Windräder müssen kommen

Beim Energieforum der Stadtwerke erläuterte Werner Bohnenschäfer das Energie- und Klimaschutzkonzept für die Stadt. Ein Handlungsschwerpunkt ist dabei der Ausbau der Windenergienutzung.

"Die Dekarbonisierung ist unumgänglich und unvermeidbar. Sie wird kommen", betonte Professor Anders Levermann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung beim Energieforum der Zweibrücker Stadtwerke in der Festhalle. "Was können wir in Zweibrücken dazu tun?", fragte Christoph Kahlen von der Thüga AG ins Plenum.

Die Antwort gibt das Energie- und Klimaschutzkonzept das die Zweibrücker Stadtwerke vor einem Jahr in Auftrag gegeben haben (wir berichteten). Ein Projektteam mit Stadträten sowie Vertretern der Stadtwerke oder des Umwelt- und Servicebetriebs (UBZ) hat mit dem Leipziger Institut für Energie das Konzept erarbeitet, das Werner Bohnenschäfer vom Leipziger Institut bei der Veranstaltung den rund 100 Gästen erläuterte.

Dabei machte Bohnenschäfer bei der Energieerzeugung Windräder und Photovoltaikanlagen auf Dächern und Freiflächen als Handlungsschwerpunkte aus. Im Moment gibt es keine Windräder in Zweibrücken . Die Argus Concept GmbH hat für die Stadt in diesem Jahr eine Windpotenzialstudie erstellt (wir berichteten). Dabei sind sechs geeignete Flächen aufgezeigt worden.

Nach der Berechnung des Leipziger Institut könnten darauf insgesamt 18 bis 21 Windräder gebaut werden. Nach einem Aktiv-Szenario könnten fünf bis sechs Anlagen aufgestellt werden. Beim Perspektiv-Szenario acht bis zehn. Nach beiden Szenarien würden 2025 rund zwei Drittel der in Zweibrücken mit erneuerbaren Energien erzeugten Energien aus Windrädern stammen.

Bei der Photovoltaik ist nach Berechnung des Instituts die potenzielle Dachfläche erst zu einem Viertel ausgeschöpft. Bei den Freiflächen gebe es drei geeignete Flächen für Photovoltaikanlagen.

Neben der Energieerzeugung befasst sich das Konzept auch mit der Energieeinsparung. Dazu sind auch Möglichkeiten aufgezeigt. Dabei seien auch Privatpersonen gefordert. "Die städtischen Liegenschaften machen da einen geringeren Teil aus. Aber die Stadt hat dabei einen Vorbildcharakter", sagte Bohnenschäfer. Dann um die Ziele umzusetzen, "muss Geld in die Hand genommen werden". Je ehrgeiziger die Ziele sind, umso mehr kostet es.

"Nach dem Konzept kommt die Umsetzung. Und das ist das Schwierigere", meinte Oberbürgermeister Kurt Pirmann. Dabei stünde neben der Politik auch die Bevölkerung in der Verantwortung. "Wir alle tragen Verantwortung für die Zukunft", appellierte Pirmann an die Zuhörer. Die negativen Folgen des Klimawandels trug Physiker Levermann, ("ich bin der Katastrophenbringer") vor. Dabei stellte er fest, dass der Anstieg der Treibhausgase wie Kohlendioxid oder Methan in der Luft und auch der Temperaturanstieg "absolut sicher menschengemacht" sind. Mit den langfristigen Folgen, wie das Schmelzen des arktischen Eises und der Gletscher. Oder den "unberechenbaren Folgen", wie dem Anstieg von Hitzewellen oder heftigen Winterstürmen.