Zeugen: Nachts Fahrzeuge im Wald, Schüsse zu hören Wilderei auch in Zweibrücken ein Problem

Zweibrücken · Fahrzeuge, die nachts durch den Wald streifen, Schüsse, die plötzlich fallen: Wilderei ist laut der Stadt auch in Zweibrücken mittlerweile ein Problem.

 Wenn es dunkel wird, ist die Zeit der Wilderer gekommen.  
 Die Stadtverwaltung erklärt, dass in den vergangenen Jahren zunehmend Bürger beobachtet haben, wie Autos in der Nacht durch den Zweibrücker Wald streiften. Kurz darauf fallen plötzlich Schüsse, so die Zeugen.  
 Es braucht wenig Phantasie, 
 um zu schlussfolgern, dass hier Wilderer 
 ihr Unwesen getrieben haben.  
  Symbolfoto: Carsten Rehder/dpa

Wenn es dunkel wird, ist die Zeit der Wilderer gekommen. Die Stadtverwaltung erklärt, dass in den vergangenen Jahren zunehmend Bürger beobachtet haben, wie Autos in der Nacht durch den Zweibrücker Wald streiften. Kurz darauf fallen plötzlich Schüsse, so die Zeugen. Es braucht wenig Phantasie, um zu schlussfolgern, dass hier Wilderer ihr Unwesen getrieben haben. Symbolfoto: Carsten Rehder/dpa

Foto: dpa/Friso Gentsch

Das Problem der Wilderei wird deutschlandweit gerade intensiv diskutiert. Grund ist der Mord an zwei Polizisten bei Kusel. Die beiden Beamten hatten zwei Wilderer nachts im Wald gestellt, sie stehen unter dringendem Tatverdacht.

Nun kocht das Thema der illegalen Jagd hoch. Viele Kommunen beklagten in den vergangenen Tagen: Wir sehen dieses Treiben auch bei uns.

Dies gilt auch für die Stadt Zweibrücken, wie diese auf Anfrage unserer Zeitung erklärt. „Jagdwilderei ist in den vergangenen Jahren auch ein Problemfeld in Zweibrücken“ geworden, erklärt Pressesprecher Jens John.

Zeugen hätten beobachtet, wie Fahrzeuge nachts durch den Wald streiften. Plötzlich seien dann Schüsse gefallen. Es braucht wenig Phantasie für die Schlussfolgerung: Hier waren Wilderer am Werk. John sagt, es habe in den vergangenen Jahren immer wieder solche Schilderungen gegeben. Sie kamen aus der Bevölkerung, teilweise machten auch Jäger beziehungsweise die Polizei diese Beobachtung.

Daneben seien Zeugen wiederholt auf Tierkadaver gestoßen, auch hier sei davon auszugehen, dass Wilderer die Ursache waren. Die Zahl der Fälle ist noch einstellig. Mit Blick auf die vergangenen fünf Jahre hält John nach Rücksprache mit der Unteren Jagdbehörde fest: 2016 wurde noch kein derartiger Fall registriert, 2017 waren es zwei, 2018 der Spitzenwert mit sechs Fällen von Wilderei, 2019 dann zwei, 2020 drei und 2021 vier Fälle.

Die Gesetzesbrecher handeln im Schutz der Dunkelheit, das macht es der Polizei schwer, stellt John fest. „Auf frischer Tat“ seien „bisher noch keine Personen angetroffen“ worden, es gebe auch keine Erkenntnisse darüber, dass nachträglich Wilderer ermittelt worden seien.

Sollte ein Wilderer der Polizei einmal in die Fänge gehen, drohen ihm laut dem Pressesprecher nach Paragraph 292 des Strafgesetzbuches bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder eine Geldbuße.

Es sind übrigens nicht nur Wilderer, die der Stadtverwaltung ein Dorn im Auge sind. Wildernde Hunde, die Tiere im Wald zu Tode hetzen, sie blutig beißen oder gar zerfleischen sind ebenfalls ein wachsendes Problem. Auch hier nennt der Pressesprecher die Zahlen für die vergangenen fünf Jahre, auch hier ist die Tendenz steigend.

2016 waren es vier Fälle wildernder Hunde, 2017 dann sechs und 2018 erneut vier. Ab dann steigen die Zahlen deutlich: 2019 waren es 16 Fälle, 2020 15 und im vergangenen Jahr zwölf.

Umso trauriger, da jeder Hundehalter verpflichtet ist, auf seinen Vierbeiner aufzupassen, so dass sich dieser im Wald nicht eigenständig machen und Tiere hetzen kann. Das Verantwortungsbewusstsein der Bürger ist hier der ausschlaggebende Punkt. Denn in Zweibrücken gibt es nur eine eingeschränkte Pflicht, Hunde anzuleinen. Die Stadtverwaltung hatte zuletzt gegenüber unserer Zeitung erklärt, eine solche Anleinpflicht bestehe in der Fasanerie und in den Birkhausen.