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„Wir leben schließlich nicht in Spanien“

„Wir leben schließlich nicht in Spanien“

Weniger Gäste als erhofft haben in diesem Sommer die Freibäder an der Schließ und in Contwig besucht. Die Betreiber verzeichneten bislang ein deutliches Besucherminus. Schuld hat das unbeständige Wetter.

Überfüllte Liegewiesen, lautes Kinderlachen, ausgelassener Badespaß - Fehlanzeige! Einsam zieht eine ältere Dame ihre Bahnen, eine Schülerin taucht zaghaft die Fußspitze in das kühle Nass. Im Hintergrund tuckert Schwimmmeister Steffen Lassler auf seinem Rasenmäher vorbei. Ansonsten ist das Freibad an der Schließ verwaist. Und das an einem Ferientag Mitte August.

Bislang hat das Zweibrücker Freibad erst rund 27 000 Besucher in dieser Badesaison verzeichnet. Das Wetter hat den Betreibern einen Strich durch die Rechnung gemacht. Mit dem Ausbleiben der Gäste haben auch Diana und Patrick Lang zu kämpfen. Die beiden betreiben in ihrer zweiten Saison den Kiosk im Freibad und müssen Verdienstausfälle von mehr als 40 Prozent verkraften. Denn wo keine Besucher sind, gibt es auch keine Kiosk-Kundschaft. "Im Durchschnitt kommen 47 000 Badegäste pro Jahr ins Freibad. Davon sind wir 2014 meilenweit entfernt. Derzeit steuern wir auf die zweitschlechteste Saison seit Freibadbestehen zu", klagt Patrick Lang. Der 38-Jährige arbeitet hauptberuflich als Wettertechniker und unterstützt seine Frau Diana bei der täglichen Arbeit im Kiosk. "Es gab diesen Sommer kein Azorenhoch, das konstant schöne Wetter hat gefehlt", erklärt Lang, "aber vielleicht ist auch der Anspruch an den deutschen Sommer zu hoch. Wir leben schließlich nicht in Spanien ." Nur zu Pfingsten und an einigen Tagen im Juli gab es echten Hochsommer. Entscheidend ist für Patrick Lang, dass sich die Sonne am Himmel zeigt. "Wenn Wolken zu sehen sind, ist das für viele Menschen ein gefühlter Herbst und sie bleiben lieber zu Hause." Auch dem Freibad in Contwig bleiben dieser Tage die Wasserratten fern. Die Zahlen sind deutlich schlechter als im sehr guten Vorjahr.

"2013 konnten wir etwa 50 000 Badegäste verzeichnen, in diesem Sommer sind es fast 20 000 weniger. Bislang ist das Jahr für uns ein Zuschussgeschäft", bilanziert Verbandsbürgermeister Jürgen Gundacker die maue Freibadsaison 2014.