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Wo die Autofahrer ihre Kreise ziehen

Wo die Autofahrer ihre Kreise ziehen

Unter den 37 236 Zweibrückern sind mehr Frauen als Männer. Die meisten Rosenstädter wohnen in der Innenstadt. Der höchste Ort ist in Mörsbach.

Seit der Eröffnung des ersten Kreisels an der Gottlieb-Daimler-Straße/Wilkstraße/Auffahrt Autobahn 8 ("Kino-Kreisel") Anfang der 90er Jahre drehen sich die Autofahrer in Zweibrücken mancherorts im Kreis. Und seitdem ist man sich auch in der Rosenstadt bewusst darüber, dass Kreisverkehrs-Regelungen an den richtigen Stellen stark zur Entflechtung des Verkehrs beitragen und Ampel- oder Verkehrszeichenregelungen mit langen Wartezeiten entfallen lassen. Zusätzlich wird das Risiko von Verkehrsunfällen an diesen Stellen durch Vermeidung kreuzender Verkehrsströme und Verlangsamung des Verkehrs stark gemindert. Gut geplante, großflächig angelegte Kreisverkehre können sehr hohe Verkehrsaufkommen mit einem Minimum an Stau sehr effizient bewältigen. Speziell für Laster sind die Ein- und Ausfahrten von Kreiseln im Gegensatz zu Kreuzungen, wo es zu Behinderungen des Gegenverkehrs kommen kann, wesentlich leichter zu durchfahren, wenn der Radius ausreichend groß ist. So ist es den Verkehrsteilnehmern auch möglich, den Kreisverkehr ohne Behinderung zum Wenden zu nutzen. Es soll aber auch schon Autofahrer gegeben haben, die im Kreisverkehr rückwärts gefahren sind, weil sie an einer Ausfahrt vorbeigefahren waren. Dabei ist das Halten (außer verkehrsbedingt) und Rückwärtsfahren im Kreisverkehr verboten. Einfach weiterkreiseln und dann an der richtigen Stelle ausfahren ist die Devise. Das blaue Verkehrsschild "Kreisverkehr" bedeutet zusammen mit dem Schild "Vorfahrt gewähren": Die Fahrzeuge im Kreis haben Vorfahrt. Beim Einfahren in den Kreisverkehr darf nicht geblinkt werden. Aber - es muss rechts geblinkt werden, unmittelbar bevor man den Kreisverkehr wieder verlassen möchte. Man darf die Mittelinsel nicht überfahren. Das bequeme Abkürzen des Wegs ist also nicht erlaubt. Über die Mittelinsel dürfen allerdings solche Fahrzeuge fahren, die nicht außen herumfahren können, weil sie dafür zu groß sind, zum Beispiel Linienbusse oder lange Fahrzeug-Anhänger-Kombinationen. Selbstverständlich ist das Fahren entgegen der Fahrtrichtung ebenfalls verboten.

Unterschieden wird in Minikreisverkehre (Durchmesser 13 bis 22 Meter), kleine Kreisverkehre (26 bis 50 Meter) und große Kreisverkehre (mehr als 40 Meter Durchmesser). Eine Sonderform stellt der sogenannte "Turbokreisel" dar (in Zweibrücken an der L 480/Europaallee, Höhe Outlet-Center). Turbo-Kreisverkehre sollen sehr starke Verkehrsströme zweispurig durchschleusen.

Wo sind nun die restlichen acht Zweibrücker Kreisverkehre zu finden? Der eigentlich bekannteste, eröffnet um die Jahrtausendwende, an der Bubenhauser Straße/Gottlieb-Daimler-Straße/Auffahrt zur Autobahn A8 (in Zweibrücken auch "Spinne" genannt), an der Hofenfelsstraße/Landauer Straße/L 465 Richtung Mörsbach, drei in der Amerikastraße durch das Gelände der Hochschule Zweibrücken, ein weiterer Kreisel in Höhe des Outlet-Centers an der L 480/K 74 in Richtung Contwig und zwei weitere Kreisel in der Europaallee in Richtung L 700/Hornbach. Zwei neue Kreisverkehre stehen zur Debatte oder sind in Planung: Ein Kreisel an der Einmündung Lanzstraße und ein Kreisel in Ixheim an der Einmündung L 465/Bitscher Straße (Höhe Nagelwerk). "Ich fahr' so gern im Kreis" sagte eine Autofahrerin bei der Eröffnung des ersten Kreisels in Zweibrücken. Inzwischen ist es Alltag geworden.