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Windräder sollen verhindert werden

Windräder sollen verhindert werden

Gestern Abend: Informationsveranstaltung zu möglichen Anlagen im Dörrenbachwald. Bürgerinitiative gegründet.

Wehret den Anfängen: Das war das Motto für die Informationsveranstaltung, zu der Ortsvorsteher Kurt Dettweiler die Bürger aus Mittelbach und Hengstbach für gestern Abend ins Dorfgemeinschaftshaus eingelad:en hatte. Kernthema: Der Dörrenbachwald als Vorranggebiet für Windräder. Über 100 Bürger kamen, auswärtige Besucher, die sich im Diskussionsverlauf als ausgesprochene Windkraftgegner zu erkennen gaben, hatten sich darunter gemischt. Die Weichen zur Gründung einer Bürgerinitiative wurden gestern Abend gestellt, Manfred Dörner wird das in die Hand nehmen.

Noch seien keine Fakten geschaffen, noch befinde sich alles in der Schwebe, betonte zum Auftakt Ortsvorsteher Kurt Dettweiler, der in knappen Sätzen den gegenwärtigen Sachstand umriss und feststellte: "Ich will mir später nicht nachsagen lassen: ,Über die Absichten der Stadt wurden wir nicht informiert.' Am Donnerstagabend wird sich auch der Ortsbeirat mit der Thematik befassen, doch da haben die Bürger kein Rederecht. Deshalb diese Informationsveranstaltung. Für mich als Ortsvorsteher müssen die Bürger bei dieser bevorstehenden Entscheidung unbedingt eingebunden werden." Nämlich die Entscheidung darüber, ob im Landesentwicklungsprogramm (LEP) IV für den Bereich Dörrenbachwald oberhalb des Ortsteils Hengstbach ein Vorranggebiet für Windräder ausgewiesen werden soll oder nicht. In seiner Funktion als Vorsitzender der Zweibrücker Ortsgruppe im Naturschutzbund Deutschland ging Gerhard Herz nicht allein auf die hohe Bedeutung des gesamt Dörrenbachwaldes als ausgewiesenes FFH-Gebiet (Fauna, Flora und Habitat) ein. Es war ihm vielmehr eine Herzensangelegenheit, darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig ein frühzeitiges Signal der Bürger ist, dass sie mit der Ausweisung eines Vorranggebietes nicht einverstanden sind. "Jeder soll wissen, was hier für die Natur, für Fauna und Flora, für den Lebensraum seltener Tiere auf dem Spiel steht." Revierförster Daniel Rolland ging auf die Bedeutung des BAT-Konzeptes ein. BAT steht für "Biotop, Alt- und Totholzkonzept".

Die Vielfalt an Fauna, Flora und den Tieren, dem Uhu, Rot- und Schwarzmilan oder Wiedehopf, schilderte Remy Stalter vom Wahlerhof. Der passionierte Naturmensch: "Allein schon wegen dieser Vielfalt, die noch mit Hirschkäfern, Haselnussmaus, Siebenschläfer oder den vielen Hirschkäfern zu ergänzen wären, dürfte der Dörrenbachwald als FFH-Gebiet für ein Vorranggebiet zur Windkraft nicht in Frage kommen".

Dettweiler merkte an: "Wir haben die Eisvogelbrücke, wir haben viele Eidechsen weggetragen, jetzt wollen wir rechtzeitig vor weiterem Unsinn warnen." Zehn Gebiete, die für eine Windkraftnutzung in Frage kämen, lasse die Stadt untersuchen. Zwei würden am Schluss als mögliche Nutzungsgebiete in Frage gekommen. Neben dem Teilbereich bei der "Weißen Trisch" der "Dörrenbachwald". Ein Zuhörer meinte: "Wer hatte die Schnapsidee, dieses Gebiet für geeignet zu halten?"