und künftige Wahlchancen der CDU . Gensch hat nun eine zusätzliche Bühne, auf der er seine Kompetenz und sein Charisma unter Beweis stellen kann.

Zudem droht die SPD in Zweibrücken nun noch mehr zur One-Man-Show reduziert zu werden. Das ist gefährlicher denn je - denn Oberbürgermeister Kurt Pirmann hat als Parteichef nach den überraschenden SPD-Verlusten bei der Stadtratswahl 2014 nun mit "seinem" Landtagskandidaten Stéphane Moulin schon die zweite Wahlniederlage seiner Partei mitzuverantworten. Pirmann hat zwar Ruhe in die lange zerstrittene Zweibrücker SPD gebracht - es aber bislang nicht geschafft, auch nur ansatzweise Ersatz dafür zu schaffen, dass die kompetenten und bei den Bürgern beliebten "Parteirebellen " Dirk Schneider und Walter Rimbrecht unter ihm kaum mehr in Erscheinung treten. Was Pirmann aber nur bedingt anzulasten ist - denn aus den Reihen der Genossen drängt sich auch niemand wirklich auf für künftige Spitzenämter. Die SPD-Ratsfraktion sonnt sich im Glanz der vielen Aktivitäten des Oberbürgermeisters (die von den Wählern allerdings nicht belohnt werden), setzt aber keine eigenen Impulse.

Aber auch die Zweibrücker CDU sollte sich seit Sonntag weniger denn je beruhigt zurücklehnen. Denn auch die CDU ist zu sehr One-Man-Show. Gensch wird nach seiner Wahl in den Landtag kommunalpolitisch kürzertreten. Und weil er wie Pirmann eine starke Persönlichkeit ist, haben sich bislang viele hinter ihm verstecken können.

Die spannende Frage ist nun: Wer kommt schneller und besser aus der Deckung? Die Antwort dürfte entscheiden, ob künftig die SPD oder die CDU in Zweibrücken dominiert.