Wirte spüren die Krise

Zweibrücken. Alles Krise, oder was? Wie ein Damoklesschwert hängt das Wort "Krise" seit Monaten über den Häuptern der Verbraucher. Und verunsichert diese stark. So stark, dass sie sparen, wo sie eben nur können. Beispielsweise beim Ausgehen

Zweibrücken. Alles Krise, oder was? Wie ein Damoklesschwert hängt das Wort "Krise" seit Monaten über den Häuptern der Verbraucher. Und verunsichert diese stark. So stark, dass sie sparen, wo sie eben nur können. Beispielsweise beim Ausgehen. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) des Saarlandes schlägt bereits Alarm: Das Geschäft laufe für die Wirte vielfach schlecht, es stünden daher insgesamt 100 000 Jobs in der Branche auf der Kippe (wir berichteten gestern).Der Pfälzische Merkur hörte in den Zweibrücker Gaststätten nach, ob die Wirte dort ähnliche Kassandra-Rufe ausstoßen.

"Man merkt die Krise schon", macht Jörg Knopfe, Inhaber des "Besenbruchs", deutlich. "Viele Gäste wählen kleinere Gerichte, entscheiden sich für ein günstiges Tagesangebot. Zum Essen wird auch nicht mehr so viel getrunken, etwa nur noch ein Bier, statt zwei." Knopfe klagt: "Sinn-Leffers hat zugemacht, das City-Outlet läuft nicht richtig - das sind alles Dinge, die uns als Gaststätte in der Fußgängerzone, die von Laufkundschaft lebt, treffen."

Christoph Krück vom "Storchennest" findet: "Der Kunde ist viel unberechenbarer geworden." Früher gab es feste Tage, an denen klar war, dass das Restaurant voll sein würde. Nun würde der Gast "eher spontan, kurzfristig", die Entscheidung treffen, auszugehen. Krück will dennoch nicht über die Entwicklung für sein Haus klagen. "Auch wenn die Monate Januar bis März naturgemäß für unsere Branche kein Kracher sind." Der Gastronom ist sich sicher: "Es werden im Zuge der Wirtschaftskrise einige Gastronomen auf der Strecke bleiben." Reinhardt Neumann, Inhaber der Waldgaststätte "Tiefental", pflichtet Krück bei. Und malt noch düsterere Wolken an den Himmel: "Den Gipfel der Krise haben wir noch gar nicht erreicht", fürchtet er. Auch er sieht den Trend, dass die Gäste - wenn sie denn überhaupt noch einkehren - "nur noch ein, statt zwei Biere trinken" und günstigere Speisen wählten. Doris Gaudeck, Chefin des Pfälzer Hofes, blickt hingegen optimistisch nach vorne. "Bei uns ist es zwar jetzt in den Osterferien sehr durchwachsen gelaufen, aber das schiebe ich nicht auf die Krise", erklärt sie und fügt hinzu: "Ansonsten kann ich nicht klagen."