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Zahl der Asylbewerber steigt stark

Zahl der Asylbewerber steigt stark

Ein deutlicher Anstieg von Asylbewerbern, die nach Zweibrücken kommen, stellt die Stadt vor Herausforderungen. Entlastung bietet auch dabei ein neuer Angestellter im Möbellager, der Spenden für Wohnungseinrichtungen entgegennimmt.

Die Zahl der Asylsuchenden ist in Zweibrücken sprunghaft angestiegen. Das geht aus dem Bericht des Zweibrücker Sozialamtes hervor, der gestern dem Sozialausschuss vorgelegt wurde. Demnach hat sich die Zahl der zu betreuenden Asylbewerber von 38 (Stand: Ende 2012) auf nun 98 erhöht - und damit um mehr als das Zweieinhalbfache.

Dabei handelt es sich um 22 Einzelpersonen sowie 17 Familien mit insgesamt 71 Personen. Herkunftsländer sind neben dem Bürgerkriegsland Syrien unter anderem die Kaukasusrepubliken, Somalia sowie die Balkanstaaten, heißt es im Bericht. Bürgermeistermeister Rolf Franzen (CDU) sprach auch für die Zukunft von einer "zunehmenden Tendenz".

Für Zweibrücken ergäben sich damit einige Herausforderungen. So müsse sich die Stadt um Wohnraum nebst Ausstattung kümmern, erläuterte Franzen. Deshalb kommt dem Sozialamt besonders zugute, dass im Möbellager in der Bubenhauser Straße 19 im November 2013 ein Lagerhelfer eingestellt wurde. Dieser nimmt Möbelspenden entgegen und kümmert sich um die Auslieferung der Waren - etwa in die Asylunterkünfte. Auch die Obdachlosenwohnungen wurden teilweise ergänzt. "Mittelfristig ist geplant, verstärkt Möbel an SGB II-Leistungsempfänger abzugeben, um auch in diesem Bereich die Unterkunft/Wohnungserstausstattung so gering als möglich zu halten", heißt es in der Informationsvorlage für die Ausschussmitglieder. Durch die besser mögliche Entgegennahme von Möbelspenden spart die Stadt durch den neu eingestellten Lagerhelfer, der zudem zu 75 Prozent vom Jobcenter bezahlt wird, somit im Gegenzug Geld ein. Berücksichtige man dies, koste der Angestellte die Stadt derzeit nur 150 Euro im Monat, hieß es gestern. Bereits bis zum Jahresende seien 16 Möbelspenden entgegengenommen worden.

Linken-Ratsfraktionschef Matthias Nunold begrüßte die Neueinstellung des 60-jährigen Lagerhelfers. "Wir finden das hervorragend", sagte Nunold für seine Fraktion. Zugleich fragte er den Bürgermeister, ob eine einzige Person überhaupt reiche, um die Arbeit zu bewältigen. "Wir beobachten das", antwortete Franzen: "Wenn sich eine zweite Person rechnet, stellen wir noch jemanden ein."

Zum Thema:

Auf einen BlickDie angemessenen Kosten der Unterkunft für Hartz-IV-Empfänger hat der Sozialausschuss gestern festgelegt. Die Sätze für Ein- und Zweipersonen-Wohnungen bleiben mit 242,50 Euro und 263,40 Euro vorerst unverändert. Für Wohnungen mit mehr Personen werden sie leicht erhöht. Im Beschluss ist aber auch festgehalten, dass die Sätze für Ein- und Zweipersonen-Haushalte eigentlich sinken müssten. Aus den Daten des Zensus 2011 ergeben sich Sätze von 227,50 Euro und 253,20 Euro. Der Beschluss hält aber eine "statistische Verzerrung durch eine lediglich temporär rückläufige Mietpreisentwicklung" für möglich. Jedoch könnten die Sätze 2015 entsprechend gesenkt werden. Matthias Nunold (Linke) stimmte gegen den Entwurf, weil er die Zensus-Daten anzweifelt. Von Sitzungsleiter Rolf Franzen (CDU) wurde das aber als Enthaltung gewertet. gda