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Wohnen im alten Finanzamt Zweibrücken

Zweibrücken : Neues Wohnen im alten Finanzamt

Das neubarocke ehemalige Verwaltungsgebäude hat sich inzwischen zu einem Haus mit 14 exklusiven Miet- und Eigentumswohnungen gemausert.

Von wo aus bis vor zehn Jahren Steuern eingetrieben wurden, sollen schon bald Dutzende Menschen ihr neues Zuhause finden – wohl bereits im kommenden Monat, spätestens aber im März. Das verspricht zumindest Sergio Vaccarello, mit dem sich unsere Zeitung jüngst unterhalten hat. Vaccarello ist Geschäftsführer der Projektfirma Stadtvilla Maximilian GmbH, Bexbach, die wiederum zur Immobilien-Entwicklungsgesellschaft M4 Holding, Engelstadt, gehört und das neubarocke Anwesen Ende 2020 der städtischen Gesellschaft für Wohnen und Bauen (Gewobau) abgekauft hatte. Seit nunmehr fast zwei Jahren laufen die Umbauarbeiten der zeitweilig arg heruntergekommenen Immobilie zu einem luxuriösen Wohnhaus.

„Wir sind im Endspurt, arbeiten aber ohne Druck“, sagt Vaccarello. So müssten in den elf Wohnungen im Altbau und den vier Wohnungen im Anbau aus den 60er Jahren „drei Bäder noch gefliest werden“. Ein großer Teil der Eigentums- und Mietwohnungen werde „teilmöbliert übergeben“. So brauchten sich die neuen Besitzer unter anderem nicht um die Kücheneinrichtung kümmern, denn die sei schon drin. Etwa die Hälfte der 15 Wohnungen sei bereits verkauft oder vermietet – auch an einige Nicht-Zweibrücker, berichtet der Geschäftsführer.

Das Exposé für die „Villa Maximilian“-Exposé verheißt „exklusives Wohnen im denkmalgeschützten Gebäude des ehemaligen Königlich-Bayerischen Finanzamtes“. Und weiter: Die „Villa Maximilian“ sei „dank der dicken Wände und der hohen Decken wie geschaffen für eine neue, individuelle Interpretation des urbanen Wohnens“. Das alles hat natürlich seinen Preis, der im Exposé mit „ab 3000 Euro“ pro Quadratmeter Wohnfläche angegeben wird. Im Altbau sind demnach elf Wohnungen mit 59 bis 77 Quadratmetern Wohnfläche, teils mit Balkon, sowie im Anbau vier Wohnungen mit 76 bis 90 Quadratmetern mit Balkon entstanden.

„Es wurde alles erneuert: Fenster, Elektrik, Wasserleitungen, Fassade . . . – eine Vollsanierung“, beschreibt Vaccarello die zurückliegenden Arbeiten. Dabei hätten insbesondere im Innern des Altbaus Wände durchbrochen und versetzt werden müssen, um aus ehemaligen Büros komfortable Wohnräume zu machen. Entsprechend habe die Statik neu berechnet werden müssen. „Das Gebäude wurde entkernt – eine Millionen-Investition“, so Vaccarello. Aber alles kein Problem, denn seine Firma sei auf Altbausanierungen „spezialisiert“. „Das ist unser Kerngeschäft“, betont der Geschäftsführer. Gleichwohl sei das „solide“ gebaute Gebäude, als seine Firma es von der Gewobau übernahm, in einem „super Zustand“ gewesen. Allerdings habe er einen zusätzlichen Abwasserkanal legen lassen müssen: „Das war schon eine Herausforderung“, erinnert sich Vaccarello. Auch der Denkmalschutz hätte stets beachtet werden müssen. In diesem Zusammenhang lobt der Geschäftsführer die gute Zusammenarbeit mit der Zweibrücker Stadtverwaltung: „Das hat wunderbar geklappt – einwandfrei.“

Und: Er, Vaccarello, könne gar nicht verstehen, dass die vorherigen Eigentümer mit dem Haus einfach nichts anzufangen wussten. In der Tat hatte das Gebäude Gymnasiumstraße 4 mehrere Male den Eigentümer gewechselt. Nachdem das darin ansässige Zweibrücker Finanzamt Ende 2013 ausgezogen war, kam das Haus in einem Bieterverfahren unter den Hammer. Den Zuschlag erhielt im Herbst 2014 der Zweibrücker Immobilienunternehmer Willi Geßner, der aus dem Verwaltungsgebäude ebenfalls ein Wohnhaus machen wollte. Im Herbst 2017 gab er das Projekt jedoch auf und verkaufte das neubarocke Anwesen an die städtische Gesellschaft für Wohnen und Bauen (Gewobau). Die Gewobau wollte das Gebäude in ein Bürohaus verwandeln, um es an ein ortsansässiges Unternehmen zu vermieten. Auch dieses Vorhaben scheiterte. Schließlich veräußerte die Gewobau Ende 2020 das Haus an die Entwicklungsgesellschaft M4 Holding, Engelstadt, zu der die Projektfirma Stadtvilla Maximilian gehört. Mit ihr scheint endlich ein Happy End für das Haus in greifbare Nähe gerückt.

Kontakt „Villa Maximilian“-Hotline: Tel. (0800) 0 77 87 79; E-Mail: info@villamaximilian.de; www.villamaximilian.de