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Wolf Rüdiger Schreiweis leitet neun Chöre von Mittelbach bis in die Vorderpfalz

Ein musikalischer Grenzgänger : Wunsch nach Kooperation und Innovation

Mit seiner lockeren, kommunikativen Art ist der Chorleiter Wolf Rüdiger Schreiweis bei seinen mittlerweile neun Chören sehr beliebt. 2023 soll er Präsident des Pfälzer Chorverbands werden.

Wolf Rüdiger Schreiweis leitet neun Chöre von Mittelbach über Contwig und Pirmasens bis in die Vorderpfalz sowie einen kleinen Handwerksbetrieb in Frankreich. Seit April ist der 51-jährige Musiker Verbandschorleiter im Chorverband der Pfalz (CVdP) und designierter Nachfolger von Präsident Hartmut Doppler. Der langjährige Vorsitzende gibt in vier Jahren sein Amt ab und hatte Wolf Rüdiger Schreiweis als Nachfolger vorgeschlagen.

Vielfalt, Entwicklung und Weiterbildung liegen dem zweisprachigen Deutschen, der in Frankreich aufgewachsen ist, besonders am Herzen. „Ich bin ein Grenzgänger“, lacht der sympatische Chorleiter, „ich mag keine Grenzen.“ So setzt er nicht nur mit seinem Frauenchor Gospel & Praise aus Mittelbach auf enge Kooperation mit befreundeten Chören aus Frankreich und Auftritten im Nachbarland.

Das Repertoire seiner Männer-, Frauen- und gemischten Chöre reicht von traditioneller Musik bis hin zu Pop, Rock und Gospel. Titel in unterschiedlichen Sprachen bereichern die Singenden ebenso, wie das Publikum. Seine lockere, kommunikative Art, mit der er durch die Konzerte führt, macht Wolf Rüdiger Schreiweis bei beiden Gruppen beliebt. Er betont: „Ich möchte nicht Noten singen, sondern mitreißende Musik machen.“

Herzblut vor akkurater Präzision, denn Singen soll Spaß machen und den Funken der Begeisterung übertragen. „Einen Chor gewinnst du nicht mit Autorität.“ Das hat er als Jungdirigent, der mit 14 Jahren bereits seinen ersten Chor dirigierte und mit 16 einen 120-köpfigen Jugendchor mit etlichen Älteren betreute, früh gelernt. Begeistern will der erfahrene Dirigent auch als Verbandschorleiter. 600 Mitglieder und insgesamt rund 800 Chöre von St. Ingbert-Hassel über den Bliesgau, die französische Grenze mit Wörth und Kandel bis nach Speyer und Ludwigshafen umfasst das Gebiet.

Bei den 200 verbandsfernen Chören wirbt der neue Verbands-Chef für eine Mitgliedschaft. Vorteile wie deutlich günstigere Gema-Gebühren und eine Versicherung, die auch Auftritte im Ausland absichert, gehören zu seinen Argumenten. Erfahrung bringt Wolf Rüdiger Schreiweis bereits als Kreis-Chorleiter in Zweibrücken (2011-2016) mit. Seit dieser Zeit gehörte er dem Musikausschuss des CVdP an, bestimmte die musikalische Marschrichtung mit. Seit dessen Auflösung formieren sich Interessierte zu unterschiedlichen Projekten.

Menschen gewinnen und motivieren gehören zu dem Aufgaben, die ihm liegen. „Mehr Weiterbildung“, ist eines seiner Ziele, sowohl für professionelle Chorleitende als auch für Ehrenamtliche und Singende. „Wir haben bereits tolle, vielfältige Angebote. Sie dürfen intensiver genutzt werden“, denkt er über eine Modernisierung der Kommunikationswege nach. Mit dem Gospel-Workshop mit dem international begehrten Gospel-Lehrer Malcom Chambers, den Gospel & Praise im Oktober in Hornbach organisieren, und an dem nicht nur Schreiweis-Sänger teilnehmen, geht er mit gutem Beispiel voran.

Um attraktiv zu bleiben und Nachwuchs zu gewinnen, wünscht sich der Verbands-Chorleiter eine Öffnung mancher, der Tradition verhafteter Chöre, zu modernen, zeitgenössischen Liedern in einem attraktiven Mix.

Mit dem Hassler Chor und dem Kinderchor Südwestpfalz in Münchweiler gehören dem 1860 gegründeten und 1954 nach Kriegsende neu gegründeten CVdP gleich zwei bundesweit erfolgreiche Aushängeschilder an, die sich bei ihren Auftritten regelmäßig Bestnoten verdienen.